Magen & Darm

Salmonellose

Wenn Gaumenfreuden den Darm krank machen: Im Sommer steigt das Risiko für Salmonellen in Eiscreme und auch im Kartoffelsalat, Mayonnaise-Dip oder Tiramisu. Wer bakteriell belastete Lebensmittel isst, kann sich eine Infektion einhandeln. In vielen Fällen läuft die sogenannte Salmonellose glimpflich ab, es gibt aber Ausnahmen.

Was ist eine Salmonellose?
Wie kommt es zu einer Salmonellose?
Welche Symptome zeigen sich bei einer Salmonellose?
Welche Folgen kann die Erkrankung haben?
Wie erkennt der Arzt eine Salmonellose?
Wie lässt sich eine Salmonellose behandeln?
Wie kann man einer Salmonellose vorbeugen?
Wie gut sind die Heilungschancen?

Was ist eine Salmonellose?

Salmonellen sind Bakterien, die die warmen Monate lieben und sich im Sommer rasend schnell vermehren  – besonders in Lebensmitteln wie Fleisch, Geflügel, Eier, Milch und Milchprodukten. Nehmen wir große Mengen der Bakterien über die Nahrung zu uns, erkrankt unser Verdauungsapparat. Die Erreger verursachen eine Gastroenteritis (Entzündung des Magen-Darm-Trakts), die sich schnell durch Durchfall und Erbrechen bemerkbar macht.

Beim gesunden Menschen im mittleren Alter äußert sich eine Salmonellose meist als unkomplizierte Lebensmittelinfektion, die rasch überstanden ist. Bei Kindern unter zehn Jahren oder älteren Menschen aber kann sich eine Salmonellose nicht nur über Monate hinziehen, sondern unbehandelt auch zu einem enormen Flüssigkeits- und Nährstoffverlust führen.

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Überall auf der Welt infizieren sich Menschen mit Salmonellen. In Deutschland sind die Zahlen seit einigen Jahren rückläufig. Während 2001 noch um die 72.000 Menschen betroffen waren, wurden 2015 „nur“ 13.800 Infektionen registriert. Todesfälle infolge von Salmonellose sind hierzulande selten. Männer und Frauen erkranken gleich häufig, Kleinkinder sind besonders anfällig. Das Risiko der Infektion ist im Spätsommer – der Salmonellen-Saison – am höchsten.

Salmonellose ist ansteckend. Um vor Epidemien zu schützen, muss die Krankheit durch den Arzt oder das Labor dem Gesundheitsamt gemeldet werden.

Salmonellen mögen Speiseeis genauso gern wie wir

Salmonellen mögen Eis genauso gern wie wir.

Was sind Salmonellen?

Salmonellen sind stäbchenförmige Bakterien. Es gibt 2.400 verschiedene Arten, von denen 120 für den Menschen gesundheitsschädigend sind. Sie vermehren sich bei Temperaturen zwischen 10 und 50 Grad Celsius mit und ohne Sauerstoff und überleben monatelang – auch im Gefrierschrank. Nur ein Erhitzen auf über 75 Grad tötet sie mit Sicherheit ab.

Die Bakterien zählen zu den häufigsten Durchfallerregern in Deutschland. Neben Salmonellosedie auf den Darm beschränkt bleibt, führt die Infektion mit Salmonellen auch zu Typhus und Paratyphus – beides systemische Erkrankungen, an denen der Darm beteiligt ist und die vor allem in tropischen Ländern auftreten. Sie weisen aber ein anderes Krankheitsbild als das der Salmonellose auf.

Wie kommt es zu einer Salmonellose?

Eine gewisse Menge Salmonellen kann unsere Magensäure gut abwehren. Sobald aber genügend Bakterien diese natürliche Barriere überstanden und den Magen passiert haben, setzen sie in der Darmschleimhaut Giftstoffe frei – daher auch die Bezeichnung Salmonellenvergiftung. Diese Toxine führen zu einer Darmentzündung.

Im Schnitt sind 10.000 bis 1.000.000 Keime nötig, damit es bei einem Erwachsenen zur Erkrankung kommt. Geringere Dosen werden nur gefährlich, wenn das Immunsystem geschwächt (ältere oder kranke Menschen) oder noch im Aufbau ist (Säuglinge oder Kinder).

Die Verbreitung beginnt fast immer mit einem Tier, dessen Ausscheidungen den Erreger enthalten und dadurch Lebensmittel infizieren. Damit eine Salmonellose entstehen kann, müssen sich die Bakterien in der Nahrung aber erst vermehren. Die Voraussetzungen dafür sind im Sommer bestens, weil gefährdete Speisen beim Grillen, Picknicken oder Frühstücken im Freien zu lange in der Sonne schmoren. Denn generell gilt: Bakterien verbreiten und vermehren sich durch mangelnde Hygiene und falschen Umgang mit Lebensmitteln.

Zu den primären Salmonellenträgern gehören fast alle Geflügelarten. Eier gelten als besonders gefährdet – vor allem, wenn sie roh sind. Aber auch im Fleisch vom Schwein oder Rind werden immer wieder Salmonellen nachgewiesen, ebenso in Speiseeis und Tiefkühlkost. Und auch alle anderen Lebensmittel können den Keimen als Nährboden dienen, wenn sie mit verunreinigten Oberflächen oder Besteck in Kontakt kommen (Kreuzkontamination).

Eine Übertragung durch Trinkwasser ist möglich, aber selten. Ähnlich verhält es sich mit der direkten Infektion von Tier zu Mensch. Dass die Krankheit von Mensch zu Mensch übertragen wird, kommt vor, weil wir die Erreger über den Darm ausscheiden. Aber auch dieser Infektionsweg ist eher die Ausnahme.

