Haut, Haare & Nägel

Leberfleck – Herkunft und Risiken

Leberflecke können am ganzen Körper auftreten und nahezu jeder Mensch besitzt zumindest einige davon. Doch sind sie gefährlich?

Ein Leberfleck, in der Fachsprache auch Nävus genannt, kann von Form und Farbe recht unterschiedlich ausfallen. Sein Vorkommen ist körperlich nicht begrenzt und er kann somit an jeder Körperstelle auftreten. Bei uns erfahren Sie, was es mit dem Leberfleck auf sich hat und wann Sie ihn von einem Arzt untersuchen lassen sollten.

Was ist ein Leberfleck?

Der Begriff Leberfleck wird umgangssprachlich auch gerne synonym für Muttermal verwendet. Hierbei handelt es sich um pigmentbildende Zellen der Haut, die eine gutartige Ansammlung von sogenannten Melanozyten darstellen. Melanozyten sind Zellen, die sowohl in der Haut als auch in den Schleimhäuten vorkommen. Ein Leberfleck ist eine Art gutartige Hautwucherung, die aus Zellen wie roten Blutzellen, Talgdrüsen oder anderen Zellen bestehen kann. Leberflecke können unterschiedliche Größen, Formen und Farben ausweisen.

Die meisten Menschen nehmen sie als braune Punkte wahr, die kleiner oder größer sein können. Ein Leberfleck kann flach und glatt, aber auch leicht erhaben und rau sein. Von hautfarbenen Leberflecken bis hin zu hell-, dunkelbraunen oder gar rötlich-blauen Muttermalen ist alles vertreten. Häufig haben sie eine Größe von mehreren Millimetern. Die Anzahl der Leberflecke ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich: während man im Durchschnitt von 20 bis 40 Leberflecken ausgehen kann, gibt es wiederum auch Menschen mit mehreren hundert Leberflecken.

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Leberfleck: Die Ursachen

Grundsätzlich können Leberflecke genetisch bedingt sein und von den Eltern vererbt werden. Einige Leberflecke oder Muttermale sind bereits mit der Geburt vorhanden, andere hingegen entstehen erst im Laufe des Lebens. Je nach Hauttyp der Eltern, der an die Kinder vererbt werden kann, richtet sich oft auch die Entstehung von Leberflecken. Ein weiterer Faktor, der die Bildung von Leberflecken begünstigen kann, ist UV-Strahlung. Wer sich also vermehrt in der Sonne aufhält, neigt möglicherweise stärker zu Leberfleck-Bildung als andere Menschen. Insbesondere helle Hauttypen sind hiervon betroffen. Und so können sich auch vorhandene Leberflecke (Pigmentnävus) aufgrund intensiver Sonneneinstrahlung mit der Zeit verändern oder vermehren.

Leberfleck: Welche Funktion hat er?

Bisher konnte von der Wissenschaft kein konkreter Nutzen des Leberflecks ausgemacht werden. Im Mittelalter dachte man, dass ein Leberfleck auf Störungen der Leber zurückzuführen sei. Heute setzt man seinen Namen eher mit der meist bräunlichen Farbgebung in Verbindung, die der unserer Leber ähnelt. Auch die Anzahl von Leberflecken ist vermutlich auf die genetischen Bedingungen zurückzuführen und darauf, wie oft und lange man sich der UV-Strahlung aussetzt.

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Ärztin, die sich Leberfleck anschaut.

Veränderungen eines Leberflecks sollten untersucht werden. (c) Evgeniy Kalinovskiy/Fotolia

Ist ein Leberfleck gefährlich?

Normalerweise ist ein Leberfleck gesundheitlich unbedenklich. Allerdings sollten äußerliche Veränderungen bei Farbe und Form mit einem Arzt abgeklärt werden. Experten vermuten, dass Menschen mit zahlreichen und ausgeprägten Leberflecken einem höheren Risiko für schwarzen Hautkrebs ausgesetzt sein könnten als andere. Doch auch Menschen, die sich häufig ungeschützt in der Sonne aufhalten, sind nicht zwangsläufig gesünder, nur weil sich die Anzahl ihrer Leberflecke in Grenzen hält. Zwar entstehen etwa 25 Prozent der Melanome (schwarzer Hautkrebs) aus einem Muttermal, diese könnten jedoch auch im Laufe des Lebens wiederum durch eine langanhaltende UV-Einstrahlung entstanden sein.

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Leberflecken und Alterung

Menschen, die über weniger Leberflecken verfügen als andere, müssen nicht zwangsläufig gesünder sein. Das fand auch eine britische Studie des King’s College in London heraus. Hier kam man zu dem Ergebnis, dass Menschen mit mehr Leberflecken wesentlich langsamer altern als diejenigen, die weniger Leberflecke besaßen.  Der Grund dafür lag bei der Studie in den Chromosomen-Enden, den sogenannten Telomeren. Je älter man wird, umso kürzer werden die Telomere. Die Teilnehmer der Testgruppe mit jeweils mehr als 100 Leberflecke verfügten demzufolge über wesentlich längere Telomere als die anderen Teilnehmer, die weniger als 25 Leberflecke besaßen.

Leberfleck: Wann zum Arzt?

Sobald Sie Veränderungen an einem Leberfleck entdecken, dieser juckt oder sich eventuell durch Kratzen entzündet hat, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Außerdem wird Menschen mit besonders vielen Leberflecken oder Muttermalen empfohlen, diese regelmäßig von einem Hautarzt untersuchen zu lassen. In Verbindung mit einem geeigneten Sonnenschutz kann so das Risiko für Hautkrebs gesenkt werden.

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