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Uveitis

Drei Augenhäute kleiden den Augapfel innen aus. Ist die mittlere dieser Schichten entzündet, kann es zu schweren Komplikationen wie Grünem oder Grauem Star kommen. Wir verraten, woran Sie eine Uveitis erkennen können und wie sie behandelt wird.

Was ist eine Uveitis?
Was sind die Ursachen einer Uveitis?
Was sind die Symptome?
Wie erkennt der Arzt eine Uveitis?
Wie wird eine Uveitis behandelt?
Wie kann ich vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen?

Was ist eine Uveitis?

Unter einer Uveitis versteht man laut Definition eine Entzündung der mittleren Augenhaut, welche in der Fachsprache Uvea genannt wird. Die Uvea besteht aus drei Schichten: der Aderhaut, der Regenbogenhaut und dem Ziliarkörper, auch Strahlenkörper genannt. Je nachdem, welcher Teil der Uvea erkrankt ist, unterscheidet man verschiedene Formen der Erkrankung. Bei der vorderen Uveitis, der Uveitis anterior, ist die Regenbogenhaut betroffen, in einigen Fällen auch der Strahlenkörper. Entzündungen im vorderen Abschnitt der Uvea sind die häufigste Form. Liegt eine mittlere Uveitis vor, eine Uveitis intermedia, ist der Übergang vom Ziliarkörper zur Aderhaut betroffen. Bei der Uveitis posterior, sind die hinteren Teile des Glaskörpers beziehungsweise die Aderhaut entzündet. Oft wird auch die Netzhaut in Mitleidenschaft gezogen. Ist die gesamte mittlere Augenhaut entzündet, spricht man von einer Panuveitis.

Wenn die Probleme plötzlich auftreten und die Entzündung nicht länger als sechs Wochen anhält, handelt es sich um eine akute Uveitis. Es gibt aber auch eine chronische Form, bei der die Beschwerden schleichend schlimmer werden und über Monate hinweg andauern. Hier kann es zu schweren Komplikationen einem  Grauem Star oder einem Grünem Star kommen – schlimmstenfalls sogar zur Erblindung des Patienten. Jedes Jahr erkranken in Deutschland 8.000 bis 15.000 Menschen an einer Form der Uveitis. Das durchschnittliche Alter der Betroffenen liegt bei 40 Jahren. Von der mittleren Uveitis sind allerdings besonders oft Kinder und junge Erwachsene betroffen. Die ICD-Codes für die verschiedenen Formen lauten H30, H20 und H21.

Was sind die Ursachen einer Uveitis?

Es gibt verschiedene äußere Ursachen, sogenannte exogene Faktoren, die zu einer Uveitis führen können. Ist das Auge verletzt, können Krankheitserreger wie Viren, Bakterien oder Pilze eindringen und die Entzündung auslösen. Die Uveitis kann sich aber auch als Begleiterscheinung einer anderen Infektionskrankheit wie Herpes, Toxoplasmose, Syphilis oder Lepra entwickeln. In der Regel ist diese innere Augenentzündung aber nicht ansteckend – im Gegensatz zur hochinfektiösen Bindehautentzündung, mit der die Uveitis mitunter verwechselt wird.

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Sind innere Einflüsse, also körpereigene Vorgänge, die Ursache der Augenentzündung, spricht man von einer endogenen Uveitis. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn der Patient an einer Autoimmunkrankheit wie Morbus Bechterew oder einer entzündlichen Darmerkrankung wie Colitis ulcerosa leidet. Auch in Zusammenhang mit Multipler Sklerose (MS) oder Rheuma kann es zu einer Uveitis kommen. Die Naturheilkunde diskutiert auch Zahnprobleme als Ursache. In vielen Fällen kann der Arzt allerdings keine konkreten Auslöser der Augenprobleme finden. Gut zu wissen: Einer amerikanischen Studie zufolge erhöht Rauchen das Risiko, an einer Uveitis zu erkranken.

Was sind die Symptome?

Grundsätzlich können von einer Uveitis ein Auge oder beide Augen betroffen sein. Typische Anzeichen sind gerötete, schmerzende und lichtempfindliche Augen sowie eine Verschlechterung der Sicht. Je nachdem, in welchem Teil der mittleren Augenhaut die Entzündung sitzt, können die Symptome aber auch variieren. Bei einer vorderen Uveitis treten die Schmerzen meist plötzlich und einseitig auf. Die Betroffenen sehen mitunter Schatten, Flecken oder Blitze, es kann zu einer Eintrübung der Linse kommen. In diesem Fall kann eine Operation notwendig werden.

Bei der mittleren Uveitis klagen Patienten häufig über Schlieren vor dem Auge und eine nachlassende Sehschärfe. Die hintere Uveitis ist gekennzeichnet durch eine Art Nebel vor dem Auge. Es besteht die Gefahr einer Netzhautablösung und damit der Erblindung des Patienten.

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Frau, die Augentropfen anwendet.

Zur Behandlung einer Uveitis können Augentropfen eingesetzt werden. (c) Colourbox.de


Wie erkennt der Arzt eine Uveitis?

