Beauty & Wellness

Naturkosmetik zum Selbermachen – eine nachhaltige Alternative

Handelsübliche Kosmetikprodukte enthalten oftmals Parabene, Silikone, synthetische Konservierungs-, Farb- oder Duftstoffe, die Ihren Körper belasten können und im Verdacht stehen, Krebs zu erregen. Wenn Sie darauf verzichten und zugleich ökologisch nachhaltigere Kosmetik nutzen möchten, können Sie mit Hilfe weniger Zutaten Ihre eigenen Pflegeprodukte herstellen.

Etwas mit den eigenen Händen herzustellen, kann äußerst befriedigend sein. Dadurch haben Sie kleine Erfolgserlebnisse und sind am Ende stolz auf Ihr eigenes Werk. Der Fantasie und Experimentierfreude sind dabei keine Grenzen gesetzt. Auch als Geschenk für Freunde und Familie sind solche DIY-Produkte herrlich geeignet.

Mit selbst hergestellter Kosmetik können Sie außerdem sehr viel Geld sparen. Die üblichen Kosmetikartikel aus dem Einzelhandel sind häufig teurer als die Anschaffung einzelner Inhaltsstoffe fürs Selbermachen.

Die Grundlagen

Bei der Herstellung sind drei Faktoren von besonderer Bedeutung:

  • Passende Wirkstoffe
  • Qualität der Rohmaterialien
  • Hygienische Verarbeitung, um eine lange Haltbarkeit und Keimfreiheit zu gewährleisten

Die richtigen Wirkstoffe

Selbstgemachte Pflegeprodukte lassen sich individuell auf Ihre eigenen Bedürfnisse anpassen. Soll das Produkt Feuchtigkeit spenden oder Entzündungen entgegenwirken? Welche Wirkung soll erzielt werden? Die Vielfalt an Ölen, Pflanzen und anderen Zutaten können Sie erstmal überfordern. Daher gilt: Einzelne Wirkstoffe recherchieren und anschließend experimentieren.

Öle auswählen

Arganöl, Walnussöl und Sonnenblumenöl gehören zu den trocknenden Ölen und eignen sich daher besonders gut für fettige Haut. Nichttrocknende Öle wie Olivenöl, Kokosöl und Rapsöl helfen gegen trockene Haut und für normale und Mischhaut sind halbtrocknende Öle wie Aprikosenkernöl und Sesamöl zu empfehlen.

Hydrolate statt ätherischer Öle

Im Gegensatz zu den intensiv duftenden ätherischen Ölen können Sie bei der Herstellung von Cremes, Gesichts-, Mund- oder Rasierwasser, Deos, Gels, Körper- und Raumsprays auch Hydrolate nutzen. Diese bestehen aus 100% reinem Pflanzen- bzw. Blütenwasser und haben einen festen Platz in der medizinischen Heilkunde und Aromatherapie. Sie wirken deutlich milder als ein vergleichbares ätherisches Öl und enthalten Mikronährstoffe der verwendeten Pflanzen, die von der Haut aufgenommen werden

Weitere mögliche Inhaltsstoffe

Bienenwachs ist beispielsweise eine sehr verträgliche Fettkomponente und besteht zu 35 bis 70 % aus Fettsäureester. Es wird als Konsistenzgeber und schwacher Emulgator in Salben, Cremes und Lippenstiften usw. eingesetzt und bildet einen zarten Schutzfilm auf der Haut, der besonders bei trockener, spröder und gereizter Haut entspannend wirkt.

Bisabolol ist pflanzlichen Ursprungs, hat entzündungshemmende, wundheilungsfördernde und hautberuhigende Eigenschaften und besitzt kein allergenes Potential.

Sheabutter reguliert optimal den Feuchtigkeitshaushalt der Haut und bewahrt sie so vor dem Austrocknen.  Sie enthält wertvolle Phytosterole, Antioxidantien sowie Fettsäuren, die die Hautbarriere stärken.

Grüntee-Extrakt hilft beispielsweise bei geschwollenen Augen und Aloe Vera spendet Feuchtigkeit.

Nachhaltigkeit

Überlegen Sie sich gut, welche Zutaten und Öle Sie für Ihre Naturkosmetik verwenden möchten. Manche Öle, wie Arganöl oder Avocadoöl sind zwar gut für die Haut, wegen der aufwändigen Produktion und den langen Transportwegen jedoch nicht unbedingt besonders nachhaltig.

