Gesundheit kompakt

Spondylolisthesis

Eine Spondylolisthesis ist auch unter den Begriffen Wirbelgleiten oder Gleitwirbel bekannt. Bei der Erkrankung ist die Wirbelsäule instabil und die Wirbel leicht verschoben. Bewegungseinschränkungen und Schmerzen treten dabei vor allem im Lendenbereich auf, wobei eine Spondylolisthesis oft nur als Zufallsbefund im Röntgenbild entdeckt wird. Die Probleme lassen sich durch Schmerztherapie sowie Physiotherapie und gezielte Rückengymnastik gut kontrollieren. Nur selten ist eine Operation erforderlich.

Was ist Spondylolisthesis?
Was sind die Ursachen von Spondylolisthesis?
Was sind die Symptome?
Wie erkennt der Arzt Spondylolisthesis?
Wie wird Spondylolisthesis behandelt?
Wie kann ich vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen?

Eine der häufigsten Ursachen für die Entstehung einer Spondylolisthesis sind Wirbelschäden, die entweder durch Operationen, schwere Verletzungen oder zu hohe Belastung durch Risikosportarten entstanden sind. Manchmal gibt es auch angeborene Ursachen. Die Erkrankung entwickelt sich oft, wenn Fehlbildungen des Wirbelbogens schon von Geburt an bestehen.

Was ist Spondylolisthesis?

Eine Spondylolisthesis beschreibt eine Instabilität der Wirbelsäule, wobei Wirbel aus ihrer ursprünglichen Position gleiten. Diese sogenannten Gleitwirbel verschieben sich im Verhältnis zu den anderen Wirbeln nach vorne (ventrale Spondylolisthesis) und nach hinten (dorsale Spondylolisthesis).

Meist befinden sich die betroffenen Wirbel im Lendenbereich. Die Erkrankung kann ohne Symptome verlaufen. Manchmal werden jedoch Nerven im Spinalkanal der Wirbelsäule eingeklemmt, was zu Schmerzen bis hin zu Lähmungen führen kann.

In Deutschland leiden zwei bis vier Prozent an einer Spondylolisthesis. Vor allem Leistungssportler zählen zu den Risikogruppen, die ihre Wirbelsäule besonders durch Überstrecken belasten. Dazu gehören Speerwerfer, Ringer, Leistungsturner oder auch Fußballer.

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Vor allem bei Sportlernist das Risiko einer Spondylolisthesis hoch. (c) Vasyl / Fotolia

Was sind die Ursachen von Spondylolisthesis?

Eine der häufigsten Ursachen sind Schäden an der Wirbelsäule, die durch Abnutzung entstehen. So sind vor allem Menschen besonders betroffen, die ihre Wirbelsäule stark beanspruchen, wie etwa durch Extremsportarten oder auch Joggen und Reiten. Im Laufe des Lebens leiden die Bandscheiben, die Flüssigkeit dazwischen verschwindet langsam, die Wirbelkörper reiben aneinander und stört die Funktion des Band- und Muskelapparats. Es besteht vor allem für Menschen höheren Alters eine größere Gefahr, an einer Spondylolisthesis zu erkranken.

Auch nach einer Operation können Komplikationen an der Wirbelsäule eine Spondylolisthesis verursachen. Auch schwere Verletzungen und Traumata können Ursachen der Erkrankung sein. Weiter stehen Erkrankungen des Knochens in Verbindung mit einer Instabilität der Wirbelsäule. So kann beispielsweise die Glasknochenkrankheit eine pathologische Spondylolisthesis hervorrufen.

In manchen Fällen kann die Krankheit auch angeboren sein. Vor allem bei Kindern, die mit Fehlbildungen an der Wirbelsäule, sogenannten Dysplasien auf die Welt kommen, ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, an einer Spondylolisthesis zu erkranken. In diesem Fall spricht man auch von einer “echten Spondylolisthesis” oder “Spondylolisthesis vera”. Dieser Begriff beschreibt, wenn Ermüdungsbrüche zwischen den Gelenken im Lendenwirbelbereich, zu der Erkrankung führen.

Was sind die Symptome?

Eine Spondylolisthesis kann asymptomatisch, also ohne Beschwerden oder mit nur geringen Schmerzen verlaufen. Dann bleibt die Erkrankung oftmals auch unentdeckt. Viele Patienten berichten aber auch von vermehrt auftretenden Schmerzen, vor allem unter Belastung oder durch bestimmte Bewegungen. Wenn Schmerzen auftreten, liegt die Ursache oftmals in eingeklemmten oder gequetschten Nerven. Die beschriebenen Schmerzen treten häufig im Bereich der Hüfte auf, die vom Rücken nach vorne ausstrahlen.

Bei schwerwiegenden Fällen kommen weitere Symptome wie Reflexausfälle, Sensibilitäts- und Motorikstörungen hinzu, die sich vom Rücken aus bis in die Beine ausweiten können. Wenn über einen längeren Zeitraum Nerven im Spinalkanal eingeklemmt und gedehnt werden, können im schlimmsten Fall auch Nervenschäden, Funktionsausfälle von Nerven, Lähmungserscheinungen in den Beinen sowie Funktionsdefizite in der Blase und im Mastdarm auftreten. Einer Spondylolisthesis belastet ebenfalls die Bandscheibe, was im schlimmsten Fall zu einem Bandscheibenvorfall führen kann.

