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Ösophagitis – Wenn sich die Speiseröhre entzündet

Ösophagitis beschreibt eine akute oder chronische Entzündung der Speiseröhre (Ösophagus). Die häufigsten Beschwerden von Betroffenen einer Speiseröhrenentzündung sind Sodbrennen und Schluckbeschwerden.

Was ist Ösophagitis?
Was sind die Ursachen von Ösophagitis?
Was sind die Symptome von Ösophagitis?
Wie erkennt der Arzt Ösophagitis?
Wie wird Ösophagitis behandelt?
Wie kann ich Ösophagitis vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen bei Ösophagitis?

Schleimhautschäden des Ösophagus werden oft durch zu viel Magensäure, die zurück in die Speiseröhre gelangt (Reflux) ausgelöst. In diesem Fall spricht man auch von Refluxösophagitis. Ösophagitis tritt jedoch auch ohne Reflux auf. Dann wird die Speiseröhrenentzündung oftmals durch Schadstoffe oder Infektionen, Tumore sowie andere Erkrankungen ausgelöst.

Was ist Ösophagitis?

Ösophagitis ist eine Entzündung der Schleimhaut in der Speiseröhre. Dabei gibt es unterschiedliche Ursachen sowie Arten der Speiseröhrenentzündung. Eine chronische, allergieartige Entzündung der Speiseröhre wird etwa eosinophile Ösophagitis genannt und zeigt sich vor allem durch Schluckbeschwerden bei der Nahrungsaufnahme. Die eosinophile Form führt bei Kindern und Säuglingen zu häufigem Erbrechen. Neben Umwelteinflüssen spielt die Genetik eine Rolle bei dieser Erkrankung. Eine kontrollierte Ernährung hilft den Patienten mit dieser Art der Ösophagitis.

Die häufigste Form der Ösophagitis ist jedoch die Refluxösophagitis, die durch den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre verursacht wird. Diesen Zustand nennt man gastroösophagealen Reflux. Diese Form der Refluxerkrankung verläuft in der Regel chronisch und zeigt sich durch Sodbrennen, saures Aufstoßen und Schmerzen im inneren Brustbereich. Die Refluxösophagitis entwickelt sich in manchen Fällen zu einem Barrett-Ösophagus. Diese Patienten haben ein erhöhtes Risiko an Speiseröhrenkrebs zu erkranken. Eine weitere Form ist die Soor-Ösophagitis. Dabei entsteht die Speiseröhrenentzündung durch Pilzbefall, vor allem durch den Hefepilz Candida.

Ösophagitis wird in unterschiedliche Graden oder Stadien unterteilt. Vier Krankheitsstadien wurden nach Savary-Miller definiert, wobei Stadium eins einzelne Schleimhauterosionen bezeichnet, Stadium zwei konfluierende Erosionen, Stadium drei zirkumferente Läsion ohne Stenosezeichen und Stadium vier eine Wandfibrose oder Stenose beschreibt.

Was sind die Ursachen von Ösophagitis?

Ösophagitis kann unterschiedliche Ursachen haben. Die häufigste Ursache liegt am Reflux von Magensäure. Hier greift die Salzsäure aus dem Magen die Schleimhäute der Speiseröhre an. Oft ist der Grund eine Überproduktion an Magensäure. Häufig liegt die Ursache des Reflux aber auch an einem nicht funktionierenden Schließmuskels der Speiseröhre.

Weitere, jedoch seltene Ursachen sind: Virusinfektionen (beispielsweise mit Herpesviren) oder Infektionen mit Candida-Pilzen. Auch eine allergische Reaktion etwa auf Nahrungsbestandteile kann in selten Fällen eine Ösophagitis auslösen.

Ebenso kommt es in manchen Fällen durch Alkoholmissbrauch, Verätzungen der Schleimhaut durch chemische Substanzen, Chemotherapeutika oder durch andere Vorerkrankungen wie Morbus Crohn oder Diabetes mellitus zu der Erkrankung. Ösophagitis kann auch als Folge schwerer Bulimie resultieren, da häufiges Erbrechen die Speiseröhre reizt.

Fette und Alkohol führen zu einer Überproduktion an Magensäure (c) karandaev / Fotolia

Was sind die Symptome von Ösophagitis?

Patienten mit einer Refluxösophagitis leiden vor allem nachts, nach dem Essen, beim Bücken oder Heben von Gewicht an Symptomen wie Sodbrennen und dem Aufstoßen von Magensäure. Die Symptome werden noch verstärkt wenn Tabak und Alkoholkonsum dazu kommen. Ein weiteres Symptom, das auch ohne Sodbrennen auftreten kann, sind unspezifische Schmerzen oder ein Druckgefühl in der Brust. Dazu kommen in manchen Fällen weitere Kennzeichen wie chronischer Husten, Kehlkopfentzündungen oder auch Mundgeruch und Zahnschmelzveränderungen.

