Medizin aktuell

Masken richtig desinfizieren und pflegen

In Zeiten der Corona-Pandemie ist es in Deutschland Pflicht, zum Beispiel beim Einkaufen eine Maske zu tragen. Da professionelle Masken knapp und teuer sind, fragen sich viele, wie sie ihre Masken richtig desinfizieren und pflegen, um sie wiederverwenden zu können.

Professionelle Atemschutzmasken, OP-Masken oder selbstgemachte Exemplare aus Stoff – im Supermarkt oder Bus muss nun jeder Mund und Nase bedecken. Dabei schützt der Großteil der Masken-Modelle weniger Sie selbst, als vielmehr Ihre Umwelt. Wenn Sie husten oder niesen, bleiben nämlich die meisten Tröpfchen in Ihrer Maske hängen.

Die These ist, dass wenn alle eine tragen, alle voreinander geschützt sind. Tatsächlich helfen sie aber nur gegen das Corona-Virus, wenn Sie Ihre Masken richtig desinfizieren und pflegen.

Masken richtig desinfizieren und pflegen: die OP-Maske

Die Einweg-Maske besteht aus dünnem Papiervlies in Weiß, Grün oder Blau. Chirurgen und Assistenten tragen sie, um ihre Patienten auf dem Operationstisch nicht mit Erregern zu infizieren. Sie filtert bis zu 80 Prozent sowohl größere als auch kleinere Partikel aus der Luft. Im OP-Bereich muss die Maske mindestens alle zwei Stunden gewechselt werden.

Wenn Sie solche Exemplare benutzen, sollten Sie sie bestenfalls auch nur einmal tragen. Allerdings sind die Einweg-Masken knapp, weswegen der Wunsch besteht, die Ressource zu schonen. Dafür gibt es Empfehlungen des Robert Koch-Instituts:

  • Waschen Sie sich sorgfältig die Hände mit Seife oder tragen Sie Einmal-Handschuhe, bevor Sie die Maske auf- oder absetzen.
  • Fassen Sie die Maske nur an den Gummis an, berühren Sie nicht das Papiervlies. Schieben Sie sie auch nicht zwischendurch auf die Stirn oder das Kinn.
  • Trocknen Sie die Maske nach dem Tragen an der frischen Luft, nicht in einem geschlossenen Behälter. Vermeiden Sie, dass das Vlies Oberflächen berührt und Erreger annimmt oder abgibt.
  • Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte(BfArM) empfiehlt, durchfeuchtete Vlies-Maske bei 90 Grad für 90 Minuten in den Backofen zu legen, um Viren abzutöten.
  • Laut einer US-Studie sterben die Viren in Ihrer Vliesmaske auch in der Mikrowelle ab. Legen Sie sie mit der Außenseite nach unten auf zwei Gefäße mit jeweils 50 Milliliter lauwarmem Leitungswasser, so dass sie nicht nass wird. Erhitzen Sie die Mikrowelle bei 750 Watt zwei Minuten lang. Der Wasserdampf reinigt die Maske, ohne die Filterwirkung zu beeinträchtigen. Das gilt allerdings nur für Masken ohne Metalleinlage. Die müssten Sie vorher entfernen.
  • Kennzeichnen Sie den Mund-Nasen-Schutz, damit es keine Verwechslung mit den Exemplaren anderer Mitglieder Ihres Haushalts gibt.
  • Benutzen Sie keine Desinfektionsmittel für die Maske, sie einzuatmen könnte Ihnen schaden.
  • Entsorgen Sie die OP-Maske in einem geschlossenen Behälter, also einem Mülleimer mit Deckel.

Masken richtig desinfizieren und pflegen: die professionelle Atemschutzmaske

Professionelle Atemschutzmasken mit integriertem Filter schützen Sie sogar vor minimalen Tröpfchen, sogenannten Aerosolen, vor Rauch und Feinstaub. Eine europaweite Norm setzt das Rückhaltevermögen der Masken fest: FFP1 bis FFP3. FFP bedeutet „Filtering Face Piece“, also Filtermaske. Masken vom Standard FFP1 filtern mindestens 80 Prozent der Partikel, FFP2 schafft 94 Prozent, FFP 3 hält 99 Prozent ab. Damit Sie sich vor dem Coronavirus schützen, sind mindestens Masken der Klasse FFP2 notwendig

Die Filtermasken sind darauf ausgerichtet, dass Sie sie mehrere Tage tragen können. Um sie möglichst sauber zu halten, gilt:

  • Maske nur an den Gummis berühren, Hände davor gründlich waschen.
  • Nach dem Tragen an einem luftigen Ort trocknen, keine Oberflächen damit in Berührung bringen.
  • Wenn Sie die Maske nach mehrmaligem Tragen reinigen wollen, gehen Sie gemäß der Gebrauchsanweisung vor.
  • FFP-Masken nicht im Backofen sterilisieren. Sie enthalten einen Kunststoff-Filter, der bei hohen Temperaturen schmilzt und nicht auswechselbar ist.
  • Vorsicht auch bei der Reinigung in der Mikrowelle: Masken mit Drahtbügeln gehören dort auf gar keinen Fall hinein – sonst droht Brandgefahr.

Masken richtig desinfizieren und pflegen: die selbstgebastelte Maske

Selbstgenähte oder gebastelte Masken, sogenannte Community-Masken, haben zwar nicht den gleich hohen Schutz wie die professionellen. Doch können sie den Tröpfchenauswurf reduzieren, wenn Sie sprechen, husten oder niesen. Zudem schonen sie die Umwelt und Ihren Geldbeutel.

  • Wenn Sie sich eine Maske selbst nähen oder basteln, wählen Sie einen robusten Stoff.
  • Dann können Sie Ihr Exemplar in der Waschmaschine bei mindestens 60 Grad waschen. 90 Grad sind nicht notwendig, weil Tenside im Vollwaschmittel die Schutzhülle der Viren zerstören und sie somit handlungsunfähig machen.
  • Alternativ können Sie Ihre Masken auch in einer Lauge aus kochendem Wasser und Vollwaschmittel im Waschbecken oder einem Topf reinigen. Mit einem Kochlöffel im Wasser hin und her wenden. Danach ausspülen und zum Trocknen aufhängen.
  • Nach dem Waschen sollten Sie Ihre Stoffmaske bügeln. Stellen Sie Ihr Bügeleisen auf eine möglichst hohe Temperatur. Das tötet ebenfalls Viren ab.
  • Auch in der Mikrowelle ist es theoretisch möglich, einen Behelfs-Mund-Nasen-Schutz (ohne Metalleinlage) zu erhitzen und somit die Viren abzutöten. Gehen Sie dabei vor wie bei den OP-Masken beschrieben.