Krankheiten & Therapien

Speiseröhrenkrebs

Speiseröhrenkrebs zählt zu den heimtückischen Krebsarten: Da sich Symptome erst im fortgeschrittenen Verlauf zeigen, wird die Krankheit oft sehr spät entdeckt. Welche erste Anzeichen Sie beachten müssen, welche Möglichkeiten der Therapie es gibt, erfahren Sie hier.

Was ist Speiseröhrenkrebs?
Was sind die Ursachen von Speiseröhrenkrebs?
Was sind Symptome bei Speiseröhrenkrebs?
Wie erkennt der Arzt Speiseröhrenkrebs?
Wie wird Speiseröhrenkrebs behandelt?
Wie kann ich Speiseröhrenkrebs vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen bei Speiseröhrenkrebs?

Was ist Speiseröhrenkrebs?

Speiseröhrenkrebs ist eine bösartige Wucherung von Zellen an der Speiseröhre. Tumorerkrankungen der Speiseröhre werden in zwei Arten unterschieden. Entsteht der Tumor aus Zellen der obersten Schleimhautschicht, nennt man diese Art des Speiseröhrenkrebs Plattenepithelkarzinom. Plattenepithelkarzinom können überall in der Speiseröhre auftreten. Bilden sich jedoch Geschwülste am unteren Ende der Speiseröhre, spricht man von einem Adenokarzinom. Diese Unterscheidung ist insofern wichtig, da es für beide Krebsarten unterschiedliche Therapien gibt.

Im Anfangsstadium verursacht Speiseröhrenkrebs kaum Beschwerden. Eine Früherkennung von Speiseröhrenkrebs ist durch fehlende Anzeichen in diesem Stadium sehr selten. Für Patienten mit erhöhtem Risiko für Speiseröhrenkrebs, wie etwa bei bekanntem Plattenepithelkarzinom im Mund-Nasen-Rachenraum oder hohem Tabak- und Alkoholkonsum, sind frühzeitige Untersuchungen durchaus sinnvoll, um bereits früh Auffälligkeiten der Schleimhaut zu erkennen. Denn je später der Arzt den Speiseröhrenkrebs diagnostiziert, desto schlechter wird die Prognose. Aber auch andere Faktoren wie Alter und allgemeiner Gesundheitszustand des Patienten sowie Aggressivität und Streuung des Tumors spielen eine Rolle, wenn es um die Heilungschancen von Speiseröhrenkrebs geht.

Laut Statistik des Robert Koch Instituts erkrankten in Deutschland seit 2000 pro Jahr etwa 1.050 Frauen und 3.900 Männer an Speiseröhrenkrebs, wobei das durchschnittliche Patientenalter bei Männern bei 67 Jahren und bei Frauen bei 71 Jahren liegt. Eine Erkrankung an Speiseröhrenkrebs vor dem 40. Lebensjahr ist sehr selten.

Was sind die Ursachen von Speiseröhrenkrebs?

Die genauen Ursachen von Speiseröhrenkrebs sind noch nicht ausreichend geklärt. Wie bei einigen anderen Krebsarten steht Speiseröhrenkrebs jedoch nicht mit einer familiären, also erblichen Belastung in Zusammenhang. Jedoch gibt es bestimmte Risikofaktoren, die eine Erkrankung an Speiseröhrenkrebs begünstigen: Rauchen, Alkohol, starkes Übergewicht (vor allem zu viel Bauchfett), dauerhaftes Sodbrennen (Reflux), frühere Erkrankungen der Speiseröhre (z. B. Achalasie oder Barrett-Ösophagus), frühere Bestrahlung im Hals- und Brustbereich, Verengungen der Speiseröhre durch Verätzungen mit Säuren oder Laugen, Plattenepithelkarzinome im Mund-Nasen-Rachenraum.

Häufig ist Magensaft schuld an den Ursachen: Er läuft nicht nur bei der Refluxerkrankung zurück in die Speiseröhre. Auch bei Bulimie oder häufigem Erbrechen wird die Deckenzellschicht der Schleimhaut angegriffen und geschädigt. Hält dieser Zustand dauerhaft an, kann es zu einer Vorstufe von Krebs kommen: Barrett-Ösophagus. Im schlimmsten Fall kann durch diese Erkrankung Speiseröhrenkrebs entstehen. Auch der übermäßige Konsum heißer Getränke kann die Entstehung von Speiseröhrenkrebs, vor allem eines Plattenepithelkarzinoms begünstigen. Eine Infektion mit Papillomaviren HPV gilt dagegen eher als Risikofaktor für das Entstehen eines Adenokarzinoms.

Was sind Symptome bei Speiseröhrenkrebs?

Erste Symptome von Speiseröhrenkrebs wirken auf den ersten Blick nicht besorgniserregend. Anfangs verspüren die meisten Erkrankten nur leichte Verdauungsbeschwerden. Es kommt zu einer Unverträglichkeit bei bestimmten Lebensmitteln.

Weitere erste Anzeichen bei Speiseröhrenkrebs sind Schluckbeschwerden, Sodbrennen, Völlegefühl oder Appetitlosigkeit. Bei folgenden Alarmsignalen raten Fachärzte zu einer Spiegelung der Speiseröhre: plötzlich auftretende Schmerzen beim Schlucken, Schwierigkeiten beim Essen und Trinken, Blut im Stuhl oder im Erbrochenen, häufiges Verschlucken oder Würgen, Übelkeit, Völlegefühl, Aufstoßen, brennende Schmerzen oder Druckgefühl hinter dem Brustbein, Blähungen, merklicher Gewichtsverlust.

