Gesunde Ernährung

Pilzkaffee: Gesunde Alternative zu Bohnenkaffee?

In den USA ist Pilzkaffee schon länger im Trend, und auch bei uns wird er zunehmend als Powergetränk gefeiert.

Mushroom Coffee aus sogenannten „Vitalpilzen“ erfreut sich gerade in immer mehr Cafés einer wachsenden Popularität. Beigetragen hat dazu unter anderem die in Finnland gegründete und in den USA ansässige Superfood-Firma Four Sigmatic. Pilzkaffee besteht nicht ausschließlich aus Pilzen, es handelt sich um einen Mix aus Instant-Kaffeepulver und pulverisierten Pilzextrakten. Daher schmeckt Mushroom-Kaffee auch nicht nach Pilzsuppe oder ähnlichem, sondern nach Kaffee. Je nach Mischung, können weitere Aromen und Zutaten hinzugefügt sein. Pilzkaffee wird wie regulärer Instantkaffee mit heißem Wasser aufgegossen.

Wir verraten, welche Pilze sich für die Kaffeezubereitung eignen, welche wertvollen Inhaltsstoffe und gesundheitlichen Vorteile man dem Mushroom Coffee gegenüber normalem Kaffee nachsagt – und wer besser die Finger davon lassen sollte.

Vitalpilze und ihre Inhaltsstoffe und Wirksamkeit

Zwar ist es wissenschaftlich nicht ausreichend nachgewiesen, dass die Pilze – und der daraus gebraute Pilz-Kaffee – eine gesundheitsfördernde Wirkung haben. Allerdings werden sie nicht nur in der Traditionellen Chinesischen Medizin und der russischen Volksmedizin schon seit Jahrhunderten als Heilmittel eingesetzt. Als Kaffeeersatz sollen ihn zum ersten Mal Finnen infolge des Kaffeemangels während des Zweiten Weltkriegs genutzt haben.

Natürlich kann man nicht jeden dahergewachsenen Pilz zu Kaffee verarbeiten. Champignons oder Steinpilze etwa sollten Sie weiterhin nur essen. Für den neuen Kaffee-Trend verwendet man in der Regel Pilz-Extrakte und -Bestandteile von sogenannten Vitalpilzen bzw. Heilpilzen. Also Sorten, die eine vitalisierende, heilsame Wirkung auf unseren Körper haben sollen. Dazu zählen insbesondere:

Der Schiefe Schillerporling oder Chaga

Der als „König der Heilpilze“ gefeierte Chaga-Pilz wächst an Birken und zwar vor allem in Russland und Finnland sowie anderen skandinavischen Ländern. Er enthält viel Zink, zahlreiche Aminosäuren sowie Eisen, Mangan, Melanin und weitere Stoffe.

In der russischen Volksmedizin wird der Chaga schon seit Jahrhunderten u.a. gegen Krebs eingesetzt. Folgende Effekte werden ihm ebenfalls zugeschrieben, auch wenn sie noch nicht eindeutig belegt sind:

  • entgiftend: Gut für Leber und Bauchspeicheldrüse
  • stärkt das Immunsystem
  • entzündungshemmend
  • blutdrucksenkend
  • Senkt den Blutzuckerspiegel – für Diabetiker also eine Alternative.
  • Hauterkrankungen wie Akne sollen besser werden.

Cordyceps oder Raupenpilz

Dieser Schlauchpilz soll unter anderem

  • Blutdruck, hohen Blutzucker und hohe Blutfettwerte senken
  • antibakteriell und entzündungshemmend sein
  • die Durchblutung verbessern und Herz-Kreislauf-Problemen entgegenwirken.
  • positive Effekte auf die Leber haben.
Chaga-Pilz in natürlicher Form und als Pulver.

Neben Cordyceps wird am häufigsten der Chaga-Pilz für Kaffee verwendet. (c) AdobeStock/FotoHelin

Glänzender Lackporling bzw. Reishi

Auch er wird gelegentlich als König der Pilze und sogar als „Pilz der Unsterblichkeit“ bezeichnet. Denn er soll

  • die Abwehrkräfte stärken
  • den Cholesterinspiegel senken
  • den Stoffwechsel anregen – geeignet, wenn Sie abnehmen bzw, Ihre Figur halten wollen.
  • bei Harnwegsinfekten helfen
  • die Lebergesundheit fördern, entgiften
  • entzündungshemmend sein aufgrund des hohen Gehalts an Triterpenen
  • Die Triterpene bremsen die Ausschüttung an Histamin, so dass sie allergischen Reaktionen vorbeugen können.

Igel-Stachelbart

auch bekannt als Hericium, Löwenmähne oder Pom Pom Blanc. Der Edelpilz schmeckt fruchtig und wird in der Küche gerne zu Fischgerichten gereicht.

  • Er enthält zahlreiche Mineralien und Ballaststoffe, Vitamine und wichtige Aminosäuren.
  • Auffällig ist sein großer Gehalt an Eiweiß.
  • Der Igel-Stachelbart soll die Konzentration und Gedächtnisleistung stärken.
  • Er wirkt antibakteriell und antioxidativ.
  • Er sorgt für ein gesundes Nervensystem.

Vorteile gegenüber Bohnenkaffee

Egal ob Cordyceps, Chaga bzw. Schiefer Schillerporling, der hier nicht weiter beschriebene Agaricus oder Reishi-Pilz: Kaffee aus Pilzen hat Kaffee, der ausschließlich aus Kaffeebohnen besteht, einiges voraus:

  • Das Pulver ist löslich und kann in Milch oder Wasser aufgelöst werden. Es sind also weder Filter noch eine Kaffeezubereitungsmaschine nötig.
  • Der Kaffee ist belebend und trotzdem beruhigend. Er kann also auch abends getrunken werden, ohne dass man Angst haben muss, nicht schlafen zu können.
  • Er ist weniger bitter
  • Er hat weniger Nebenwirkungen von Koffein, da er viel weniger davon enthält.
  • Für Menschen mit empfindlichen Magen geeignet, denn die Säure ist nicht so aggressiv zur Schleimhaut. Der Grund dafür sind die Antioxidantien
  • Er ist besser für die Verdauung

Das gibt es vor dem Verzehr von Pilzkaffee zu beachten

Mushroom Coffee ist nicht für jeden geeignet. Wenn Sie etwa Allergiker sind, Blutgerinnungsstörungen oder eine Autoimmunkrankheit haben, sollten Sie mit einem Arzt abklären, ob Sie gelegentlich eine Tasse Pilz-Kaffee von Four Sigmatic oder einer anderen Marke trinken können. Für alle anderen gilt: Einfach mal ausprobieren!

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