Asthma & Lunge

Was ist ein Lungenemphysem?

Die Lunge erfüllt eine für unseren Körper lebenswichtige Aufgabe, indem sie ihn mit Sauerstoff versorgt und so die Funktionen von Organen und Gewebe sicherstellt. Bei einem Lungenemphysem können diese Vorgänge stark beeinträchtigt werden. Erfahren Sie hier mehr dazu.

Die Lunge verfügt über Lungenbläschen, die sogenannten Alveolen. Diese sorgen für einen reibungslosen Gasaustausch in der Lunge. Sie leiten unter anderem den Sauerstoff aus der Luft in die Blutgefäße, der wiederum an die Organe abgegeben wird. Mithilfe dieser Lungenbläschen wird auch der verbrauchte Sauerstoff, das Kohlendioxid, wieder ausgeatmet. Kommt es zu einem Lungenemphysem, werden die Bläschen geschädigt und deren Wände stufenweise abgebaut.

Was passiert bei einem Lungenemphysem?

Bei gesunden Menschen beträgt die Fläche, die den Lungenbläschen im ausgebreiteten Zustand zur Verfügung steht, etwa 200 m². Bei Patienten, die unter einem Lungenemphysem leiden, reduziert sich diese jedoch nach und nach, sodass die Sauerstoffversorgung gestört wird und nicht mehr ordnungsgemäß funktionieren kann. Die kleinen Bronchien, die zu den Lungenbläschen führen, fallen in sich zusammen und es kommt zu einer Überblähung der Lunge.

Die noch intakten kleinen Bläschen fügen sich zu größeren Blasen zusammen, in denen sich anschließend die Atemluft ansammelt. Aufgrund des angestauten Sauerstoffgehalts kommt es zu Atemnot und der Sauerstoffgehalt im Blut nimmt ab. Bei einem Emphysem wird immer mehr Lungengewebe abgebaut, was zu einer verringerten Fläche für den Gasaustausch führt.

Lungenemphysem: Die Ursachen

Eine der Hauptursachen für ein Emphysem ist Rauchen. Das Gleichgewicht zwischen den Eiweißstoffen, die das Lungengewebe schützen oder es abbauen wird durch die schädlichen Giftstoffe gestört. Es entsteht ein Ungleichgewicht, wodurch der Anteil an Eiweißen überwiegt, die für den Abbau des Gewebes verantwortlich sind. Doch neben dem Konsum von Nikotin gibt es weitere Risikofaktoren, die das Entstehen eines Lungenemphysems begünstigen können:

  • chronische Bronchitis
  • wiederkehrende Lungenentzündung
  • erbliche Veranlagung
  • Schadstoffe (Staub, Abgase etc.)

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Zu den verschiedenen Emphysem-Formen gehören:

  • COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)

Diese Erkrankung der Lunge ist auch die häufigste Form eines Emphysems und wird durch Rauchen verursacht.

  • Altersemphysem

Hierbei handelt es sich um eine spezielle Art des Emphysems, das jedoch nicht als Krankheit bezeichnet wird, da es sich um eine altersbedingte Begleiterscheinung handelt. Es tritt keine starke Atemnot auf, die Lunge wird lediglich weniger dehnbar und elastisch.

  • Alpha-1-Protease-Inhibitor-Mangel

Dieses Lungenemphysem entsteht durch einen Mangel an Gewebe-schützendem Eiweiß, der angeboren ist.

  • Überdehnungs- und Narbenemphysem

In den meisten Fällen ist dieses Emphysem weniger problematisch, da es sich hierbei auch nicht um ein Lungenemphysem im klassischen Sinne handelt. Beim Narbenemphysem wird das Lungengewebe in Folge einer Lungenentzündung oder anderen Erkrankungen, die mit einer narbigen Abheilung in Verbindung stehen, überdehnt. Zu einem Überdehnungsemphysem kommt es, wenn beispielsweise ein Teil der Lunge operativ entfernt wurde und sich die Lunge danach ausdehnt.

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Ausschnitt einer Hand mit Zigarette.

Rauchen ist häufig der Auslöser eines Lungenemphysems. (c) Stephan Morrosch / Fotolia


Typische Symptome eines Lungenemphysems

Zu Beginn eines Lungenemphysems kommt es zunächst nur ab und an zu Atemproblemen, die meist bei körperlich anstrengenden Aktivitäten auftreten und noch recht gering ausfallen. Je weiter die Lungenerkrankung fortgeschritten ist, umso stärker werden die Symptome und auch die damit verbundene Atemnot. Weitere Symptome können sein:

  • verminderte Leistungsfähigkeit
  • schnell eintretende Erschöpfungszustände und Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Husten
  • Auswurf
  • allgemein verschlechtertes Wohlbefinden

Lungenemphysem: Die Therapiemöglichkeiten

Grundsätzlich kann die Schädigung der Lunge durch ein Emphysem nicht mehr rückgängig gemacht werden. Es ist jedoch möglich, die Symptome sowie den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen und zu lindern. Bleibt ein Lungenemphysem unerkannt oder unbehandelt, kann dieser Umstand zu Lungenversagen führen. Um den Verlauf der Lungenkrankheit zu verlangsamen und die Symptome zu lindern, stehen Betroffenen einige Möglichkeiten zur Verfügung.

Raucher sollten, gerade dann, wenn ein Lungenemphysem bereits diagnostiziert wurde, schnellstmöglich auf den weiteren Konsum von Nikotin verzichten. Wer beruflich bedingt gesundheitsschädlichen Einflüssen ausgesetzt ist, die ein Emphysem begünstigen, sollte sich die Erkrankung der Lunge bestätigen und die Berufsunfähigkeit für diesen Bereich entsprechend anerkennen lassen. Die richtigen Medikamente in Verbindung mit Sauerstofftherapie und einem gesunden Lebenswandel können bei der Behandlung von Lungenemphysemen entscheidend sein.

Das Erlernen von gezielten Atemübungen hilft Patienten dabei, besser auf Atemnot reagieren und damit umgehen zu können. In manchen Fällen ist auch ein operativer Eingriff nötig, um für Abhilfe zu sorgen und die Beschwerden zu reduzieren. Außerdem sollten andere Erkrankungen wie Bronchitis, Herzkrankheiten oder Übergewicht behandelt werden, um weitere Risikofaktoren, die ein Emphysem begünstigen könnten, auszuschließen.

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