Hygienische Verarbeitung

Die einzelnen Inhaltsstoffe sollten Sie unter keinen Umständen zu lange offenstehen lassen. Das Fehlen von Konservierungsmitteln klingt toll, aber dies bedeutet, dass die Produkte nur begrenzt haltbar sind. Ungekühlt sind DIY-Produkte bei Zimmertemperatur ungefähr eine Woche haltbar, im Kühlschrank etwa doppelt so lange. Selbst hergestellte Produkte sollten Sie daher am besten zügig aufbrauchen.

Sinnvoll ist es, kleinere Portionen herzustellen und nach Bedarf nachzuproduzieren. Dies gibt Ihnen auch die Möglichkeit, bei den verschiedenen Rezepturen zu experimentieren. Bei der Herstellung sollten Sie unbedingt auf eine keimfreie Umgebung achten. Saubere Hände bzw. Latexhandschuhe sind notwendig, um das Produkt nicht zu verkeimen. Instrumente, Arbeitsfläche und Behältnisse müssen so sauber wie möglich sein. Ggf. sollten Sie diese desinfizieren oder mit heißem Wasser abkochen.

Um mögliche Allergien und Hautunverträglichkeiten vorzubeugen, sollten Sie das Produkt unbedingt vorher am Armrücken testen.

Eincremen hilft

Naturkosmetik ohne Duftstoffe ist meist auch für Allergiker geeignet. (c) pictworks / Fotolia

BASIS REZEPT für Hautcreme

Für ca. 50 Gramm Hautcreme benötigen Sie folgende Zutaten:

  • 15 ml Pflanzenöl z.B. Arganöl, Traubenkernöl oder Distelöl
  • 3 Gramm eines Emulgators auf pflanzlicher Basis
  • 1-2 Gramm Bienenwachs bzw. die vegane Alternative Carnaubawachs  oder 2 Gramm Sheabutter  bzw. Kakaobutter
  • 30 Milliliter destilliertes Wasser oder Pflanzenwasser wie z. B. Orangenblüten- oder Rosenblütenwasser.
  • Bspw. ein paar Tropfen ätherische Öle 

Benötigte Utensilien:

  • Topf
  • Thermometer
  • Pürierstab
  • Leeres Gefäß zum Abfüllen
  • Zwei hitzebeständige Schalen für das Wasserbad
  • Alkohol und Essigreiniger zum Säubern und Desinfizieren

1. Schritt

  1. 250 ml Wasser köcheln lassen und anschließend eine hitzebeständige Schale daraufstellen.
  2. Geben Sie den Konsistenzgeber (Bienenwachs, Kakao- oder Sheabutter oder Carnaubawachs) hinein und lassen Sie ihn langsam im Wasserbad schmelzen.
  3. Anschließend wird der Emulgator und das Öl zum geschmolzenen Bienenwachs gegeben.
  4. Sobald die Mischung flüssig ist, den Topf von der Herdplatte nehmen und auf 40 Grad abkühlen lassen.

2. Schritt

  1. Destilliertes Wasser/Pflanzenwasser oder ggf. eine Mischung aus Beidem, in der zweiten, hitzebeständigen, sauberen Schale im Wasserbad erwärmen.
  2. Die Inhalte beider Schalen sollten jeweils eine Temperatur von ungefähr 40 Grad haben.
  3. Wenn die Temperatur stimmt, wird der Inhalt der zweiten Schale in die erste Schale gegeben und umgerührt.
  4. Mit dem Pürierstab wird solange gemixt bis sich Wasser und Fett gut miteinander verbunden haben. Haben die beiden Komponenten nicht die richtige Temperatur oder wurden nicht lang genug gemischt, kann es passieren, dass sie sich nicht optimal verbinden und sich Wasser absetzt.
  5. Die Mischung ist fertig, wenn sie eine cremige Konsistenz hat.
  6. Nach Belieben kann auch eine persönliche Duftnote mit Hilfe von ätherischen Ölen verliehen werden.
  7. Die nun fertige Handcreme sollte jetzt noch mit einem sterilen Löffel in einen keimfreien Behälter gefüllt und mit einem Herstellungsdatum beschriftet werden.

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