Blut & Immunsystem

So ändert sich das Leben nach einer Organtransplantation

Eine Organtransplantation ist ein schwerwiegender Eingriff für den Körper, der von einen Tag auf den anderen zwischen Leben und Tod entscheidet. Betroffene können nicht nur seelisch stark beansprucht durch diese Phase gehen, auch das Leben mit dem neuen Organ stellt ganz neue Herausforderungen.

Vor allem die ersten Monate nach der Organtransplantation stellen eine Herausforderung dar. Ist diese Zeit überstanden und das Organ funktioniert ordnungsgemäß, kann nun wieder daran gedacht werden, die schönen Dinge des Lebens zu genießen. Ob sportliche Aktivitäten, ausgedehnte Reisen oder der Wiedereinstieg in den Beruf – nun sind viele Möglichkeiten der persönlichen Lebensgestaltung wieder offen. Dennoch bleibt es in der Phase nach der Transplantation wichtig, verantwortungsvoll mit dem eigenen Körper umzugehen. Im Folgenden werden die wichtigsten Fragen zu einem Leben nach einer Transplantation erläutert.

Risiken einer Organtransplantation

Jede Transplantation fremder Organe löst eine Immunreaktion des Körpers aus, die zum Absterben des transplantierten Organs führen kann. Akute Abstoßungsreaktionen sind von Patient zu Patient unterschiedlich stark und können im Zeitverlauf zu einer chronischen Reaktion und damit zum Absterben des Organs führen.

Die Abstoßungsreaktion wird mithilfe von Medikamenten verhindert , wobei Nebenwirkungen wie Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen auftreten können. Neben den allgemeinen Risiken einer Operation liegt auch die Infektionsrate bei Organtransplantierten höher, da immunsystemunterdrückende Medikamente (sogenannte Immunsuppressiva) eingenommen werden müssen.

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Arbeiten nach einer Transplantation

Wann eine Rückkehr in den Beruf nach einer Transplantation sinnvoll ist, kann pauschal nicht beantwortet werden. Wenn sich der gesundheitliche Zustand des Patienten nach einigen Monaten verbessert und sich dem Normalzustand angeglichen hat oder zumindest stabil ist, kann über einen Wiedereinstieg in das Berufsleben nachgedacht werden. Organempfänger unterliegen hier nur geringen Einschränkungen. Es sollten jedoch folgende Situationen, auch in der Freizeit, vermieden werden:

Schwere körperliche Arbeit, insbesondere das Heben von schweren Lasten, sollte umgangen werden. Ein Umgang mit Lösungsmitteln oder anderen Leber belastenden Chemikalien ist nicht zu empfehlen. Da Organempfänger meist weiterhin sehr regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, ist eine Schicht- oder Nachtarbeit nicht empfehlenswert. Temperaturschwankungen und erhöhte Luftfeuchtigkeit steigern die Gefahr einer Infektionserkrankung, ebenso wie die Arbeit mit kleinen Kindern oder in einer Arztpraxis und stellen deshalb eine Gefahr für den Organempfänger dar.

Falls im Berufslltag eine oder mehrere solcher Situationen vorkommen, sollte dies mit dem behandelnden Arzt besprochen und nach einer geeigneten Strategie zur Minimierung der Risiken gesucht werden. Generell stellt eine Organtransplantation keine Einschränkung für ein erfolgreiches und erfüllendes Berufsleben dar.

Organspendeausweis

Jeder sollte entscheiden, was nach dem Tod mit den Organen geschehen soll. (c) dreadlock / Fotolia

Sport nach der Transplantation

Regelmäßige Bewegung fördert die Gesundheit und steigert das Wohlbefinden. Das gilt für alle Menschen, besonders jedoch für Menschen mit transplantierten Organen. Organempfänger sollten, wie alle anderen Menschen, Aktivitäten wählen, die ihnen Spaß machen, um eine dauerhafte Ertüchtigung zu gewährleisten.

Für Organempfänger, die ihre Ausdauer trainieren möchten, bieten sich besonders Waldspaziergänge, Radfahren oder auch Nordic Walking an. Steht eher der Muskelaufbau, Flexibilität und Koordination im Vordergrund, so ist hierfür Tanzen oder Gymnastik geeignet. Wassergymnastik bietet hierbei eine für den Körper schonende Alternative.

Im Grunde sind für Organtransplantierte fast alle Sportarten denkbar. Ausgenommen sind Kampf- und Kraftsportarten auf Leistungsniveau. Generell ist es wichtig, die Intensität der jeweiligen Sportart an die eigene Leistungsfähigkeit anzupassen. Ein Arzt kann bei der Auswahl einer Sportart und dem Umfang ihrer Ausübung unterstützend beraten. Einige Sportarten, die eine hohe Sturz- oder Verletzungsgefahr mit sich bringen, wie z.B. Ballsportarten, Reiten oder Skifahren sollten dringend gemieden werden. Sportbegeisterte Organempfänger können sogar an eigens für sie veranstalteten Turnieren, wie deutschen und internationalen Meisterschaften teilnehmen.

Sexualität und Schwangerschaft nach der Transplantation

Transplantierte Menschen haben keinerlei Einschränkung im ihrem Sexualleben zu befürchten. Im Gegenteil, viele Menschen fühlen sich nach einer Organtransplantation viel gesünder und ausdauernder und können nun ihre Sexualität intensiver genießen, als zuvor.

Eine Schwangerschaft ist auch nach einer Organtransplantation weiterhin möglich. Die zusätzlichen Risiken, die durch eine Organtransplantation entstehen, sollten jedoch im Vorfeld mit dem Gynäkologen und dem Transplantationszentrum besprochen werden. Ein erhöhtes Risiko innerhalb von Schwangerschaften besteht insbesondere durch eine höhere Anfälligkeit des Immunsystems durch die Immunsuppression. Auch besteht bei organtransplantierten Frauen ein höheres Risiko, eine Fehlgeburt zu erleiden. Zusätzlich ist das Risiko einer Organabstoßung während der Geburt gegeben. Grundsätzlich sollte innerhalb des ersten Jahres nach einer Organtransplantation auf eine Schwangerschaft verzichtet werden.