Gesundheit kompakt

Wadenzerrung

Was ist ein Wadenzerrung?
Was sind die Ursachen für eine Wadenzerrung?
Was sind die Symptome bei einer Wadenzerrung?
Wie erkennt der Arzt die Erkrankung?
Wie wird eine Wadenzerrung behandelt?
Wie kann ich eine Wadenzerrung vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen bei einer Wadenzerrung?

Was ist eine Wadenzerrung?

Wadenzerrung: Eine Wadenzerrung ist eine häufige Muskelverletzung, die meistens dadurch entsteht, dass wir unseren Wadenmuskel beim Sport kurzfristig und unbeabsichtigt überbelasten. Die Folge: Ein Teil der Muskulatur im hinteren Unterschenkel wird beschädigt, der Wadenmuskel verhärtet sich und schwillt an. Männer scheinen dafür anfälliger zu sein als Frauen. Bekanntestes Beispiel: Michael Ballack, unsere „Wade der Nation“. Am häufigsten tritt die Verletzung übrigens im Alter zwischen 25 und 45 Jahren auf.

Wadenzerrung: Welche Muskeln sind betroffen?

Der Unterschenkel besteht aus zwei Muskeln: Der Musculus gastrocnemius ist der größere der beiden und verläuft von der Ferse bis über das Kniegelenk. Der zweite Muskel ist der Musculus soleus, der von der Ferse bis knapp unter das Knie reicht. Beide Muskeln können in Mitleidenschaft gezogen werden.

Was sind die Ursachen für eine Wadenzerrung?

Eine Wadenzerrung entsteht, wenn die Muskelfasern in der Wade zu weit gezogen oder gedehnt werden. Das ist häufig der Fall, wenn man seine Wade abrupt in eine ungewöhnliche Richtung bewegt. Besonders oft treten Warenzerrungen bei Sportarten mit plötzlichen Seitwärtsbewegungen und Bewegungen aus dem Stand heraus auf, etwa beim Fußball, Squash und Tennis. Manchmal sind auch wiederholte Belastungen und nicht ausreichendes Aufwärmen der Muskeln vor dem Training die Ursache.

Was sind die Symptome bei einer Wadenzerrung?

Das erste Symptom ist in der Regel ein Ziehen oder ein plötzlicher, scharfer Schmerz im Muskel. Beim Stand auf den Zehenspitzen verstärkt sich der Schmerz, da durch diese Bewegung der Wadenmuskel gedehnt wird. Im weiteren Verlauf entwickeln sich eine Schwellung und eine erhöhte Berührungsempfindlichkeit. Die Schmerzen können so stark sein, dass Stehen unmöglich wird. Der Schweregrad der gezerrten Wadenmuskulatur ist in mehrere Kategorien unterteilt, nach denen sich die Behandlung richtet:

  • Grad 1: Dabei sind nur einige wenige Muskelfasern beschädigt oder gerissen. Häufig können Sie mit Ihrer jeweiligen Aktivität fortfahren, obwohl in den kommenden Tagen ein Ziehen und stärkere Schmerzen auftreten können. Es kann bis zu drei Wochen dauern, bis Sie wieder Sport treiben können.

  • Grad 2: Dabei sind viele Muskelfasern gerissen. Sie verspüren einen plötzlichen, scharfen Schmerz in Ihrer Wade und es können Schwellungen und Blutergüsse auftreten. Die Schmerzen sind intensiver als bei einer Verletzung 1. Grades und es dauert bis zu sechs Wochen, bis die Zerrung ausgeheilt ist.

  • Grad 3: Hierbei handelt es sich um die schwerwiegendste Form dieser Verletzung. Dabei ist der Muskel gerissen, das heißt, dass die meisten oder alle Muskelfasern zertrennt wurden. Sie verspüren einen stechenden Schmerz und das Gehen ist extrem schmerzhaft. An der Stelle, an der die Verletzung auftritt, zeigt sich häufig eine Beule aus Muskelfasern und es entwickeln sich in der Regel Blutergüsse und Schwellungen. Eventuell benötigen Sie eine Operation und ein Rehabilitationsprogramm, um wieder auf die Beine zu kommen – was bis zu drei Monate oder sogar noch länger dauern kann.

Wie erkennt der Arzt die Erkrankung?

Wenn Sie starke, länger anhaltende Schmerzen haben und Ihre Wade stark anschwillt, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dieser kann ausschließen, ob es sich bei Ihrer Verletzung womöglich um einen Muskelfaserriss oder Muskelriss handelt. Wenn nötig, wird er Ihnen außerdem entzündungshemmende und schmerzlindernde Arzneimittel verordnen.