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen? Wenn Sie unter schmerzenden Augen leiden, sich Ihre Sicht plötzlich verschlechtert hat oder vor dem Auge Schatten, Flocken oder Nebel auftreten, sollten Sie umgehend zum Augenarzt gehen. Ob tatsächlich eine Uveitis hinter diesen Beschwerden steckt, wird der Mediziner durch eine detaillierte Diagnostik abklären. Beim Verdacht auf eine Entzündung der mittleren Augenhaut wird der Arzt Sie vermutlich fragen, ob Sie an einer chronischen Erkrankung, einer Autoimmunerkrankung oder einer rheumatische Erkrankung leiden. Auch eine Ansteckung mit Herpesviren oder eine Borreliose-Infektion können während der Anamnese abgefragt werden.

Auf das Patientengespräch folgt eine körperliche Untersuchung. Der Arzt wird einen Sehtest durchführen, den Augeninnendruck bestimmen und mit einer Spaltlampe den Augenhintergrund begutachten. Dazu muss der Arzt die Pupillen mithilfe spezieller Tropfen erweitern. Findet der Augenarzt weißliche Eiteransammlungen im unteren Bereich der Iris, spricht dies für eine Uveitis. Wenn die Entzündung in Zusammenhang mit einer anderen Grunderkrankung stehen könnte, werden weitere Tests wie zum Beispiel eine Blut- oder Urinuntersuchung angeordnet.

Wie wird eine Uveitis behandelt?

Was können Sie tun, wenn Sie die Diagnose Uveitis erhalten haben? Zunächst gilt es, die Entzündung zu behandeln und die Schmerzen zu mindern. Dies wird meist mithilfe von entzündungshemmenden Augentropfen oder Augensalben erreicht. Es können auch kortisonhaltige Tropfen oder Spritzen zum Einsatz kommen. Wurden Bakterien als Ursache der Augenentzündung ausgemacht, kann der Arzt auch Tropfen mit Antibiotika verschreiben. Um zu verhindern, dass die Linse mit der Regenbogenhaut verklebt, verordnet der Arzt Augentropfen mit pupillenerweiternden oder ruhigstellenden Wirkstoffen. Je nach Art und Ausprägung der Erkrankung kombiniert der Arzt bei der Therapie mehrere Medikamente.

Was hilft noch, um die Beschwerden zu lindern? Wärme, beispielsweise durch eine Rotlichtbestrahlung oder einen Augenverband, kann dazu beitragen, das unangenehme Gefühl in den Augen zu verbessern. Steckt eine rheumatische oder entzündliche Grunderkrankung hinter der Erkrankung, muss der Arzt auch diese behandeln, um die Augenprobleme in den Griff zu bekommen. Wie lange es dauert, bis die Uveitis vollständig abgeklungen ist, hängt von Art der Erkrankung ab: Bei der chronischen Form können über Jahre hinweg immer wieder Beschwerden auftreten. Insbesondere bei Stress berichten Patienten von einem erneuten Krankheitsschub. Generell ist eine gesunde, stressreduzierte Lebensweise empfehlenswert. Außerhalb von akuten Schüben ist Sport erlaubt – allerdings nicht bis zur völligen Erschöpfung.

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Wie kann ich vorbeugen?

Aufgrund der vielfältigen Ursachen kann man dieser Augenentzündung nicht gezielt vorbeugen. Patienten, die unter einer chronischen Krankheit, zum Beispiel einer entzündlichen Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Nierenproblemen wie Tubulointerstitieller Nephritis leiden, sollten besonders aufmerksam sein und bei Verdacht auf Uveitis sofort einen Augenarzt aufsuchen.

Einige Formen werden von spezifischen Erregern ausgelöst, die für verschiedene Krankheiten wie Herpes, Röteln, Gürtelrose, Borreliose oder Tuberkulose verantwortlich sind. Ist eine Ansteckung mit einem dieser Keime bekannt, besteht die Gefahr, dass sich eine Uveitis entwickelt. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt sind dann ratsam.

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Wie sind die Heilungschancen?

Die Dauer der Entzündung und die Prognose hängen von der Art der Erkrankung ab. Entscheidend ist, welcher Teil der mittleren Augenhaut betroffen ist und wie stark ausgeprägt die Erkrankung ist. Kann der Arzt die vordere Uveitis frühzeitig erkennen und behandeln, heilt sie meist nach fünf bis sechs Wochen ab. Die mittlere Uveitis verläuft oft chronisch, während bei der hinteren Form Narben zurückbleiben können, die das Sehvermögen dauerhaft verschlechtern.

Ohne Behandlung drohen bei einer Uveitis schwere Komplikationen und irreparable Folgeschäden. Es kann zu einem stark erhöhten Augendruck, Schäden am Sehnerv und einer Trübung der Linse, fachsprachlich Katarakt genannt, kommen.

Wichtig zu wissen: Die Uveitis ist eine der häufigsten Ursachen für eine Erblindung und sollte daher unbedingt konsequent behandelt werden.