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Kreislaufzusammenbruch – nicht immer harmlos

Plötzlich wird es schwarz vor Augen und die Knie werden weich: Ein Kreislaufzusammenbruch endet oft in einer Ohnmacht. Auslöser sind viele Faktoren, die manchmal harmlos, oft aber auch ernst zu nehmen sind. Hier erfahren Sie, wie sich ein Kollaps ankündigt und was Sie dagegen tun können.

Kreislaufstörungen mit Schwindel und Übelkeit hatte vermutlich jeder schon einmal. Einen Kreislaufzusammenbruch erleben glücklicherweise weit weniger Menschen. Denn beim totalen Kollaps kommt es zur Ohnmacht und einem vorübergehenden Black-Out. Passieren kann das jedem, doch manchmal steckt eine ernsthafte Erkrankung dahinter.

Was ist ein Kreislaufzusammenbruch?

Plötzlich wird einem schwindelig, alles dreht sich und dann wird es schwarz: Als Kreislaufzusammenbruch wird der Zustand bezeichnet, wenn das Blut in den unteren Teil des Körpers sackt und das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgen kann. Die Folge ist in vielen Fällen eine Ohnmacht (Synkope), die nur wenige Sekunden, aber auch mehrere Minuten dauern kann. Wer einen solchen Kreislaufkollaps erlebt, erlangt im Normalfall von selbst wieder das Bewusstsein, sobald sich der Kreislauf wieder stabilisiert.

Ein Kreislaufzusammenbruch sollte nie auf die leichte Schulter genommen werden und ist deutlich von Kreislaufproblemen zu unterscheiden. Denn diese meist harmlosen, leichten Schwindelattacken tauchen gerne mal bei starker Hitze auf oder wenn man über den Tag zu wenig getrunken hat. Ein kompletter Zusammenbruch kann jedoch die Folge einer ernstzunehmenden Krankheit sein und ist vielleicht ein Warnsignal des Körpers.

Oft betroffen: Kinder, Senioren und Frauen

Besonders häufig erleiden Kinder und Jugendliche einen Kreislaufzusammenbruch. Auch ältere Menschen ab 65 Jahren gehören zur Risikogruppe. Frauen sind generell eher betroffen als Männer, da sie oft einen niedrigen Blutdruck haben und während der Menstruation unter starken Kreislaufproblemen leiden können. Allgemein haben etwa 40 Prozent aller Menschen einmal im Leben einen Kreislaufzusammenbruch.

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Was sind die Ursachen von einem Kreislaufzusammenbruch?

Es gibt eine Reihe von typischen Ursachen, die sowohl leichte Kreislaufprobleme als auch einen richtigen Kollaps auslösen können. Treten sie nur einmal auf, sind sie in der Regel harmlos, denn folgende Situationen und Umstände können eigenständig vermieden werden, bzw. kann vorgesorgt werden, dass der Kreislauf stabilisiert wird:

  • Hitze und schwüles Wetter
  • extreme Kälte
  • starkes Schwitzen
  • Flüssigkeitsmangel, weil zu wenig getrunken wurde
  • Schlafmangel durch zu kurzen oder zu wenig Schlaf
  • Flüssigkeitsverlust bei Durchfall
  • Unterzuckerung bei Diabetes mellitus oder beim Fasten
  • Stress, sowohl psychischer als auch körperlicher
  • große Anstrengung, körperliche Arbeit
  • übermäßiger Sport, z.B. Ausdauersport wie Joggen oder Radfahren
  • langes, regungsloses Stehen
  • Alkohol
  • Rauchen
  • starkes Pressen auf der Toilette
  • Medikamente
  • Drogen
  • schnelles Aufstehen aus dem Liegen
  • Hormon- und Blutdruckschwankungen während der Periode
  • Schwangerschaft, vor allem in den ersten sechs Monaten

Diese verschiedenen Ursachen führen dazu, dass der Blutdruck kurzzeitig zu niedrig ist und in den Keller sinkt (akute Hypotonie). Denn um die lebenswichtigen Organe zu versorgen, konzentriert sich die Blutversorgung auf die Körpermitte. Dadurch wird das Gehirn nicht mehr ausreichend durchblutet und mit Sauerstoff und Nährstoffen beliefert, weshalb es zu den typischen neurologischen Ausfallerscheinungen bis hin zur kompletten Bewusstlosigkeit kommt.

Ernst zunehmende Ursachen

Während die oben genannten Ursachen eindeutig erkennbar sind und sich ein erneuter Kreislaufzusammenbruch verhindern lässt, können jedoch auch Infektionen oder krankhafte Schädigungen des Gehirns und Herz-Kreislauf-Systems zum Kreislaufkollaps führen, unter anderem:

  • Infektionskrankheiten wie Grippe oder Erkältung
  • Entzündungen im Körper
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Herzinfarkt
  • Herzschwäche
  • Gefäßerkrankungen
  • Reizung des Hirnnervs
  • Schlaganfall
  • Verletzungen mit großem Blutverlust
  • Schockzustand
  • Lungenembolie
  • Epilepsie

Deshalb sollte beim Auftreten einer Ohnmacht in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden, um den Grund herauszufinden.

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Verschiedene Arten von Ohnmacht

Ärzte unterscheiden generell zwischen verschiedenen Arten von Ohnmachtsauslösern. Eine Reflexsynkope ist beispielsweise die häufigste Ohnmachtsart. Sie wird durch eine vom Nervensystem herbeigeführte Gefäßerweiterung oder eine verlangsamte Herzfrequenz ausgelöst, die durch den Hirnnerv (Nervus Vagus) gesteuert wird. Oft führt hier eine Stresssituation zum Kreislaufkollaps.