Falls der Speiseröhrenkrebs sich bereits auf anderes Gewebe ausgebreitet hat und beispielsweise die Luftröhre befallen hat, kommt es vermehrt zu Problemen bei der Nahrungsaufnahme. Während des Essens können Nahrungspartikel in die Luftröhre gelangen und eine Lungenentzündung auslösen.

Wie erkennt der Arzt Speiseröhrenkrebs?

Damit der Arzt den Verdacht auf Speiseröhrenkrebs bestätigen kann, sind meist mehrere Untersuchungen notwendig. Nach einer ausführlichen Anamnese zum genauen Beschwerdebild, etwaigen Vorerkrankungen und Lebensgewohnheiten des Patienten plant er weitere Schritte, wie etwa die Spiegelung der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarms. Mit einem Endoskop kann der Arzt während der Spiegelung gleichzeitig eine Gewebeprobe entnehmen, die nach einer Biopsie weitere Diagnosen hinsichtlich Speiseröhrenkrebs zulässt. Nach der Untersuchung der Probe lässt sich die Krebsart, das Stadium des Speiseröhrenkrebs und die Aggressivität des Tumors bestimmen.

Kommt es zur Diagnose Speiseröhrenkrebs, folgen weitere Untersuchungsschritte: Mit Blutuntersuchungen, Computertomografie und Ultraschall wird genau festgestellt, wie weit sich der Tumor ausgebreitet und ob weiteres Gewebe befallen ist. Insbesondere die Leber, aber auch andere Bauchorgane sowie Lymphknoten werden auf Metastasenbildung untersucht. Durch das Röntgen der Brustregion erkennt der Arzt mögliche Metastasen vor allem in der Lunge. Nach allen notwendigen Untersuchungen erstellt er individuelle Behandlungspläne für den Patienten. Dabei ähneln sich die Therapien von Speiseröhrenkrebs und Magenkrebs in einigen Punkten.

Wie wird Speiseröhrenkrebs behandelt?

Bei Krebserkrankungen unterscheidet man zwischen einer kurativen (heilenden) und einer palliativen (schmerzlindernden) Behandlung. Bei der kurativen Behandlung entfernt der Arzt den Krebs im Idealfall vollständig. Dies geschieht durch eine Operation. Eine palliative Therapie kommt zum Einsatz, wenn der Krebs bereits gestreut hat und eine vollständige Heilung nicht mehr erreicht werden kann. Eine palliative Behandlung bei Speiseröhrenkrebs versucht in erster Linie, Beschwerden zu lindern, das Leben der Patienten zu verlängern, aber dabei vor allem die Lebensqualität so gut wie möglich zu erhalten. Zur palliativen Behandlung von Speiseröhrenkrebs zählen: Chemotherapie, Antikörpertherapie, Radiochemotherapie, oder ein spezielles Röhrchen aus Metall (Stent) in der Speiseröhre, um einer Verengung des Organs vorzubeugen.

Bei einer Operation entfernt der Chirurg die Speiseröhre teilweise, oft auch vollständig. Nach dem operativen Eingriff schließt sich meistens eine Strahlentherapie häufig in Kombination mit Chemotherapie an, vor allem wenn nicht das gesamte befallene Gewebe entfernt werden konnte. Um die Chancen auf Heilung zu erhöhen, raten manche Mediziner, eine Chemo- oder Strahlentherapie bereits vor der Operation durchzuführen. Dadurch verkleinert sich der Tumor und eine Operation hat größere Erfolgschancen. Nach der Heilung von Speiseröhrenkrebs ist eine gute Nachsorge sehr wichtig. Eine regelmäßige Kontrolle in spezialisierten Kliniken ist unerlässlich, damit ein mögliches Wiederauftreten von Speiseröhrenkrebs sofort behandelt werden kann.

Wie kann ich Speiseröhrenkrebs vorbeugen?

Vor allem mit einer gesunden Lebensweise lässt sich Speiseröhrenkrebs vorbeugen. Rauchen und zu viel Alkohol zählen zu den Hauptrisikofaktoren für Speiseröhrenkrebs. Durch den Verzicht auf Nikotin und übermäßigen Alkoholkonsum kann man dem Aufkommen von Krebs entgegenwirken. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse sowie wenig Fett kann das Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken, ebenfalls verringern.

Auch durch das frühzeitige Erkennen von möglichen Risikofaktoren für Speiseröhrenkrebs, lässt sich die Entwicklung der Tumorerkrankung aufhalten. So ist es ratsam, bei chronischem Sodbrennen und dem Verdacht auf ein Barett-Syndrom, als die Vorstufe von Speiseröhrenkrebs, umgehend den Arzt zu konsultieren und regelmäßig Kontrolluntersuchungen durchführen zu lassen. Bei frühzeitiger Erkennung von Speiseröhrenkrebs steigen die Heilungschancen.

Wie sind die Heilungschancen bei Speiseröhrenkrebs?

Die Prognose bei Speiseröhrenkrebs ist eher schlecht, da die Krankheit für eine Heilung in den meisten Fällen nicht früh genug erkannt wird. So haben sich bei Speiseröhrenkrebs im Endstadium im Körper des Patienten schon an mehreren Stellen Metastasen gebildet. Dann ist Speiseröhrenkrebs meist nicht mehr heilbar und die Lebenserwartung sehr gering.

Selbst nach einer erfolgreichen Therapie kann Speiseröhrenkrebs wieder ausbrechen (Rezidiv). Bei einem Rückfall kann der Krebs sowohl in der Speiseröhre als auch in anderen Teilen des Körpers auftreten