> Gesund werden nach Muskelfaserriss.

Wie wird eine Wadenzerrung behandelt?

Die Behandlung, die Sie benötigen, hängt vom Schweregrad der Verletzung ab. Unabhängig davon, wie schwer Sie sich verletzt haben, sollten Sie jedoch unbedingt die PECH-Regel anwenden.

Wadenzerrung: Die PECH-Regel

  • Pause: Schützen Sie Ihre Muskeln vor weiteren Verletzungen, indem Sie die Aktivitäten, die Sie gerade durchführen, sofort beenden. Und gönnen Sie dem Muskel Ruhe. Erst wenn die Symptome abgeklungen sind, sollten Sie den Muskel langsam und vorsichtig wieder belasten.

  • Eis: Kühlen Sie den verletzten Bereich. Wichtig: Wickeln Sie die Eispackung oder den Beutel gefrorener Erbsen in ein Geschirrhandtuch, um die Haut nicht zu verletzen. Kühlen Sie den Bereich immer wieder innerhalb der nächsten 24 Stunden.

  • Compress, zu Deutsch „bandagieren“: Verwenden Sie eine Bandage, um den verletzten Bereich zu schützen und um ein weiteres Anschwellen zu vermeiden.

  • Hochlagern: Legen Sie den betroffenen Bereich hoch, wenn Sie können. Wenn Sie den verletzten Bereich über das Niveau des Herzens legen, minimiert sich dadurch die Schwellung.

Wie kann ich eine Wadenzerrung vorbeugen?

Es gibt mehrere simple Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um Ihr Risiko für eine Wadenzerrung zu senken:

  • Wärmen Sie sich vor dem Sport richtig auf: Wenn Sie mit dem Training beginnen, solange Ihre Muskeln noch kalt sind, riskieren Sie Verletzungen. Der Grund hierfür ist, dass die Muskeln durch das Aufwärmen flexibler werden und so den Belastungen des Trainings besser widerstehen. Außerdem ist es wichtig, dass Sie sich Zeit zur Dehnung der Muskeln nehmen und sich im Winter – oder wenn es draußen kalt ist – besonders intensiv aufwärmen. Einzelheiten zum Aufwärmen im Sport erfahren Sie auf trainingsworld.de (Abruf 23.10.2015).

  • Abwärmen: Dehnen nach dem Training beugt ebenfalls einer Wadenzerrung vor, da Sie dadurch Ihre Muskeln stark und flexibel halten.

  • Füttern Sie Ihre Muskeln: Die Ernährung spielt für Ihre allgemeine Gesundheit und Ihr Wohlbefinden eine große Rolle und ist auch für die Stärke und Gesundheit der Muskeln von Bedeutung. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Flüssigkeit, Kohlenhydraten und Eiweiß.

  • Arbeiten Sie mit einem qualifizierten Trainer: Wenn Sie regelmäßig Sport treiben, stellt ein Trainer sicher, dass Sie die richtigen Techniken anwenden. Dadurch sinkt Ihr Verletzungsrisiko. Ein Trainer achtet auch darauf, dass Sie auf geeigneten Oberflächen und mit den richtigen Geräten trainieren – er wird Ihnen mit Sicherheit davon abraten, mit alten, abgelaufenen Sportschuhen auf unebenem Boden zu joggen.

Muskelzerrung: Die HARM-Regel

Es ist wichtig, den Muskel nach einer Muskelzerrung in den nächsten 72 Stunden nicht weiter zu schädigen (englisch „HARM“):

  • Heat, zu Deutsch „Hitze“: Es ist nicht sinnvoll, einen geschädigten Muskel mit Wärme zu behandeln. Wärme regt den Blutfluss um die Verletzung herum an, wodurch sich die Schwellung verstärkt.

  • Alcohol, zu Deutsch „Alkohol“: Der Konsum von Alkohol kann die Verletzung verschlimmern, da Alkohol die Heilung verlangsamt.

  • Running, zu Deutsch „laufen“: Joggen oder jeder andere Sport oder jede plötzliche Bewegung wird den Muskel weiter schädigen.

  • Massaging, zu Deutsch „massieren“: Eine Massage unmittelbar nach der Verletzung regt den Blutfluss an und führt zu einer stärkeren Schwellung und zu Schmerzen.

Wie sind die Heilungschancen bei einer Wadenzerrung?

Mit den richtigen Sofortmassnahmen begünstigen Sie die Heilungschancen und verhindern gleichzeitig weitere Schäden. Wichtig ist es, nach einer Wadenzerrung die Verletzung vollständig auszuheilen und sich zukünftig vor Belastungen und Sport gut aufzuwärmen und muskuläre Überanstrengungen zu meiden.