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Schädel-Hirn-Trauma: Ursachen, Symptome und Behandlung

Ein Schädel-Hirn-Trauma (SHT) entsteht meist nach einem Sturz auf den Kopf. Sehr oft sind Schädel-Hirn-Traumata Folgen eines Verkehrsunfalls mit dem Auto, Fahrrad, beim Skifahren oder auch durch Unfälle im Haushalt. Dabei entstehen Verletzungen am Schädel und/oder am Gehirn. Je nach Unfallschwere können weitere Organe wie Auge, Nase, Mund oder Kiefer zusätzlich verletzt sein.

Was ist ein Schädel-Hirn-Trauma?
Was sind die Ursachen eines Schädel-Hirn-Traumas?
Was sind die Symptome eines Schädel-Hirn-Traumas?
Wie erkennt der Arzt ein Schädel-Hirn-Trauma?
Wie wird ein Schädel-Hirn-Trauma behandelt?
Wie kann ich vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen bei einem Schädel-Hirn-Trauma?

Die Verletzungen und Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas sind sehr unterschiedlich und werden deshalb in unterschiedliche Schweregrade von eins bis drei unterteilt. Dabei reicht die Bandbreite von leichten Gehirnerschütterungen bis hin zu Gehirnquetschungen. Schwere Hirnverletzungen können im äußersten Fall zu einem (Wach-)Koma oder sogar zum Tod führen.

SHT-Patienten werden auf der Intensivstation zuallererst untersucht. (c) Kiryl Lis / Fotolia


Was ist ein Schädel-Hirn-Trauma?

Ein Schädel-Hirn-Trauma wird durch Verletzungen am Schädelknochen oder am Gehirn ausgelöst. SHT ist dabei ein Oberbegriff für gedeckte oder offene Kopfverletzungen mit Gehirnbeteiligung. Dies sind etwa ein Schädelbruch, eine Hirnverletzung oder Gehirnerschütterung.

Kopfverletzungen entstehen meist durch Gewalteinwirkungen, verursacht durch Stürze auf den Kopf oder als Folge eines Verkehrsunfalls. In Deutschland sterben laut Statistik jährlich durchschnittlich 10.000 Menschen an einem Schädel-Hirn-Trauma. Vor allem unter Jugendlichen ist die Sterberate bei Schädel-Hirn-Verletzungen hoch.

Was sind die Ursachen eines Schädel-Hirn-Traumas?

Ursachen eines Schädel-Hirn-Traumas sind meistens Unfälle. Sehr häufig kommt es zu Kopfverletzungen nach Stürzen mit dem Fahrrad – vor allem wenn der Fahrer keinen Schutzhelm getragen hat.

Sportunfälle beim Skifahren oder auch Stürze im Haushalt und bei der Arbeit zählen ebenfalls zu den häufigsten Auslösern eines SHTs. Dabei können stumpfe Schläge oder Stöße auf den Kopf ein Schädel-Hirn-Trauma auslösen als auch Gegenstände, die durch den Schädelknochen dringen. Ein Schädel-Hirn-Trauma wird nur durch äußerliche Gewaltanwendung verursacht.

Häufigste Ursache eines Schädel-Hirn-Traumas sind Unfälle. (c) arborpulchra / Fotolia


Was sind die Symptome eines Schädel-Hirn-Traumas?

Die Symptome eines Schädel-Hirn-Traumas unterschieden sich je nach Schweregrad der Kopfverletzungen. Die Einteilung der Schwere eines Schädel-Hirn-Traumas erfolgt in Graden. Bei einem leichten Schädel-Hirn-Trauma ersten Grades kommt es häufig zu einer Gehirnerschütterung. Dabei ist meist keine offensichtliche Verletzung wie eine offene Wunde am Kopf erkennbar. Zu den Symptomen eines SHT ersten Grades zählen Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl und Kreislaufstörungen. Manchmal leiden Betroffene kurz nach dem Unfall auch unter Gedächtnisverlust. Die Symptome klingen in der Regel nach einigen Tagen wieder ab.

Bei einem mittelschweren Schädel-Hirn-Trauma zweiten Grades kommt es zur Gehirnprellung. Dabei erleiden Menschen unterschiedliche Symptome wie Lähmungserscheinungen oder Sprach-, Seh- und Empfindungsstörungen, wie etwa Einschränkungen oder Verlust des Geruchssinn. Zusätzliche Beschwerden sind Erbrechen und Übelkeit, Kopfschmerzen, starke Kreislaufprobleme, Atembeschwerden und Bewusstlosigkeit. Die Symptome des Schädel-Hirn-Traumas können einige Wochen anhalten.

Ein schweres Schädel-Hirn-Trauma wird mit einem Grad drei gekennzeichnet und zeigt bei den Betroffenen Gehirnquetschungen auf. Weitere Symptome sind Bewusstlosigkeit, die etwa eine Stunde lang anhalten kann sowie starke Zerstörungen des Gehirngewebes. Schädel-Hirn-Traumata dritten Grades heilen nur langsam ab und hinterlassen oft bleibende Schäden. Abhängig von der Hirnschädigung kann es zu anhaltenden Nervenausfällen und Störungen von Körperfunktionen wie Atmung und Kreislauf kommen. Als weitere Komplikation kann eine Epilepsie eintreten. Zu weiteren Langzeitfolgen bei schweren Schädel-Hirn-Traumata zählen: psychische Erkrankungen, Gedächtnisschwäche, Persönlichkeitsveränderungen, Lähmungserscheinungen, Verlust von Sinneswahrnehmungen und Sprachschwierigkeiten.

