Gesunde Ernährung

Podcast „sag mal, Anna“: Schimmel: Wegschneiden oder alles wegwerfen?

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SCHIMMEL WEGSCHNEIDEN ODER ALLES WEGWERFEN?

Welche Ernährungsfragen brennen euch unter den Nägeln? Schreibt mir einfach unter: anna@rtv.de
Vielleicht beantworte ich eure Frage dann schon in der nächsten Folge von „sag mal, Anna“.

Alles Liebe,
eure Anna

Bitte beachten Sie: Gerne beantwortet Anna Ihnen allgemeine Fragen zur Ernährung. Die Bereitstellung von Gesundheitsdaten ist dabei nicht Bestandteil der Nutzung von „Sag mal, Anna“.

 


Vom Mindesthaltbarkeitsdatum zum Schimmel

In meiner letzten Folge gingt es um die Haltbarkeit von Lebensmitteln. Daraufhin hat mir eine Hörerin geschrieben, die wissen wollte: Wie ist es eigentlich mit Schimmel? Muss ich immer das ganze Lebensmittel wegwerfen oder kann ich den Schimmel abkratzen, wegschneiden, abschöpfen und den Rest noch bedenkenlos essen?

Eine spannende Frage! Zunächst ist es wichtig zu verstehen, was Schimmel eigentlich ist und wie er wächst.

Was ist Schimmel?

Schimmel ist ein Pilz, der selbst eigentlich nicht gefährlich ist. Aber er bildet einen Giftstoff, das sogenannte Mykotoxin. Und dieses Gift ist sehr ungesund, kann krebserregend wirken und die Leber und Niere schädigen. Leider lässt sich Schimmel und das Mykotoxin auch nicht durch Abkochen oder Einfrieren abtöten.

Das Tückische am Schimmel: das Sichtbare, der weiße Flaum oder die grünen Härchen sind lange nicht der ganze Schimmelpilz.

Genau wie andere Pilze bildet Schimmel nämlich ein Wurzelgeflecht, das sogenannte Myzel. Und dieses Geflecht ist von außen nicht immer sichtbar. Die Wurzeln können sich also schon durch das gesamte Lebensmittel ausgebreitet haben, selbst wenn man nur einen kleinen grünen Fleck auf der Oberfläche entdeckt.

Besonders gut geht das bei feuchten Lebensmitteln wie saftigem Obst, Gemüse oder auch bei luftigen, weichen Lebensmitteln wie Brot.

Wenn es dann noch muckelig warm ist, breitet sich der Schimmel rasant aus.

Was tun bei schimmeligen Lebensmitteln?

Was heißt das nun konkret? Wenn wir an der obersten Scheibe Toast ein paar grüne Pünktchen entdecken, sich am Marmeladenrand ein bisschen weißer Flaum gebildet hat und der Käse eine schimmelige Ecke hat? was dann?

Vielleicht kennt ihr das auch noch aus der Kindheit: braune Stellen aus dem Obst werden rausgeschnitten und der Schimmel vom Kompott einfach abgeschöpft. Den Rest kann man ja noch essen! Oder etwa doch nicht?

Ihr ahnt es schon: Durch die unsichtbaren Schimmelwurzeln ist nicht nur die Oberfläche betroffen. Der Schimmel hat sich wahrscheinlich im gesamten Lebensmittel ausgebreitet. Deshalb hilft auch kein Wegschneiden oder Abschöpfen!

Das gilt vor allem bei Lebensmitteln mit viiiel Wasser muss weg, wenn es schimmelig ist: Obst, Gemüse, Kompott oder Saft.

Genauso wie Joghurt, Quark, Frischkäse, Weich- und Schnittkäse.

Bei Weichkäse zählt natürlich nur der grüne Schimmel als Wegwerfargument. Der Edelschimmel konserviert sogar und gibt dem Käse sein besonderes Aroma. Deshalb stellt er natürlich kein Problem dar. Auch nicht, wenn er auf der Käseplatte auf andere Käsesorten überspringt. Das sieht vielleicht nicht schön aus, ist aber ungefährlich.

Toast und jedes andere Brot muss leider auch komplett entsorgt werden, weil die Poren es dem Schimmel leicht machen sich auszubreiten.

Auch Streichwurst und Aufschnitt bleibt nur noch der Weg in die Tonne, sobald Schimmel erkennbar ist.

Schimmel: die Ausnahmen

Aber einige wenige Ausnahmen gibt es zum Glück trotzdem.

Bei Hartkäse wie Parmesan, Emmentaler oder Bergkäse reicht es den Schimmel großzügig wegzuschneiden. Denn Hartkäse ist sehr trocken und salzhaltig. Da kann sich der Schimmel nur sehr schwer ausbreiten. Auch bei sehr trockener, luftgetrockneter Salami oder Schinken genügt es oberflächlich den Schimmel abzuschneiden.

Wichtig! Das gilt nur bei Käse und Wurst am Stück. Ist der Käse gerieben oder der Schinken in Scheiben geschnitten, muss alles in den Müll.

Schimmel: der Grenzfall

Ein Grenzfall ist Marmelade. Besteht sie zu mehr als der Hälfte aus Zucker, kann sich der Schimmel ebenfalls schlecht ausbreiten. Dann wäre großzügiges Abschöpfen okay. Da moderne Fruchtaufstriche aber fast immer einen hohen Fruchtanteil haben und auch das Selberkochen mit Gelierzucker 1:1 eher out ist, bleibt am Ende doch nur Wegwerfen.

Sicher ist sicher.

Das Wichtigste bei der ganzen Sache ist: am besten gar nicht erst soweit kommen lassen!

Kauft nur so viel Frisches wie ihr auch verbrauchen könnt. Geht lieber mehrmals die Woche einkaufen, als den Wocheneinkauf zu großen Teilen in die Tonne zu werfen. Das ist nicht nur teuer, auch die Vitamine leiden, wenn Obst und Gemüse zu lange gelagert werden.

Bis zum nächsten Mal,

Eure Anna


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