Kopf & Psyche

Krankhafte Eifersucht – was hilft?

Eifersucht hat sicherlich jeder Mensch schon einmal verspürt, sei es als Kind oder Erwachsener. Doch krankhafte Eifersucht kann besonders in einer Beziehung für beide Partner zu einer starken Belastungsprobe werden.

Eifersucht an sich kann in nahezu jeder zwischenmenschlichen Beziehung auftreten. Ob es nun die Mutter ist, die eifersüchtig auf jemanden ist, der für das Kind eine wichtige Bezugsperson darstellt, oder der Partner in einer Liebesbeziehung, der Angst hat, verlassen oder betrogen zu werden. Lesen Sie hier, was krankhafte Eifersucht ausmacht und was man dagegen tun kann.

Was ist Eifersucht?

Eifersucht setzt sich aus mehreren unterschiedlichen Gefühlen zusammen. Das dabei vorherrschende Gefühl ist Angst: die Angst, verlassen zu werden oder eine gewisse Zuneigung von Menschen, die einem wichtig sind, zu verlieren. Diese Verlustangst wird bei krankhafter Eifersucht sehr oft auch von Gefühlen wie einem starken Misstrauen, Wut, Aggression und Minderwertigkeitsgefühlen begleitet.

Krankhafte Eifersucht: Ursachen und mögliche Auslöser

Die Auslöser sind so vielfältig wie die Äußerung krankhafter Eifersucht an sich. Schon im Kindesalter können die Kleinen auf ihre Geschwister eifersüchtig sein, weil sich die Eltern intensiver um das Baby kümmern. Krankhafte Eifersucht tritt jedoch vermehrt in Paarbeziehungen auf. Die Ursachen können auch hier sehr unterschiedlich sein. Frauen sind häufig eifersüchtig, wenn ihr Partner sehr eng mit anderen Frauen befreundet ist und sich aufgrund der Vertrautheit eine Art Konkurrenzdenken entwickelt. Die Angst, betrogen zu werden, kann sich aber durchaus auch bei Männern zu einer Form von krankhafter Eifersucht entwickeln.

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Zu den möglichen Ursachen krankhafter Eifersucht zählen unter anderem negative Erfahrungen in der Vergangenheit mit Ex-Partnern oder ein geringes Selbstwertgefühl sowie fehlende Selbstachtung und starke Selbstzweifel. Ein weiterer Grund können prägende Erlebnisse in der Kindheit gewesen sein, die sich zu einer Art Verlustangst entwickelt haben und Betroffene auch im Erwachsenenalter nicht loslassen.

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Wie äußert sich krankhafte Eifersucht?

Ein bisschen Eifersucht ist normal und ganz natürlich. Viele Paare sind der Meinung, dass ein gewisses Maß an Eifersucht zu einer Beziehung einfach dazu gehört, alleine um dem Partner zu zeigen, dass er einem wichtig ist. Doch ab welchem Zeitpunkt wird es bedenklich, vielleicht sogar gefährlich?

Frau, die das Handy ihres Mannes kontrolliert, während dieser schläft.

Krankhaft Eifersüchtige überprüfen häufig das Handy des Partners. (c) Antonioguillem/Fotolia

Die verschiedenen Intensitätsstufen von Eifersucht können ganz unterschiedlich sein. Normalerweise legt sich das unangenehme Gefühl auch wieder, sobald die Konflikte geklärt sind und sich die jeweilige Situation aufgelöst hat. Bei anhaltender Eifersucht jedoch zeigen sich meist die ersten Anzeichen für ein krankhaftes Verhalten:

  • der Partner/die Partnerin ist besitzergreifend
  • es wird versucht, den anderen zu isolieren
  • es gibt vermehrt Kontrollanrufe bei Abwesenheit
  • persönliche Sachen werden durchsucht, um Hinweise zu finden
  • Rechtfertigungen, Streit und hitzige Diskussionen sind an der Tagesordnung
  • der Partner wird handgreiflich

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Krankhafte Eifersucht: Mögliche Folgen

Neben der Überforderung durch ihre alltäglichen Aufgaben vernachlässigen krankhaft eifersüchtige Menschen häufig auch ihre sozialen Kontakte. In Extremfällen kann die unbändige Angst, den Partner verlieren zu können, auch negative Auswirkungen auf die beruflichen Verpflichtungen haben. Hinzu kommen belastende Schlafstörungen, Betroffene können sich nur noch schwer oder gar nicht mehr konzentrieren. Der körperliche Aspekt spielt in dem Fall also auch eine wichtige Rolle.

Es gibt sogar eine extreme Form der Eifersucht, Eifersuchtswahn oder in Fachkreisen auch Othello-Syndrom genannt. Bei dieser Erkrankung ist es kaum möglich, den Betroffenen von dem Verdacht des Betrugs abzubringen und davon abzuhalten, Beweise zu suchen. Im Gegensatz zu krankhafter Eifersucht ist der Eifersuchtswahn allerdings sehr selten und tritt dann auch meist als Begleiterscheinung von Demenz, Schizophrenie oder Alkoholismus auf.

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Was kann man gegen krankhafte Eifersucht tun?

Zunächst sollte von einem Experten beziehungsweise Arzt festgestellt werden, ob die Eifersucht noch im normalen Rahmen ist oder schon zwanghafte Züge angenommen hat. Danach kann eine entsprechende Therapie dabei helfen, die unschönen Gefühle in den Griff zu bekommen und herauszufinden, welche Ursachen für diesen Gefühlszustand verantwortlich sind.

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Ein gesundes Maß an Selbstachtung und Selbstwertgefühl ist wichtig, um krankhafte Eifersucht zu besiegen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Auch Gespräche und Unternehmungen mit dem Partner, die das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken, gehören dazu. Eigene Hobbys, gute Freunde und das Bewusstwerden der eigenen Stärken sind ein guter Weg raus aus der Eifersucht. Trotzdem ist es ein langer Weg, der bewältigt werden muss, um dauerhaft ohne krankhafte Eifersucht zu leben, das erfordert zudem viel Geduld und Verständnis auf beiden Seiten.