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Nickelallergie – Darauf müssen Sie wirklich achten

Die Nickelallergie ist die häufigste Kontaktallergie in unseren Breitengraden. Sie beschert den Betroffenen oft unangenehmen Juckreiz, ist aber im Grunde harmlos – wenn Sie wissen worauf Sie achten müssen. Dabei sind Schmuck und Geld heutzutage gar nicht mehr das Problem. Wir verraten, wo Nickel überall enthalten ist.

Nickel ist als Spurenelement in unserem Körper vorhanden und kommt auch in der Umwelt weit verbreitet vor. So wird es zum Beispiel vor allem in der Industrie als  Legierung verschiedener Metalle verwendet. Gleichzeitig ist die Nickelallergie die häufigste Kontaktallergie im europäischen Raum – Millionen Menschen sind von dieser Allergie betroffen.

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Schweiß ist das Problem

Viele Menschen mit Nickelallergie wollen sich schützen, indem sie es vermeiden Münzgeld anzufassen. Dabei ist das gar kein Problem – solange Sie nicht schwitzen! In den Münzen ist tatsächlich Nickel verarbeitet, aber erst der leicht saure menschliche Schweiß löst die Nickel-Ionen aus dem Geld. Haben Sie also trockene Hände, können Sie Münzgeld (zumindest kurz zum Bezahlen) recht bedenkenlos anfassen. Schwitzen Ihre Hände jedoch stark, sollten Sie es tatsächlich vermeiden Geldstücke zu berühren.

Raucher sind besonders gefährdet

Bei einer Nickelallergie denken die meisten daran, vorsichtig im Umgang mit Münzgeld oder Schmuck zu sein. Auch Gürtelschnallen waren früher ein typisches Problem, welches schnell eine allergische Reaktion hervorrufen konnte. Doch schon seit 2001 gibt es eine EU-Verordnung, welche die Verwendung von Nickel in sämtlichen Gegenständen drastisch eingrenzt. Seitdem ist die allergische Reaktion auf Schmuck, Reißverschlüsse, Knöpfe, Handys, Gürtelschnallen und viele weitere Accessoires deutlich gesunken.

Nickelallergie

Wer eine Nickelallergie hat, sollte besser nicht zum Glimmstängel greifen. (c) mbruxelle / Fotolia

Ein viel größeres Problem ist der Zigarettenrauch. Kaum jemand weiß es, aber in Zigarettenrauch ist sehr viel Nickel enthalten. Folglich kann nicht nur das Rauchen selbst, sondern auch schon das „Passiv-Rauchen“ eine Hautreaktion wie Pickel oder Juckreiz auslösen. Haben Sie also eine Nickelallergie (und aus vielen weiteren gesundheitlichen Gründen), sollten Sie besser nicht rauchen und sich auch dem Zigarettenqualm nicht aussetzen.

Bier und Wein enthalten ebenfalls sehr viel Nickel und können ein häufiger Auslöser einer Abwehrreaktion des Körpers sein. Auf diese Genussmittel sollten Menschen mit Nickelallergie folglich besser verzichten.

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Kaffee und Tee enthalten Nickel

Ebenfalls ein Problem mit Nickel kann es beim Trinken (und Anfassen!) von Kaffee oder schwarzem Tee geben, denn beides enthält Nickel. Eigentlich kommt Nickel in sehr vielen Nahrungsmitteln vor, aber bei starkem schwarzen Tee und Kaffee ist der Anteil besonders hoch. Deshalb sollte bei einer ausgeprägten Nickelallergie auf beides verzichtet werden. Sollten Sie sich hin und wieder einen Tee gönnen, sollten Sie es vermeiden, die Teeblätter direkt zu berühren. Das kann zu Juckreiz oder Hautausschlag führen.

Darüber hinaus befindet sich Nickel in Obst, Gemüse, Kartoffeln und vielen weiteren Grundnahrungsmitteln. Unser Körper braucht jedoch ein wenig Nickel, um Eisen aus Lebensmitteln besser aufnehmen zu können. Daher können die meisten Allergiker all diese Lebensmittel bedenkenlos konsumieren. Nur bei einer sehr ausgeprägten Nickelallergie sollte eine nickelarme Ernährung angestrebt werden. Dies sollten Sie aber mit Ihrem Arzt besprechen.

Der Teufel steckt im Detail

Nicht nur Nahrungsmittel, sondern schon die Zubereitung von Essen kann zu einer Abwehrreaktion des Körpers führen: Alte Töpfe aus rostfreiem Stahl oder Edelstahl können beispielsweise Nickel abgeben. Es gilt hier das gleiche Prinzip wie beim Körperschweiß: Die Säure in den Lebensmitteln löst die Nickel-Ionen aus dem Kochgeschirr. Deshalb empfiehlt es sich, saure Lebensmittel wie Sauerkraut oder Rhabarber nur in Porzellangeschirr zu servieren.

Leiden Sie unter einer starken Nickelallergie, haben Sie heftigen Ausschlag oder starken Juckreiz, sollten Sie unbedingt Ihren Hausarzt oder Hautarzt aufsuchen, um die Symptome abzuklären. Gleiches gilt bei einem Verdacht auf eine Nickelallergie. Mit einem Epikutantest (Pflaster- oder Patchtest) kann nachgewiesen werden, ob Sie mit Ihrer Vermutung richtigliegen.

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