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Meningokokken: So schützen Sie sich vor der Infektion

Meningokokken sind in Deutschland die häufigsten Auslöser für eine bakterielle Hirnhautentzündung oder eine Blutvergiftung. Vor allem Säuglinge, Kleinkinder und Jugendliche sind betroffen. Dabei gibt es einen guten Schutz.

Jedes Jahr stecken sich in Deutschland etwa 350 Personen mit den lebensbedrohlichen Bakterien an. Vor allem die Erreger der Serogruppe A sorgen immer wieder für große Epidemien.

Was sind Meningokokken?

Meningokokken (auch Neisseria meningitidis) sind Bakterien. Sie können eine bakterielle Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis) verursachen. In einigen Fällen treten beide Erkrankungen gleichzeitig auf. Eine Infektion mit Meningokokken ist eine schwere Erkrankung. Sie kann innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden. Meningokokkeninfektionen gibt es in Deutschland zum Glück selten. Pro eine Million Einwohner erkranken im Jahr durchschnittlich vier Menschen. Im Winter tritt die Krankheit häufiger auf als im Sommer. Besonders gefährdet sind Kinder unter fünf Jahren und Jugendliche.

Wie werden Meningokokken übertragen?

Die Erreger werden häufig über Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen. Also beispielsweise durch Niesen, Husten oder anderen engen Kontakt (zum Beispiel Küssen). In der Luft sterben die Meningokokkenerreger meist schnell ab. Eine erhöhte Gefahr sich anzustecken besteht bei schlechten hygienischen Verhältnissen, beengten Wohnverhältnissen oder einer geschwächten Abwehr. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch vergehen in der Regel drei bis vier Tage. Erste Anzeichen sind grippeähnliche Symptome. Weitere Anzeichen sind:

  • starke Kopfschmerzen
  • hohes Fieber
  • Übelkeit
  • Lichtempfindlichkeit
  • Nackensteifheit
  • punktförmige Hautblutungen

Bei Säuglingen und Kleinkindern sind die ersten Symptome schwer zu deuten. Neben Fieber, Krämpfen, Erbrechen, Reizbarkeit oder Schläfrigkeit ist bei Säuglingen eine vorgewölbte oder harte Fontanelle ein erstes Anzeichen. Gehen Sie mit Ihrem Kind sofort zum Kinderarzt oder ins Krankenhaus, wenn Sie eine Erkrankung befürchten.

Säugling beim Kinderarzt

Tritt bei Säuglingen der Verdacht auf Meningokokken auf: Sofort zum Arzt. (c) colourbox


Wie gefährlich ist eine Meningokokkeninfektion?

Eine Meningokokkeninfektion ist sehr gefährlich. 70 Prozent enden in einer Gehirnhautentzündung. Ein Drittel der Erkrankten bekommt eine bakterielle Blutvergiftung. Acht Prozent der Betroffenen erkranken an beidem. Bei einer Gehirnhautentzündung sind Lähmungen, Krampfanfälle und Schäden des Innenohres bis hin zur Taubheit möglich. Bei Kindern kann es außerdem zu Entwicklungsstörungen kommen. Eine Komplikation, die bei einer Blutvergiftung auftreten kann, ist der septische Schock (Waterhouse-Friedrichsen-Syndrom). Mögliche Spätfolgen einer Blutvergiftung sind schwere Organschäden und im schlimmsten Fall die Amputation eines Körperteils.

7,1 Prozent der Erkrankten sterben durchschnittlich trotz guter medizinischer Versorgung, wenn sie an Meningokokken erkranken.

Wie werden Meningokokken behandelt?

Die Infektion muss stationär im Krankenhaus mit Antibiotika behandelt werden, da häufig Komplikationen auftreten. Der Erkrankte wird 24 Stunden lang isoliert. Um eine Ansteckung zu verhindern, sollten enge Kontaktpersonen ebenfalls vorbeugend mit Antibiotika behandelt werden.

Wie kann ich mich vor Meningokokken schützen?

Wegen der Schwere der Erkrankungen empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) seit 2006, alle Kinder im zweiten Lebensjahr gegen Meningokokken C zu impfen. Älteren Kindern und Erwachsenen empfiehlt die STIKO, die Impfung nachzuholen.

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