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Nachtschreck

Nachtschreck ist auch unter dem lateinischen Begriff Pavor nocturnus bekannt und beschreibt den Moment, wenn Kinder aus dem Schlaf aufschrecken. Dabei schreien sie oftmals laut, schlagen um sich und wirken schlafwandlerisch. Auf Ansprache, beruhigende Worte oder Berührungen reagieren Kindern währenddessen überhaupt nicht. Dabei handelt es sich bei einem Nachtschreck jedoch nicht um eine Art Alptraum.

Was ist ein Nachtschreck?
Was sind die Ursachen eines Nachtschrecks?
Was sind die Symptome?
Wie erkennt der Arzt einen Nachtschreck?
Wie wird ein Nachtschreck behandelt?
Wie kann ich vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen?

Nachtschreck-Anfälle sind vor allem bei Kindern zwischen etwa zwei und sechs Jahren ein häufiges Phänomen. Besonders vor und während der Einschulungszeit leiden Kinder vermehrt darunter.

Was ist ein Nachtschreck?

Bei einem Nachtschreck handelt es sich um eine harmlose Schlafstörung, die auch Nachtterror, Schlafschreck oder Pavor nocturnus genannt wird. Etwa zehn Prozent der Kleinkinder und Kinder im Kindergartenalter leiden unter diesem Phänomen. Babys sind meist noch nicht betroffen.

Manchmal tritt ein Nachtschreck als einmaliges Phänomen auf, er kann aber auch in mehreren Nächten in Folge oder regelmäßig über Monate und Jahre wiederholt auftreten. Jungen sind dabei etwas häufiger betroffen als Mädchen.

Ein Nachtschreck tritt meistens in der ersten Schlafphase, vor Mitternacht auf. Alpträume hingegen treten normalerweise in der zweiten Schlafphase nach Mitternacht auf. Das Phänomen ist zwar harmlos, dennoch kann ein Nachtschreck gefährlich werden, wenn sich Kinder während des Anfalls verletzen. Deshalb ist es ratsam, dass Eltern oder andere Bezugspersonen während des Anfalls beim Kind bleiben, um zu verhindern, dass es sich aus Versehen selbst verletzt.

Was sind die Ursachen eines Nachtschrecks?

Die Ursache eines Nachtschrecks liegt in der Entwicklung des kindlichen Gehirns. Im für das Schlafphänomen typischen Alter ist das kindliche Nervensystem noch nicht vollständig ausgereift. Das Problem liegt im Übergang aus der Tief- in die Traumschlafphase. Dieser Übergang klappt vor allem im Alter bis sechs Jahre nocht nicht vollständig. Während des Nachtschrecks ist der Körper schon wach, aber das Bewusstsein des Kindes noch in einem Schlafzustand. Außerdem fällt in manchen Familien auch eine genetische Anfälligkeit zu Pavor Nocturnus auf.

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Darüber hinaus gibt es einige Auslöser, die einen Nachtschreck begünstigen können: Übermüdung, Krankheit, Erschöpfung sowie neue Medikamente oder das Schlafen in einer fremden Umgebung. Weitere Faktoren wie Stress, zum Beispiel beim Wechsel in den Kindergarten oder bei der Einschulung, können einen Anfall provozieren.

Feinfühlige und introvertierte Kinder neigen eher zum Nachtschreck. Oft wird er auch in Zusammenhang mit einer Hochbegabung gebracht. Zu den weiteren Faktoren, die ein solches Aufschrecken begünstigen, zählen Operationen, Fieber oder eine fiebrige Erkrankung.

Was sind die Symptome?

Beim plötzlichen Auftreten eines Nachtschrecks schreien Kinder im Schlaf laut auf und schlagen wild um sich. Oftmals weinen Kinder zusätzlich, sind manchmal auch schweißgebadet oder haben eine Gänsehaut. Manchmal beginnt der Nachtschreck auch mit Wimmern, Keuchen oder Husten. Die Augen und vor allem die Pupillen sind vor Angst geweitet.

Die Kinder haben während des Anfalls einen erhöhten Puls und zeigen eine gewisse Schnellatmigkeit. Sie wirken wie in einer anderen Welt, sind nicht ansprechbar und reagieren nicht auf Worte oder Berührungen.

Die Phase des Nachtschrecks dauert zwischen zehn und 30 Minuten. Danach schlafen Kinder friedlich wieder ein, als wäre nichts gewesen. Auch am nächsten Morgen können sich die betroffenen Kinder nicht an den Vorfall erinnern. Anders als bei einem Alptraum, bei dem Kinder nachts wirklich aufwachen und sich auch am nächsten Tag noch an den schlimmen Traum erinnern können.

