Kräuterlexikon

Baldrian bei Schlafstörungen, Nervosität und Unruhe

Der Baldrian enthält Inhaltsstoffe wie ätherische Öle, Iridoide und Alkaloide.

Baldrian dient hauptsächlich als Beruhigungs- und Entspannungsmittel. Er hilft bei:

  • Schlafstörungen und Unruhen: Baldrian kann Menschen mit Schlafproblemen das Einschlafen erleichtern. Baldrian fördert die allgemeine Schlafqualität und senkt den Blutdruck. Die Wirkstoffe des Baldrians sollen die Stoffwechselaktivität der Nervenzellen anregen. Besonders verantwortlich für diese Wirkung ist die Ausschüttung und Wiederaufnahme des hemmenden Neurotransmitters Gamma-Aminobuttersäure.
  • Stress und Nervosität: Baldrian kann mentale Überaktivität mindern und somit beim Entspannen helfen.
  • Krämpfen: Durch seine entspannende Wirkung kann Baldrian auch Abhilfe bei Magen- und Darmkrämpfen schaffen, da er für allgemeine Muskelentspannung sorgt.

Verwendung als Arzneimittel findet hauptsächlich die Wurzel des Baldrians als Trockenextrakt. Dieses wird häufig als Fertigpräparat dargereicht. Er kann aber auch als Badezusatz oder Tee verwendet werden.

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Mögliche Nebenwirkungen

Bei einer starken Überdosis Baldrian kann es zu Müdigkeit, Magenkrämpfen und Zittern kommen. Anwendungen aus der Baldrianwurzel sollten nicht während der Schwangerschaft oder Stillzeit verwendet werden, da es hierzu keine gesicherten Erkenntnisse gibt. Nach der Einnahme von Baldrianpräparaten (ein bis zwei Stunden) kann es zu einer verminderten Reaktionsfähigkeit kommen, zum Beispiel Autofahren sollte dann vermieden werden.

Hintergrundinformationen

Der Baldrian oder Valeriana officinalis ist in Nordasien und Europa heimisch. Dort wächst er wild an feuchten Orten. Kultiviert wird der Baldrian in Zentral- und Osteuropa. Im Frühjahr wird der Baldrian durch Aussaat vermehrt. Die Rhizome und Wurzeln werden nach zwei Jahren im Herbst geerntet. Der wissenschaftliche Name „Valeriana“ wurde vermutlich vom lateinischen Wort „valere“ abgeleitet, was „gesund sein“ bedeutet.

Der Baldrian ist eine bis zu über einem Meter hohe Pflanze mit nadelartigen Blättern. Die doldenartigen Blüten des Baldrians sind rosa oder weiß und blühen von Mai bis September. Der Stängel des Baldrians ist leicht behaart.

Baldrian im eigenen Garten

Der Baldrian ist eine unkomplizierte Gartenpflanze. Am besten gedeiht er an einem warmen und sonnigen Ort. Dabei ist er extrem wetterbeständig und robust. Für die Winterzeit muss er zum Beispiel nicht sonderlich geschützt werden. Wer Baldrian aus dem eigenen Garten erntet, kann daraus einen Tee oder einen Badezusatz zubereiten.

Baldrian-Tee

Für Baldrian-Tee brauchen Sie einen Teelöffel der Baldrianwurzel und etwas heißes Wasser. Übergießen Sie die Wurzel mit dem Wasser. Lassen Sie den Tee einige Minuten lang ziehen, danach können Sie die Wurzel entfernen und den Tee genießen. Am besten trinken Sie ihn etwa 30 Minuten vor dem zu Bett gehen.

Baldrian als Katzenkraut

Die Katze riecht am Baldrian, wälzt sich euphorisch am Boden und schreit. Das ist ganz normal, denn Baldrian wirkt auf Katzen als Sexuallockstoff. Verantwortlich dafür sollen die enthaltenen Pyridinalkaloide sein. Aber nicht jede Katze dreht bei dem Geruch von Baldrian auf. Auf manche Katzen hat der Baldrian, wie beim Menschen, eine entspannende Wirkung.

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