Wie erkennt der Arzt ein Schädel-Hirn-Trauma?

Als erstes Indiz, dass ein Mensch unter einem Schädel-Hirn-Trauma leiden könnte, liefert eine genaue Beschreibung des Unfallhergangs. Wichtig für den Arzt ist auch die Angabe, ob und wie lange der Patient bewusstlos war. Bei einer offensichtlichen Kopfverletzung oder einem berichteten Sturz auf den Kopf, muss der Patient ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Ein Team aus Unfallchirurgen, Orthopäden und Neurologen übernimmt die Behandlung, um eine sichere Diagnose stellen zu können. Falls der Patient bei Einlieferung ins Krankenhaus immer noch bewusstlos ist, folgt eine neurologische Untersuchung. Durch Lichtreize werden Pupillenreaktionen getestet. Diese Untersuchung wird medizinisch Lichtreaktion oder Pupillarreflex genannt und liefert Hinweise auf das Ausmaß der Hirnverletzung.

Außerdem werden Röntgenuntersuchungen oder eine Computertomografie (CT) durchgeführt, um Frakturen von Schädelknochen und Schädelbasis zu erkennen und genau zu lokalisieren. Durch diese bildgebenden Verfahren werden zusätzliche Verletzungen des Gehirns wie Prellungen, Quetschungen oder Blutungen ebenfalls sichtbar. Falls diese Verfahren keine Ergebnisse liefern, folgt meist eine Magnetresonanztomografie (MRT).

Intensivstation

Die Computertomografie (CT) zeigt Verletzungen des Gehirns. (c) Kzenon / Fotolia

Wie wird ein Schädel-Hirn-Trauma behandelt?

Nach der Diagnose Schädel-Hirn-Trauma muss der Patient intensiv überwacht werden, um weitere Komplikationen, wie zum Beispiel einen Anstieg des Hirndrucks, sofort zu erkennen. In diesem Fall müsste eine Operation erfolgen, die mögliche Blutergüsse (Hämatome) entfernt und Hirnblutungen stoppt.

Menschen mit einem Schädel-Hirn-Trauma leiden oft an Kreislauf und Atemproblemen, die in äußersten Fällen intensivmedizinische Maßnahmen erfordern. Je nach Beschwerden und Schweregrad der Verletzung werden ebenfalls Schmerzmittel verschrieben sowie Medikamente gegen Übelkeit, Kreislaufstörungen, Infektionen und Krämpfe.

Offene Schädel-Hirn-Traumata und zum Teil auch gedeckte Schädelbrüche und Hirnblutungen, erfordern eine Operation. Schädel- und Gesichtsbrüche werden chirurgisch rekonstruiert. Auch offene Schädel-Frakturen werden operativ verschlossen und Hirnhautrisse vernäht. Nach der Operation müssen Betroffene oft zur Rehabilitations-Therapie in eine Spezialklinik oder ein Reha-Zentrum. Teil der weiterführenden Behandlung sind Physio-, Ergo- und Logotherapie. Je früher die unterstützende Therapie beginnt, desto größer sind die Chancen, verlorene körperliche, geistige und sprachliche Fähigkeiten wieder zu erlangen.

Physio-, Ergo- und Logotherapie unterstützen die Rehabilitation. (c) RK008 / Fotolia

Wie kann ich vorbeugen?

Da meist Unfälle und vor allem Stürze auf den Kopf ein Schädel-Hirn-Trauma verursachen, gibt es keine konkreten Vorbeugemaßnahmen. Allgemein kann man sich vor Unfällen schützen oder das Ausmaß im Falle eines Unfalls minimieren, wenn man die gültigen Vorsichtsmaßnahmen einhält. Dazu zählen das Tragen von Schutzhelmen beim Fahrrad- und Skifahren, Inlineskaten oder Skateboardfahren sowie bei anderen extremen Outdoor Sportarten.

Manche Sportarten wie etwa Eishockey oder American Football bergen ein höheres Risiko, ein Schädel-Hirn-Trauma zu erleiden. Bodychecks können Verletzungen im Kopf- und Nackenbereich zur Folge haben. Sporthelme sind hier als Schutz vor Gehirnerschütterungen und anderen Hirnverletzungen ein Muss.

Wie sind die Heilungschancen bei einem Schädel-Hirn-Trauma?

Oft sind die Ausmaße eines Schädel-Hirn-Traumas kurz nach dem Unfall noch nicht gänzlich ersichtlich. Erst im weiteren Verlauf zeigen sich die Spätfolgen und ob Schäden oder Behinderungen zurückbleiben. Schädel-Hirn-Traumata ersten Grades, also Kopfverletzungen ohne Nervenschäden, heilen in der Regel nach sechs Wochen von selbst. Bei Verletzungen des Gehirns oder bei Schäden an Nervensträngen kann die Therapie und anschließende Reha-Phase einige Zeit länger dauern.

Schwere Fälle von Schädel-Hirn-Traumata können lebensbedrohlich sein und sogar zum Tod führen. Patienten mit schweren Hirnverletzungen können zum Pflegefall werden, wenn sie in ein dauerhaftes Koma oder Wachkoma fallen. Weitere Spätfolgen können motorische Störungen, Lähmungen sowie geistige Behinderungen sein. Ebenso erhöht sich nach einem Schädel-Hirn-Trauma das Risiko an Demenz zu erkranken, selbst wenn die Hirnverletzung bereits Jahre zurückliegt.