Die Symptome einer Spondylolisthesis sind sehr unspezifisch und können auch für andere Krankheitsbilder der Wirbelsäule sprechen. Die Erkrankung wird demnach auch oft mit Rückenproblemen, Bandscheibenvorfällen oder anderen Problemen an der Wirbelsäule verwechselt.

Wie erkennt der Arzt Spondylolisthesis?

Die Diagnose Spondylolisthesis ist oftmals ein Zufallsbefund im Röntgenbild, wenn das Wirbelgleiten symptomlos auftritt. Menschen, die jedoch unter Rückenschmerzen oder Motorikstörungen leiden, sollten einen Orthopäden aufsuchen. Anhand einer körperlichen Untersuchung  kann er eine erste Diagnose stellen.

Der Arzt untersucht den Verlauf der Wirbelsäule, erkennt mögliche Fehlstellungen und tastet die Wirbel ab. Zu den häufigsten Fehlstellungen der Wirbelsäule, die im Zusammenhang mit einer Spondylolisthesis entstehen, sind eine Skoliose (S-förmiger Verlauf der Wirbelsäule) und eine Hyperlordose (Hohlkreuz). Durch die Spondylolisthesis geht die Wirbelsäule in die Fehlstellung, um Schmerzen und Belastungen zu kompensieren.

Auch durch Funktionstests der Wirbelsäule erkennt der Arzt die Erkrankung. Dabei wird mit Übungen die Beweglichkeit der Wirbelsäule sowie Reflexe, Sensibilität und Motorik geprüft. Die gesicherte Diagnose stellt sich im Röntgenbild. In manchen Fällen wird auch eine Kernspintomografie empfohlen, um vor allem umliegende Probleme der Knochen und Nerven zu erkennen, wie etwa Bandscheibenvorfälle oder eine Spinalkanalstenose (Einengung des Spinalkanals der Wirbelsäule). Diese Krankheitsbilder treten manchmal in Verbindung mit einer Spondylolisthesis auf. Der Schweregrad einer Spondylolisthesis wird nach Meyerding in vier Stadien unterteilt, auch Meyerding-Graduierung genannt.

Eine Spondylolisthesis verursacht Schmerzen in der Wirbelsäule. (c) glisic_albina/Fotolia

Wie wird eine Spondylolisthesis behandelt?

Experten raten im ersten Schritt von einer Operation ab. Operationen an der Wirbelsäule bergen immer ein gewisses Risiko. Vor allem Nervenschäden können bei Operationen an der Wirbelsäule entstehen. Konservative Therapien sind Massagen, Schmerzbehandlungen mit Schmerzmitteln, Infiltrationstherapien oder periradikulären Therapien. Hier werden Schmerzmittel gezielt unter die Haut oder direkt an die Nervenwurzeln gespritzt.

Als besonders wirkungsvoll hat sich die Physiotherapie etabliert. Speziellen Übungen, beziehungsweise Krankengymnastik, stärken die Muskulatur am Rücken. Oft kommen auch Orthesen zur Stabilisierung der Wirbelsäule zum Einsatz.

Bei zu starken Schmerzen und schweren Fällen gibt es die Möglichkeit der operativen Behandlung. Der chirurgische Eingriff zielt darauf ab, den Wirbelkörper an seine ursprüngliche Position in der Wirbelsäule zu bringen. Ob eine Operation wirklich nötig ist, entscheidet der Chirurg anhand der Symptomatik und vor allem des Schweregrades der Erkrankung.

Wie kann ich vorbeugen?

Einer angeborenen Spondylolisthesis kann man leider nicht vorbeugen. Gründe, warum Kinder manchmal mit Fehlstellungen an der Wirbelsäule geboren werden, sind noch nicht vollends geklärt. Auch Erkrankungsfälle, die durch Unfälle oder Traumata entstanden sind, kann natürlich nicht vorgebeugt werden.

Es gibt jedoch die Möglichkeit Verschleißungen an der Wirbelsäule zu verhinderen oder verlangsamen . Dabei ist es wichtig, achtsam mit seinem Körper und vor allem seinem Rücken umzugehen. Extremsportarten müssen richtig und in Maßen ausgeübt werden. Bei anderen Belastungen der Wirbelsäule, wie etwa durch schweres Heben, muss der Rücken weitestgehend geschont werden.

Wie sind die Heilungschancen?

Eine konstante Therapie kann den Verlauf und die Heilungschancen einer Spondylolisthesis positiv beeinflussen. In vielen Fällen stabilisiert sich das Wirbelgleiten auch vollständig. Oft stellen sich schon nach drei Monaten Therapie sichtliche Erfolge ein. Dabei ist es jedoch sehr wichtig, dass Betroffene auch nach Erfolg weiterhin die Therapie ausführt.

Wenn konservative Therapien keine Besserung erzielen, kann die Krankheit weitere Beschwerden, wie Bewegungs- und Nervenstörungen zur Folge haben. Durch die Schmerzen leidet die Lebensqualität enorm. Oftmals ist eine Operation dann unumgänglich. Nach erfolgreicher Operation sind die Patienten in der Regel sehr schnell wieder mobil. Durch nachfolgende Therapien, wie etwa Physiotherapie, ist die Wirbelsäule weiter gestärkt. Danach bestehen keine weiteren Einschränkungen für die Patienten.