Ein junges Mädchen, das in seinem Bett schäft und weint, weil es einen Nachtschreck hat. Hierbei ist es jedoch nicht bei Bewusstsein, sondern schäft - im Gegensatz zu einem Alptraum - weiter.

Einen Nachtschreck-Anfall sollten Eltern besser beaufsichtigen. (c) Anke Thomass / Fotolia


Wie erkennt der Arzt einen Nachtschreck?

Nach dem ersten Auftreten eines Nachtschrecks wird empfohlen, den Kinderarzt aufzusuchen. Auch wenn ein Nachtschreck harmlos ist, können die Symptome auch falsch interpretiert werden. In seltenen Fällen kann es sich auch um eine schlafgebundene Epilepsie handeln. Dies muss vom Kinderarzt abgeklärt werden.

Für die richtige Diagnose benötigt der Arzt eine genaue Beschreibung des nächtlichen Anfalls im Hinblick auf Häufigkeit, Dauer und Ablauf. In unklaren Fällen, und auch um eine Epilepsie auszuschließen, wird der Gehirnstrom in einem EEG gemessen.

Wie wird ein Nachtschreck behandelt?

Während eines Nachtschrecks sind Kinder nicht ansprechbar. Auch wenn man als Eltern will, dass der nächtliche Spuk schnell vorbei ist, ist es nicht ratsam, das Kind wach zu rütteln. Meistens sind die Kinder dann noch verstörter und ängstlicher. Es heißt also: Ruhe bewahren und aufpassen, dass sich das Kind nicht versehentlich selbst verletzt. Die Kinder müssen beobachtet werden, damit sie in Sicherheit bleiben und nicht aus dem Bett fallen oder sich beim wilden Schlagen stoßen.

Da ein Nachtschreck in den meisten Fällen harmlos ist und als Teil einer ganz normalen kindlichen Gehirn- und Schlaf-Entwicklung angesehen werden kann, muss er nicht unbedingt behandelt werden. Falls die nächtlichen Anfälle aber sehr regelmäßig auftreten und auch für das Kind zur Strapaze werden, kann ein Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie weiterhelfen. Familiäre Probleme, Belastungen und psychische Ursachen können in sehr seltenen Fällen einen Nachtschreck auslösen. Normalerweise reicht es jedoch aus, bestimmte Vorbeugemaßnahmen einzuhalten, um ein erneutes Auftreten zu verhindern oder die Häufigkeit zu reduzieren.

In machen Fällen hilft bei Nachtschreck auch Osteopathie. Hier werden mögliche zusammenhängende Spannungen, Verspannungen oder Bewegungseinschränkungen im Körper aufgespürt und therapiert.

Wie kann ich vorbeugen?

Wenn ein Kind in regelmäßigen Abständen oder vielleicht sogar jede Nacht einen Nachtschreck hat, kann man bestimmte Vorbeugemaßnahmen ausprobieren. Ein gesichertes Rezept gibt es aber leider nicht. Wenn Kinder unter Nachtschreck leiden, ist es wichtig, für ausreichend Schlaf zu sorgen. Auch täglicher Mittagsschlaf ist wichtig für Kinder, die zu Nachtschreck tendieren. Damit sie in den Schlaf finden, ist es wichtig, dass sie sich tagsüber ausreichend bewegen. Viel Bewegung an der frischen Luft macht Kinder müde und ist nebenbei auch noch gesund.

Ein tägliches Ritual vor dem zu Bett gehen hilft, von den Erlebnissen des Tages runter zu kommen und in den Schlaf zu finden. Diese Phase vor dem Schlafen ist sehr wichtig und sollte so gut es geht jeden Tag gleich ablaufen. Eine mögliche Routine wäre: Zähneputzen, Schlafanzug anziehen und ein Buch im Bett lesen.

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Fernsehen vor dem Schlafengehen wühlt ein Kind stattdessen auf und macht es unruhig. Jegliche Art von Medienkonsum sollte nach einer gewissen Uhrzeit tabu sein, um die ruhige Schlafenszeit einzuläuten. Neben Ruhe trägt auch eine angemessene Raumtemperatur von circa 18 Grad zu einem guten Schlaf bei.

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Wie sind die Heilungschancen?

Der Nachtschreck befällt Kinder meistens vor oder im Einschulungsalter und klingt danach oft schnell wieder ab. In der Pubertät oder im Erwachsenenalter kommt der Nachtschreck fast gar nicht mehr vor. In einigen hartnäckigen Fällen von Nachtschreck sind Kinder besonders häufig und auch über einen längeren Zeitraum betroffen. Dann müssen Therapien wie Psychotherapie oder medikamentöse Behandlung in Betracht gezogen werden.

Im ersten Schritt sind heilpflanzliche Mittel wie Globuli oder Schüssler Salze zu empfehlen, wie etwa Kalium phosphoricum D6.