Kräuterlexikon

Ginseng bei Müdigkeit und Leistungsschwäche

Ginseng enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe, unter anderem Sesquiterpene und Triterpensaponine (Ginsenoside).

Ginseng wirkt wie folgt:

  • Müdigkeit, Konzentrationsschwäche: Ginseng beeinflusst verschiedene Bereiche des Gehirns. Die Inhaltsstoffe des Ginsengs sorgen dafür, dass bestimmte Botenstoffe ausgeschüttet werden. Diese erhöhen die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit und können so bei Müdigkeit, Konzentrations- und Leistungsstörungen helfen, sowie bei Schwächegefühl Besserung verschaffen.
  • Schnellere Erholung: Nach einer Krankheit sorgen die im Ginseng enthaltenen Ginsenoside dafür, dass das Immunsystem gestärkt und aktiviert wird. Außerdem werden B-Lymphozyten und T-Helferzellen vermehrt produziert. Diese gehen aktiv gegen Krankheitserreger vor. Durch diese Wirkweisen kann Ginseng den Körper dabei unterstützen, schneller wieder gesund zu werden.

Gibt es Nebenwirkungen?

Wenn Sie Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung einnehmen oder unter Diabetes leiden, sollten Sie vor der Anwendung von Ginsengzubereitungen mit Ihrem Arzt sprechen. Setzen Sie Ginseng vor einer Operation ab, da dieser die Blutgerinnung beeinflusst. Sie sollten Ginseng maximal über einen Zeitraum von sechs Wochen einnehmen. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie komplett auf Ginsenganwendungen verzichten, da es hierzu keine gesicherten Erkenntnisse gibt. Ginseng sollte nicht mit Koffein kombiniert werden. In seltenen Fällen kann die Wurzel bei Frauen zu Spannungsgefühlen in den Brüsten führen. Bei einer zu hohen Dosis können Bluthochdruck, Schlaflosigkeit und die Bildung von Ödemen die Folge sein. Konsultieren Sie bei Unsicherheiten Ihren Arzt.

Hintergrundinformationen

Ginseng ist in Nordkorea, Nordostchina und Ostrussland heimisch, kommt dort aber nur noch selten vor. Medizinisch verwendet wird meist die Wurzel des Ginsengs. Sie ist die bekannteste Pflanze Chinas. Es wurden sogar schon Kriege um Ginseng-Wälder geführt.

Der Ginseng oder Panax ginseng ist eine mehrjährige Pflanze, die bis zu einem Meter hochwachsen kann. Seine ovalen Blätter sind leicht gezähnt. Die grüngelben Blüten und die roten Beeren wachsen erst nach drei Jahren. Die gewundene Gestalt der Ginsengwurzel nimmt oft menschenähnliche Formen an. Die Pflanze gehört zur Familie der Araliengewächse.

> Wie gesund ist die Ginsengwurzel?

Ginseng im Garten?

Auch wenn es nicht ganz einfach ist, so können Sie doch eine Ginsengpflanze im Garten halten. Sie können Samen oder eine kleine Pflanze im Fachhandel kaufen. Die Samen können Sie zunächst in der Wohnung vorkultivieren. Sowohl die gekaufte, als auch die selbstgezogene Pflanze sollte erst draußen in die Erde gesetzt werden, wenn der letzte Frost im Frühjahr vorüber ist.

Beachten Sie, dass der Ginseng einen schattigen und nährstoffreichen Standort bevorzugt. Direkte Sonne schadet ihm dagegen. Kälte macht dem Ginseng im Winter nichts aus, allerdings müssen Sie ihn vor Regen schützen. Erst nach etwa sechs Jahren macht es Sinn, die Wurzeln zu ernten und in der Sonne zu trocknen. So ist der Wurzelstock länger haltbar.

Ginsengtee

Ginsengtee kann dem Körper zu einer schnelleren Regenerierung verhelfen. Für den Tee brauchen Sie einen Teelöffel frische Wurzel oder Wurzelpulver (im Drogeriemarkt erhältlich). Übergießen Sie den Ginseng mit einer Tasse kochendem Wasser. Lassen Sie den Sud für etwa acht Minuten ziehen und sieben Sie das Kraut ab, bevor Sie den Tee trinken. Je nach Wunsch können Sie ihn bis zu dreimal täglich zu sich nehmen.

Kostbare Wurzel

Holländische Seefahrer brachten die Ginsengwurzel im Jahr 1610 nach Europa. Da es schwer ist, Ginseng anzubauen, und dieser sehr langsam wächst, war er früher sehr wertvoll. Ausschließlich Kaiser und Könige durften ihn verwenden.

> Konzentration stärken: Tipps und Übungen gegen Konzentrationsstörungen