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Nesselsucht: Was hilft gegen juckende Haut?

Rötungen, Quaddeln und ein starker Juckreiz der Haut: Eine Nesselsucht beeinträchtigt das Leben vieler Betroffener erheblich. Meistens halten die Beschwerden nur kurze Zeit an. Wodurch eine Nesselsucht ausgelöst wird und wie sich die Hauterkrankung eindämmen lässt, verraten wir hier.

Die charakteristischen Rötungen und Schwellungen bei der Nesselsucht sind vergleichbar mit den Hautirritationen, die durch den Kontakt mit Brennnesseln entstehen. Vom lateinischen Wort Urtica – die Brennnessel – abgeleitet, wird die krankhafte Hautreaktion daher fachsprachlich als Urtikaria bezeichnet. Die Nesselsucht ist an ihren mückenstichartigen Quaddeln zu erkennen.

Was ist eine Nesselsucht?

Bei der Nesselsucht werden bestimmte Regionen der Haut stark gereizt und entzünden sich – es bildet sich ein plötzlicher Ausschlag auf den betroffenen Stellen. Am Anfang rötet sich die Haut und fängt an stark zu jucken. Danach bilden sich in der Regel kleine Hügel an der Hautoberfläche, die mit Mückenstichen vergleichbar sind. Aus den manchmal nur millimetergroßen Erhebungen können sich auch oft dicke Quaddeln und Hautschwellungen bilden.

Im schlimmsten Fall bleibt es nicht nur bei dem quälenden Juckreiz, die Krankheit kann auch einen brennenden Schmerz verursachen. Das An- und Abschwellen der Quaddeln erfolgt meist innerhalb von 24 Stunden. Bricht die Nesselsucht erneut aus, dann oft an direkt benachbarten Körperstellen.

Eine regelmäßige Aufzeichnung der Beschwerden (Nesselsucht-Tagebuch) kann dem Arzt dabei helfen, die Krankheit festzustellen und eine bestmögliche Therapie auszusuchen. In manchen Fällen ist es auch ratsam, die Hautschwellungen und geröteten Körperpartien zu fotografieren, da sie in nur wenigen Stunden wieder verblassen und dem Arzt unter Umständen nicht zeitnah gezeigt werden können.

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So lässt sich eine Nesselsucht behandeln

Meistens verschwinden die akuten Beschwerden einer Nesselsucht auch ohne Behandlung innerhalb von wenigen Stunden oder im Laufe eines Tages wieder. Daher ist eine ärztliche Behandlung in den meisten Fällen nicht erforderlich. Dennoch kann die Diagnose durch einen Arzt sinnvoll sein.

Zudem ist ein Arztbesuch ratsam, wenn die Beschwerden regelmäßig auftreten und schließlich auch psychische Beeinträchtigungen wie zum Beispiel Schlafmangel, Konzentrationsschwäche oder sogar Depressionen auftreten.

Zumeist erfolgt dann eine Behandlung durch den Arzt mittels Antihistaminika oder Cortisol. Die Medikamente können langfristig auftretende Symptome der Nesselsucht lindern und unterdrücken.

plötzlich juckende Haut

Plötzlich gereizte Haut ist ein typisches Symptom der Nesselsucht. (c) Colourbox

 Was sind die Auslöser für eine Nesselsucht?

Die Ursache einer Nesselsucht lässt sich daher nur selten bestimmen. Nach Meinung der Experten erkrankt jeder vierte Erwachsene einmal in seinem Leben an Nesselsucht, jedoch ohne dass die Ursache genau bestimmt werden kann.

Wir haben hier jedoch einmal typische Auslöser zusammengetragen:

  • Bestimmte Medikamente (z.B. Antibiotika)
  • Nahrungsmittel und deren Zusätze
  • Starke Wärme oder Kälte
  • Psychischer Stress
  • Sonnenstrahlen oder Wasser auf der Haut
  • Schweißbildung
  • Hautkontakt mit bestimmten Textilien oder Tierhaaren
  • Körperliche Überbelastung

In manchen Fällen können auch chronische Infekte im Körper, die ansonsten beschwerdefrei verlaufen und somit zunächst unentdeckt bleiben, zu einer Nesselsucht führen.

Nesselsucht ist eine häufige Hautkrankheit

Nesselsucht zählt zu den häufigsten Hautkrankheiten weltweit, allein in Deutschland leiden rund 800.000 Menschen an chronischer Nesselsucht. Dabei können alle Hautstellen akut betroffen sein: Die Nesselsucht kann an den Handflächen, am Hals oder der Rückenpartie sowie an den Waden und Oberschenkeln auftreten.

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