Typische Symptome einer eosinophilen Ösophagitis sind Schluckstörungen und ebenfalls Schmerzen hinter dem Brustbein. Kinder, die an einer eosinophilen Ösophagitis erkrankt sind, leiden oftmals unter Wachstums- und Gedeihstörungen. Viele Patienten mit leiden ebenfalls an Asthma und Nahrungsmittelallergien.

Weitere Krankheitszeichen einer Ösophagitis können ein Engegefühl oder Kloß im Hals, Erbrechen, Durchfall und Blut im Stuhl und selten auch Blutarmut sein. Auf eine infektbedingte Ösophagitis mit einem Hefepilz weist ein weißlicher Belag in der Mundhöhle hin.

Wie erkennt der Arzt Ösophagitis?

Erste Anzeichen für Ösophagitis sind Sodbrennen und saures Aufstoßen. Wer häufig unter diesen Symptomen leidet, sollte einen Arzt aufsuchen. Falls weitere Symptome wie Schluckbeschwerden und Brustschmerzen dazu kommen, kann der Arzt den Verdacht auf Ösophagitis äußern.

Eine sichere Diagnose erhält man nach einer Spiegelung der Speiseröhre (Gastroskopie). Neben der Analyse von möglichen Entzündungszeichen und Schleimhautveränderungen, kann während des Eingriffs eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen werden. Im Labor kann dann die genaue Form der Ösophagitis festgestellt werden.

Wie wird Ösophagitis behandelt?

In erster Linie zielt die Behandlung einer Ösophagitis darauf ab, die Symptome zu lindern. Patienten mit einer Speiseröhrenentzündung wird aus medizinischer Sicht geraten, spätabends keine Nahrung mehr zu sich zu nehmen sowie auf magenreizende Speisen wie Süßigkeiten, scharfes Essen und Alkohol zu verzichten. Bei einer eosinophilen Ösophagitis kann das Schlafen mit erhöhtem Oberkörper die Beschwerden lindern. Während der Schwangerschaft leiden viele Frauen an Ösophagitis – auch hier ist eine (vorübergehende) Ernährungsumstellung ratsam.

In manchen Fällen helfen säurehemmende Medikamente wie Säurebinder (Antazida) oder Protonenpumpenhemmer, die die Säureproduktion der Magenschleimhaut reduzieren. Mit der richtigen Dosierung können Symptome einer Ösophagitis sogar ganz verschwinden. Bei Pilz- oder Virusinfektionen kommen andere Medikamente wie Antimykotika und Virostatika zum Einsatz.

Bei Ösophagitis im Anfangsstadium können auch alternative Heilmethoden oder Hausmittel eingesetzt werden. So haben bereits Therapien mit Zink oder Heilerde, die die Magensäure binden oder mit Leinsamen– oder Haferschleim, die die Magenwände schützen, positive Ergebnisse erzielt. Selten wird ein operativer Eingriff nötig, wenn etwa ein Defekt des Verschlussmechanismus zwischen Magen und Speiseröhre die Ursache der Entzündung ist.

Wie kann ich Ösophagitis vorbeugen?

Ösophagitis kann man ursächlich nicht vorbeugen. Jedoch können erste Anzeichen der Speiseröhrenentzündung ernst genommen und sofort behandelt werden. Bei anfänglichen Symptomen wie Sodbrennen können die richtigen Maßnahmen die Entwicklung der Entzündung verhindern. Hier hilft eine Ernährungsumstellung, die üppige sowie fettige und saure Nahrung meidet. Besser verträglich sind mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt, die leicht verdauliches Gemüse, Obst mit niedrigem Säuregehalt und weniger Kohlenhydrate beinhalten.

Ebenso sollten kohlensäurehaltige Getränke sowie Kaffee-, Alkohol- und Nikotinkonsum reduziert werden. Auch Übergewicht und Stress sind Faktoren, die sich negativ auf eine Speiseröhrenentzündung auswirken können und somit weitestgehend gemieden werden sollten.

Die Umstellung auf mehrere kleine Mahlzeiten kann bereits helfen (c) stadtratte / Fotolia

Wie sind die Heilungschancen bei Ösophagitis?

Bei frühzeitiger Diagnose, also bevor dauerhafte große Schäden an den Schleimhäuten entstanden sind, ist die Erkrankung gut therapierbar und mit richtigem Lebensstil und Ernährung auch heilbar.

Bei schweren Fällen und länger andauernden Speiseröhrenentzündungen können Komplikationen und Spätfolgen die Heilungschancen mindern. Ohne Therapie kann die Entzündung Narben oder auch Geschwüre bilden, die zu einer Speiseröhrenverengung führen. Diese Veränderungen der Speiseröhrenschleimhaut (Zylinderepithelmetaplasie, Barrett-Epithel oder Barrett-Ösophagus) können die Entstehung von Speiseröhrenkrebs (Barrett-Karzinom) fördern.

Für Patienten mit einer chronischen Ösophagitis sind daher regelmäßige endoskopische Kontrolluntersuchungen unumgänglich, um das Risiko einer Krebserkrankung zu minimieren.