Gesunde Ernährung

Podcast „sag mal, Anna“: Ist Spinat nun eine Eisenbombe oder nicht?

 

Podcast sag mal Anna Ist Spinat eine Eisenbombe

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IST SPINAT NUN EINEN EISENBOMBE ODER NICHT?

Welche Ernährungsfragen brennen euch unter den Nägeln? Schreibt mir einfach unter: anna@rtv.de
Vielleicht beantworte ich eure Frage dann schon in der nächsten Folge von „sag mal, Anna“.

Alles Liebe,
eure Anna

Bitte beachten Sie: Gerne beantwortet Anna Ihnen allgemeine Fragen zur Ernährung. Die Bereitstellung von Gesundheitsdaten ist dabei nicht Bestandteil der Nutzung von „Sag mal, Anna“.

 


Ist Spinat nun eine Eisenbombe oder nicht?

Ich bin mir sicher, dass einige von euch noch den Comichelden Popeye kennen. Ich habe mir als Kind immer gerne angesehen, wie er sich im Kampf gegen Bösewichte mit einer Dose Spinat dopte. Kaum vertilgt, wuchsen seine Muskeln und er konnte es mit jedem aufnehmen.

Anders als vielleicht andere Kinder mochte ich Spinat schon immer ganz gerne, ob das durch den positiven Einfluss von Popeye kam, kann ich nicht sagen. Aber auch der Glaube, dass Spinat groß und stark macht, wurde schon damals angezweifelt. Nachdem Generationen sich darauf stützten, dass Spinat eine Eisenbombe sei, war man sich dann nicht mehr sicher. Ein Kommafehler brachte angeblich das Kartenhaus zum Einsturz.

Dieser Kommafehler liegt zurück bis in die 1930er Jahre. Seitdem herrscht Verunsicherung: Hat Spinat nun viel Eisen oder nicht? Höchste Zeit mit dem Mythos aufzuräumen.

Wie viel Eisen enthält Spinat?

Statt der geglaubten 40 mg Eisen sind nur 4 mg Eisen in 100 g Spinat enthalten. Das klingt zunächst skandalös, immerhin ist das nur 1/10 vom geglaubten Gehalt. Doch mal ehrlich, wer ist denn überhaupt in der Lage zu beurteilen, ob 4 mg nun viel oder wenig sind? Gehen wir der Sache mal auf den Grund.

Um beurteilen zu können, ob 4 mg nun wirklich so unbedeutend wenig ist, müsste man erst mal wissen wie hoch der tägliche Eisenbedarf überhaupt ist. Je nach Alter und Geschlecht schwankt der Eisenbedarf zwischen 10 und 15 mg pro Tag.

Das heißt mit einer üblichen Portion von 250 g Spinat ist der Tagesbedarf an Eisen mit 10 mg bereits gedeckt. Das spricht also für Spinat als Eisenbombe.

Spinat ist ein super Eisenlieferant

Noch deutlicher wird es beim Vergleich mit anderen eisenreichen Lebensmitteln. Natürlich gibt es Lebensmittel, die pro 100 g mehr Eisen enthalten als Spinat. Doch diese Betrachtungsweise hinkt enorm. Denn entscheidend ist nicht der Gehalt pro 100 g, sondern pro tatsächlich gegessener Portion. Schafft man von Spinat locker 100, eher sogar 200 bis 300 g, so ist es bei Kichererbsen oder Sesam völlig ausgeschlossen, diese Menge in eine Mahlzeit zu packen. Und dann bleiben pro Portion bei Kichererbsen gerade noch 4 mg, beim Sesam 1 mg. Bei einem Rinder Steak schafft man zwar auch seine 250 g. Aber auch hier liegt der Spinat mit 10 mg pro Portion im Vergleich zum Steak mit 6 mg noch vorne.

Ihr seht, Spinat ist nach wie vor top im Eisengehalt. Auch wenn es „nur“ ein Zehntel des geglaubten Eisengehalts ist, so gibt es trotzdem kein Gemüse, das mehr Eisen hat als Spinat. Noch dazu kommt ein hoher Gehalt an Kalium, Kalzium und Magnesium, Folsäure, Vitamin C und Beta-Carotin. Lasst euch also nicht von jedem Aufschrei verunsichern, der durch die Medien geht. Spinat und jedes andere grüne Blattgemüse zählt zu den nährstoffreichsten Gemüsesorten überhaupt.

Und was Popeye und seine Muskeln betrifft: 2012 bestätigte eine schwedische Studie, dass der Nitratgehalt in Spinat tatsächlich die Muskeln wachsen lässt.

 

Bis zum nächsten Mal,

Eure Anna

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