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Neue Studie: Spermien gegen Krebs?

Forschern ist es gelungen, Samenzellen als Transportmittel zu nutzen, um darin Medikamente zu Tumoren zu schleusen. Könnten bald Spermien gegen Krebs helfen?

Hauptsächlich liegt es an der Verbindung der beiden Schlagwörter „Krebs“ und „Sperma“, dass es die Studie „Sperm-Hybrid Micrometer for Targeted Drug Delivery“ aus den wissenschaftlichen Fachmagazinen in die tagesaktuellen Medien geschafft hat. Mit Spermien gegen Krebs am Gebärmutterhals vorgehen. Das klingt bizarr und gleichzeitig verheißungsvoll. Doch was können Sie von dieser Forschungsarbeit erwarten?

Forscher des Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden und der Technischen Universität Chemnitz haben die Studie im Fachmagazin „ACS Nano“ veröffentlicht. Sie berichten, dass es ihnen gelungen ist, Spermien als Transportvehikel zu benutzen. Sie beluden sie mit einem Chemotherapeutikum, rüsteten sie mit Mikromotoren aus und schickten sie auf Tumorzellen los.

Die Idee hinter diesem Vorgehen klingt so einfallsreich wie einleuchtend: Spermien sind sehr beweglich und von Natur aus so konzipiert, dass sie tagelang in der Gebärmutter überleben können. Dort sollen sie in eine andere Zelle eindringen – üblicherweise in die weibliche Eizelle. Die Forscher konnten die Samenzellen für die Studie so umprogrammieren, dass sie stattdessen in die Krebszellen eindrangen. Dafür koppelten die Forscher sie mit den Mikromotoren und steuerten sie magnetisch.

Wie können Spermien gegen Krebs helfen?

  • Samenzellen können ihre heilende Fracht direkt vor Ort abgeben und gegen den Tumor vorgehen.
  • Eine Chemotherapie könnte dadurch effektiver werden und weniger Nebenwirkungen zeigen.

In Vitro, also im Reagenzglas, funktionierte das Prinzip, allerdings mit Rinderspermien und Tumorzellkulturen. Bis Krebspatientinnen davon profitieren, kann es noch Jahre der Entwicklung dauern.

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Bei einer Eileiterschwangerschaft nistet sich das befruchtete Ei nicht in der Gebärmutter ein, sondern im Eileiter.

Die geleiteten Spermien können Tumore an der Gebärmutter angreifen.

Früherkennung hilft gegen die Tumoren

Bösartige Tumoren am Gebärmutterhals, auch Zervixkarzinome genannt, gehören zu den häufigsten weiblichen Krebsleiden. Rund 4.500 Frauen erkranken in Deutschland pro Jahr und 2.500 sterben daran. In den letzten 30 Jahren ist die Zahl der Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs deutlich zurückgegangen. Grund sind die jährlichen Früherkennungsuntersuchungen, durch die der Gynäkologe Zellveränderungen am Muttermund frühzeitig entdecken kann. Im frühen Stadium erkannt, lässt sich der Tumor oft erfolgreich behandeln. Die Krankheitshäufigkeit variiert mit dem Lebensalter. Besonders oft betroffen sind Frauen zwischen 40 und 59 Jahren.

Als wichtigster Risikofaktor gilt die Infektion mit bestimmten Humanen Papillomviren (HPV). Sie umfassen eine große Gruppe verschiedener Typen. Einige verursachen auch Warzen an der Haut, im Genitalbereich und hauptsächlich übertragen sie sich bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Allerdings erkranken nur etwa drei Prozent der Frauen, die mit Papillomviren infiziert sind, tatsächlich an dem Zervixkarzinom.

Impfung gegen Humane Papillomviren

Seit einigen Jahren gibt es eine Impfung gegen HPV. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt sie allen jungen Mädchen zwischen neun und 14 Jahren, also bevor sie sexuell aktiv werden. Eine kürzlich erschienene Überblicksstudie, die 26 Studien mit insgesamt mehr als 70.000 Frauen auswertete, zeigte: Eine HPV-Immunisierung im Alter zwischen 15 und 26 Jahren schützt junge Frauen gut vor Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs. Es gab keine Hinweise darauf, dass die Impfung schwere Nebenwirkungen hat und etwa das Risiko für Fehlgeburten erhöht.