Gesunde Frau

PMS: Ursachen der Tage vor den Tagen

Es sind diese Tage vor den Tagen, an denen viele Frauen verzweifeln: PMS, das prämenstruelle Syndrom, löst eine ganze Reihe von Beschwerden aus, die die Zeit vor dem Einsetzen der Periode regelmäßig zur Nervenprobe werden lassen. Wir erklären, was die Wissenschaft heute über die PMS-Ursachen weiß.

PMS – das sind nur drei kleine Buchstaben, aber eine große Belastung für viele Frauen. Etwa 20 bis 40 Prozent klagen jeden Monat über eine Reihe von Beschwerden, darunter vor allem Kopf- und Unterleibsschmerzen, aber auch Stimmungsschwankungen und Niedergeschlagenheit.

Die Symptome machen sich regelmäßig nach dem Eisprung, also etwa 14 Tage vor der Menstruation, bemerkbar. Sie verschwinden wieder, sobald die Monatsblutung einsetzt. Dieser etwa zwei Wochen umfassende Zeitraum wird als Lutealphase des Menstruationszyklus bezeichnet.

PMS kann jede Frau treffen

Das prämenstruelle Syndrom kann im Prinzip jede Frau im gebährfähigen Alter treffen. Zwischen 20 und 40 Jahren und bei Frauen, die nur ein Kind zur Welt gebracht haben, tritt es am häufigsten auf. Außerdem scheint PMS bei großen hormonalen Umstellungen den meisten Ärger zu bereiten, etwa zum Zeitpunkt der ersten Monatsblutung (Menarche), kurz vor der Menopause oder nach dem Absetzen der Pille.

Im Allgemeinen stellen Ärzte die Diagnose PMS jedoch nicht bei jungen Frauen, bei denen die Periode gerade erst eingesetzt hat – obwohl bei vielen Mädchen in den ersten Jahren der Menstruation Symptome auftreten. Während einer Schwangerschaft und ab der Menopause bleiben die Beschwerden aus.

Viele Symptome, unklare Ursachen

PMS hat nicht nur rein körperliche Symptome, sondern wirkt sich auch auf die Psyche aus. Am häufigsten treten diese Symptome auf:

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Viele Frauen empfinden die Auswirkungen von PMS auf ihre Psyche als besonders belastend. Bei drei bis acht Prozent der Betroffenen sind die psychischen PMS-Symptome so schwerwiegend, dass sie Krankheitswert haben und therapiert werden müssen. In dieser Schwere wird PMS prämenstruelle dysphorische Störung genannt.

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Frau mit PMS und gedrückter Stimmung

Schlechte Laune? Wer von PMS betroffen ist, leidet häufig unter gedrückter Stimmung.

Ursachenforschung: PMS und Hormone

Trotz umfangreicher Forschung sind die genauen PMS-Ursachen noch nicht bekannt. Man weiß jedoch um viele Faktoren, die die Beschwerden beeinflussen. Es liegt auf der Hand, dass vor allem die Sexualhormone eine große Rolle spielen. Im Fokus stehen dabei die körperlichen Prozesse in der zweiten Hälfte des Zyklus, also nach dem Eisprung. Dann wird das Hormon Progesteron produziert und die Ausschüttung von Östrogen gedrosselt. Diese hormonelle Umstellung im Organismus kann mit dazu beitragen, dass sich PMS-Symptome einstellen. Wird der Übergang in die zweite Zyklushälfte und die Regelblutung durch Medikamente oder Operationen verhindert, bleiben die Symptome aus.

Ursachenforschung: PMS und das Nervensystem

Doch allein die Hormonumstellung reicht als Erklärungsansatz nicht aus. Denn: Frauen mit identischem Hormonhaushalt beklagen nicht automatisch dieselben Symptome. Es scheint ein komplexes Zusammenspiel vieler Faktoren zu sein, die dazu führen, dass PMS auftritt.

Heute geht man davon aus, dass der Hauptakteur dabei das Nervensystem ist. Seine Steuerungskreise werden durch Hormone beeinflusst: Veränderungen im Hormonhaushalt können darum auch eine Auswirkung auf die Psyche haben. Eine besondere Rolle spielt dabei das Serontonin, ein Botenstoff der Nerven (Fachbegriff: Neurotransmitter).

Im Volksmund wird es gerne Glückshormon genannt, weil es uns aktiv, fröhlich und wach stimmt. Frauen, die unter PMS leiden, klagen dagegen häufig über Niedergeschlagenheit und  Stimmungsschwankungen.

Multifaktorielle Erkrankung 

Heute wird PMS als psychoendokrine Dysfunktion verstanden, also als eine Funktionsstörung, die von der Psyche ausgeht. Gleichzeitig gilt das Syndrom als multifaktorielle Erkrankung, denn viele unterschiedliche Einflüsse entscheiden darüber, ob und in welcher Schwere es auftritt:

  • Ungesunde Ernährung
  • Genetische Veranlagung
  • Hormonelle Veränderungen im Organismus
  • Chemische Veränderungen im Organismus
  • Zu viel Stress
  • Psychische Probleme
  • Rauchen
  • Zu wenig Bewegung

Nicht alle, aber viele dieser Risikofaktoren sind vermeidbar beziehungsweise beeinflussbar. Deshalb empfehlen Experten betroffenen Frauen ein PMS-Tagebuch zu führen: Darin werden die Symptome, die in der Lutealphase auftreten, äußeren Faktoren wie Stress, Ernährung oder körperliche Aktivität gegenübergestellt, um einen möglichen Zusammenhang zu erkennen. Stellt sich heraus, dass zum Beispiel Stress ein begünstigender Faktor ist, ist es sinnvoll, sich dessen Ursachen anzusehen und zu lernen, Herausforderungen besser zu bewältigen.

> PMS und Stress