Gesundheit kompakt

Rotavirus

Das Rotavirus kann beim Menschen schwere Durchfallerkrankungen auslösen, besonders gefährdet sind Kinder und Säuglinge. Symptome sind starker Durchfall, Erbrechen und Fieber. In seltenen Fällen kann dies bei Risikopatienten auch zum Tod führen.  

Was ist das Rotavirus?
Was sind die Ursachen?
Was sind die Symptome einer Rotavirus-Infektion?
Wie erkennt der Arzt das Rotavirus?
Wie wird eine Rotavirus-Infektion behandelt?
Wie kann ich vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen?

Was ist das Rotavirus?

Das Rotavirus kann eine schwere Durchfallerkrankung verursachen. Der Erreger verbreitet sich sehr schnell, vor allem unter Kindern im Alter von sechs Monaten bis hin zu zwei Jahren, in Form einer Schmierinfektion über Fäkalien, verunreinigte Gegenstände, Lebensmittel oder Trinkwasser. Kinder zählen zur Risikogruppe, da sie noch keine Antikörper gegen die Viren haben.

Seit 2001 ist eine Infektion mit dem Rotavirus in Deutschland meldepflichtig. Laut Statistiken des Robert Koch-Instituts sterben weltweit jährlich rund 453.000 Kinder unter fünf Jahren an der durch das Rotavirus ausgelösten Dehydration. 2,4 Millionen Kinder werden weltweit jährlich wegen Rotaviren behandelt. Ältere Menschen zählen ebenfalls zur Risikogruppe, auch wenn eine Ansteckung im Erwachsenenalter eher seltener vorkommt.

Erwachsene leiden öfter an einer Infektion mit Noroviren, die ebenfalls schweren Brechdurchfall verursachen können. Beim Norovirus sind im Vergleich zum Rotavirus die Symptome wie Durchfall und Erbrechen aber deutlich schwächer ausgeprägt. Eine Infektion mit dem Rotavirus während der Schwangerschaft ist relativ ungefährlich. Beeinträchtigungen für das Baby aufgrund einer Infektion der Mutter sind nicht bekannt.

Was sind die Ursachen?

Die Rotaviren breiten sich durch Schmierinfektionen aus. Rotaviren sind sehr resistent und hartnäckig. Sie bleiben lange auf Gegenständen aktiv und lassen sich auch mit Desinfektionsmittel nur schwer abtöten.

Die Viren sind im Stuhl der Betroffenen nachweisbar und verbreiten sich vor allem unter Kindern und Säuglingen durch verseuchte Gegenstände wie Spielzeug oder Geschirr. Auch verunreinigtes Trinkwasser kann eine Infektion auslösen.

Vor allem in Entwicklungsländern kann das Virus bei Kindern zum Tod führen. Auch Touristen sollten in Ländern mit hohem Infektionsrisiko Trinkwasser und Lebensmittel mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen konsumieren.

Was sind die Symptome einer Rotavirus-Infektion?

Das Rotavirus hat eine Inkubationszeit von etwa drei Tagen, bis sich erste Anzeichen der Infektion zeigen. Zu den Symptomen zählen in erster Linie Durchfall, der in kürzester Zeit sehr schlimm werden kann. Sehr oft kommen zusätzlich Übelkeit und Erbrechen sowie in manchen Fällen auch hohes Fieber dazu.

Vor allem hohes Fieber führt zu einem Risiko für erkrankte Kinder, die dadurch noch mehr Flüssigkeit sowie Mineralstoffe verlieren. Dieser Zustand kann unter Umständen lebensbedrohlich werden und muss unbedingt ärztlich beobachtet und versorgt werden.

Bei vielen Betroffenen entwickeln sich ebenfalls grippeähnliche Symptome wie Husten, Gliederschmerzen oder Atemprobleme. Mit entsprechender Therapie dauert die Infektion etwa vier bis sieben Tage, bis sie langsam wieder nachlässt.

Wie erkennt der Arzt das Rotavirus?

Als erstes Indiz für den Arzt sind die eindeutigen Symptome wie schwerer Durchfall und Erbrechen. Nach einer gründlichen Untersuchung des Bauchraums, kann anhand einer Stuhlprobe das Virus mikroskopisch oder molekularbiologisch nachgewiesen werden.

Wie wird eine Rotavirus-Infektion behandelt?

In erster Linie werden die Symptome der Infektion behandelt. Dabei ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sehr wichtig, um den Verlust durch den wässrigen Stuhl und mögliches Fieber wieder auszugleichen. Flüssigkeits- und Mineralsalzmangel kann vor allem bei kleinen Kindern und Säuglingen zu lebensbedrohlichen Situationen führen. Viele der Betroffenen werden deshalb auch im Krankenhaus mit zusätzlichen Infusionen behandelt.

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Gegen das Fieber können fiebersenkende Mittel wie Ibuprofen oder Paracetamol genommen werden. Spezielle Medikamente, die gezielt gegen die Rotaviren kämpfen, wie etwa Antibiotika bei bakteriellen Infektionen, gibt es leider nicht. Es kann also nur symptomatisch therapiert werden. Dabei müssen unbedingt Hygienemaßnahmen eingehalten werden, damit sich die Viren nicht weiter verbreiten.

Eine Mutter wäscht die Hände ihrer Tocher. Hygiene ist das A und O, um Rotaviren einzudämmen.

Hygiene ist das A und O, um Rotaviren einzudämmen. (c) Konstantin Yuganov / Fotolia

Wie kann ich vorbeugen?

Wenn Fälle von Rotavirus-Infektionen bekannt sind, kann die Übertragung durch bestimmte Vorsichtsmaßnahmen eingeschränkt werden. Vor allem die Toilettenhygiene ist dabei sehr wichtig. Mit speziellen Desinfektionsmitteln kann die Oberfläche in Bad und Toilette behandelt sowie Gegenstände, die etwa infizierte Säuglinge in den Mund nehmen könnten, gesäubert werden.

Vor allem Spielzeug, Geschirr und Wickelunterlagen müssen ständig gereinigt werden, um eine Übertragung zu verhindern. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit Juli 2013 allen Babys ab einem Alter von sechs bis 12 Wochen die Schluckimpfung gegen das Rotavirus. Der Lebendimpfstoff wird in zwei bis drei Impfungen in einem Abstand von vier Wochen verabreicht.

Mögliche Nebenwirkungen nach der Impfung gegen das Rotavirus sind vorübergehend Fieber, Durchfall oder Erbrechen. In manchen Fällen wurden auch Erkältung, Bauchschmerzen, Blähungen, Blut im Stuhl, Hautausschlag oder Mittelohrentzündung als mögliche Nebenwirkungen der Impfung beobachtet. Die Schutzimpfung hält etwa zwei bis drei Jahre an.

Wie sind die Heilungschancen?

In Deutschland sind die Heilungschancen sehr gut, wenn bei der Behandlung vor allem auf die Flüssigkeitszufuhr geachtet und gegebenenfalls im Krankenhaus vorgenommen wird.

Auch wegen der Impfrate in Deutschland sind die Infektionen deutlich zurückgegangen. Jedoch kommt es noch insbesondere in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten oder auch Krankenhäusern manchmal zu Rotavirus-Epidemien.

In Entwicklungsländern sind Infektionen mit Rotaviren weitaus gefährlicher. Wegen mangelnder medizinischer Versorgung erkranken in Afrika, Asien und Lateinamerika jährlich über 100 Millionen Kinder an Rotaviren, viele von ihnen sterben an der Infektion.

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