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Welche Symptome zeigen sich bei einer Salmonellose?

Zwischen Infektion und Ausbruch (Inkubationszeit) der Krankheit liegen durchschnittlich sechs Stunden bis drei Tage. In dieser Zeit kommt es zu plötzlichen Beschwerden in Magen und  Darm. Typische Symptome sind:

  • Heftige Bauchschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall – wässrig und teilweise blutig
  • Erhöhte Temperatur oder Fieber

Die Intensität der Symptome ist abhängig von der Menge an Bakterien im Körper. In vielen Fällen verschwinden die Beschwerden nach einigen Stunden bis Tagen von selbst, manchmal verläuft die Salmonellose auch komplett symptomlos.

Eine Infektion mit Salmonellen, die den Darm betrifft, äußert sich mit heftigen Bauchschmerzen

Eine Infektion mit Salmonellen kann zu heftigen Bauchschmerzen führen.


Welche Folgen kann eine Salmonellose haben?

Halten Durchfall und Erbrechen sehr lange an, verliert der Patient schnell an Gewicht. Außerdem kommt es zu einem massiven Flüssigkeitsmangel. Trockene Zunge und Schleimhäute, trockene Haut, dunkel verfärbter Urin und geringe Urinmengen weisen auf eine Austrocknung des Körpers hin. Der enorme Flüssigkeitsverlust führt zudem dazu, dass das Blut eindickt und das Thrombose-Risiko somit steigt.

Gelangen die Bakterien in die Blutbahn, weiten sich die entzündlichen Prozesse auf andere Organe aus. Die Folgen können sein:

  • Abszesse an Lunge, Leber und Niere
  • Entzündungen von Knochen und Hirnhaut
  • Harnwegsinfektionen

Dieser schwere Krankheitsverlauf, auch Salmonellen-Sepsis (Blutvergiftung) genannt, wird begleitet von hohem Fieber, Schüttelfrost und Kreislaufzusammenbrüchen.

Wie erkennt der Arzt eine Salmonellose?

Um eine Salmonellose zu diagnostizieren, muss der Erreger im Labor nachgewiesen werden. Dazu nimmt der Arzt Proben des Stuhls, des Erbrochenen oder der verdächtigen Lebensmittel und testet sie auf Salmonellen. Mithilfe verschiedener Schnellverfahren steht das Ergebnis schon nach einem Tag fest. Bei Verdacht auf schwere, systemische Verläufe untersucht der Arzt zusätzlich das Blut des Patienten.

Wie lässt sich die Erkrankung behandeln?

Die wichtigste und erste Therapiemaßnahme ist, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Sprich: Der Patient muss reichlich trinken, am besten Wasser und Tee. Eine Elektrolytlösung aus der Apotheke kann zusätzlich den Mineralienhaushalt wieder ausgleichen. Bei extremen Fällen von Brechdurchfall muss der Betroffene im Krankenhaus versorgt werden – unter anderem, um die Kreislauffunktion überwachen zu können.

Eine auf den Darm beschränkte Salmonellose muss nicht in jedem Fall medikamentös behandelt werden. Antibiotika würden die Bakterien zwar abtöten, gleichzeitig aber die Ausscheidung der Erreger über den Stuhl und damit die Ansteckungsgefahr verlängern. Wenn möglich wird die Gabe von Antibiotika daher vermieden und kommt nur bei komplizierten Verläufen infrage. Gängige Wirkstoffe sind Ampicillin bei Kindern und Fluorochinolone wie Ciprofloxacin bei Erwachsenen.

Wie kann man einer Salmonellose vorbeugen?

Vor einer Infektion mit Salmonellen schützt ein gutes Maß an Hygiene – am Herd, beim Einkaufen, beim Grillen und im Urlaub. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat eine Liste mit vorbeugenden Maßnahmen zusammengestellt. Die Wichtigsten sind diese:

  • Die Kühlkette von Lebensmitteln einhalten
  • Immer wieder Hände waschen: nach dem Klogang, vor dem Kochen und dazwischen
  • Kleinkinder, Schwangere und ältere Personen sollten die Finger von rohen tierischen Produkten wie Ei, Tatar oder Meeresfrüchte lassen – besonders im Sommer und auf Reisen
  • Geflügel, Fleisch und Fisch immer ordentlich durchgaren, es gilt: über 75 Grad für mindestens zehn Minuten erhitzen, dann haben Salmonellen keine Chance (trifft auch zu für wieder Aufgewärmtes in der Mikrowelle)
  • Speisen wie Mayonnaise, Geflügel, Hackfleisch oder Wurst im Kühlschrank aufbewahren und möglichst schnell verbrauchen
  • Küchentextilien wie Lappen oder Tücher regelmäßig auswechseln
  • Beim Auftauen von Lebensmitteln darauf achten, dass das Auftauwasser separat aufgefangen wird und nicht mit anderen Nahrungsmitteln in Berührung kommt
  • Alles mit rohem Ei innerhalb von 24 Stunden verzehren und in der Zwischenzeit kühl lagern
  • Wer im Sommer draußen essen möchte, sollte empfindliche Lebensmittel in einer Kühlbox verstauen

Wie gut sind die Heilungschancen?

In den meisten Fällen heilt eine akute Salmonellose nach einigen Tagen von selbst aus. Ist der Betroffene sehr jung, alt oder krank können schwere Verläufe tödlich enden – die Sterblichkeitsrate liegt bei 0,1 Prozent.

Achtung! Wer an einer Salmonellose erkrankt, scheidet die Erreger nach Abklingen der Symptome noch drei bis sechs Wochen aus und ist genauso lange für andere ansteckend.

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