Eine weitere Form ist die orthostatische Synkope, die durch zu schnelles Aufstehen aus dem Liegen in eine aufrechte Körperhaltung entsteht. Hierbei kann sich der Kreislauf nicht schnell genug an die senkrechte Position anpassen. Führt hingegen eine Herzerkrankung zur Ohnmacht, sprechen die Ärzte von einer Herzsynkope.

Video-Empfehlung

>> In diesem Videoclip erklärt Dr. Heart kurz und kompakt, welche Ursachen hinter Ohnmacht stecken können und wann der Kreislaufkollaps gefährlich ist.
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Was sind die Kreislaufzusammenbruch-Symptome?

Wohl jeder hat schon einmal die Vorboten eines Kreislaufzusammenbruchs erlebt, beim Ausdauersport, an heißen Sommertagen, durch übermäßigen Alkoholkonsum oder in der Sauna. Typische Anzeichen, die einen Kreislaufkollaps ankündigen, sind

  • Schwindel
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Blässe im Gesicht
  • Zittern und Frösteln
  • Kribbeln in den Händen
  • Augenflimmern
  • Schweißausbruch
  • Ohrensausen
  • weiche Knie
  • Sternchensehen, Schwarzwerden vor Augen

Diese ersten Anzeichen von Kreislaufproblemen treten beim Kollaps meist plötzlich auf und enden in einer Ohnmacht. Wieder bei Bewusstsein sind die Betroffenen oft vorübergehend verwirrt. In der Regel legt sich dieser Zustand jedoch nach kurzer Zeit wieder.

Dauert die Ohnmacht länger an und kommt sogar Atemnot hinzu, sollte dringend der Notarzt gerufen werden!

Wie erkennt der Arzt einen Kreislaufzusammenbruch?

Ist ein Arzt direkt vor Ort, wenn der Kollaps passiert, misst er zuerst Puls und Blutdruck. Sobald der Betroffene wieder bei Bewusstsein ist, wird nach der Ursache für den Kreislaufzusammenbruch gesucht. Da die Gründe dafür sehr unterschiedlich sein können, erfolgt ein ausführliches Gespräch, in dem genau geschildert werden sollte, wie der Kollaps passierte, unter welchen Umständen und was genau die Beschwerden waren.

In der Praxis oder im Krankenhaus folgt eine genaue körperliche Untersuchung. Konnte die Ursache nicht bereits im Anamnesegespräch festgestellt werden, wird der Arzt zur Sicherheit in sämtliche Richtungen weiterforschen. Verschiedene Tests und Methoden stehen zur Verfügung, um unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neurologische Störungen, Stoffwechselerkrankungen, Hormonschwankungen und Infektionen auszuschließen:

  • Blutuntersuchung
  • EKG (Echokardiographie)
  • EEG (Elektroenzephalographie)
  • Ultraschall
  • MRT (Magnetresonanztomographie)
  • CT (Computertomographie)

Wie wird ein Kreislaufzusammenbruch behandelt?

Entsprechend der Diagnose erfolgt die Behandlung der Ursachen des Kreislaufzusammenbruchs. Trat der Kollaps durch Hitze, körperliche Anstrengung, Flüssigkeitsmangel, Unterzucker, Alkohol, Rauchen oder ähnliche vermeidbare Gründe auf, sollte durch gewisse Maßnahmen einem weiteren Kollaps vorgebeugt werden. Hier muss jeder Patient selbst mitarbeiten und vermeiden, einen erneuten Kreislaufzusammenbruch zu provozieren.

Ist die Ursache Stress, gilt es, eine bessere Work-Life-Balance herzustellen. Regelmäßige Entspannungsübungen, Atemtechniken oder auch eine Psychotherapie können helfen, den Stress besser abzubauen und den Kreislauf zu stabilisieren.

Ernste Krankheiten müssen behandelt werden

Anders ist es, wenn eine Erkrankung, wie Herzprobleme oder ein Schlaganfall, zum Kreislaufzusammenbruch geführt hat. Dann wird der Arzt eine Therapie gegen die jeweilige Krankheit einleiten, sei es durch Medikamente oder einen medizinischen Eingriff.

Wird der Notarzt bei einem akuten Kollaps gerufen, stabilisiert er mit Medikamenten oder Infusionen den Kreislauf und Blutdruck. Gleichzeitig kontrolliert er Herzfrequenz, Puls und Blutdruck. Besteht der Verdacht auf eine Herzerkrankung, kommt der Patient ins Krankenhaus zur weiteren Beobachtung.

Erste Hilfe: Was tun bei einem Kreislaufkollaps?

Bricht neben Ihnen jemand mit einem Kreislaufkollaps zusammen, sollten Sie schnell handeln und erste Hilfe leisten. Bis der Notarzt eintrifft, gibt es ein paar Maßnahmen, die den Kreislauf in der Regel wieder stabilisieren:

  • Legen Sie die Beine des Betroffenen hoch, damit das Blut zurück ins Gehirn fließen kann.
  • Geben Sie ihm Wasser zu trinken.
  • Liegt eine Unterzuckerung vor, kann ein Schluck Cola oder ein Stück Traubenzucker helfen, den Blutzuckerspiegel zu erhöhen.

Selbige Verhaltensregeln gelten, wenn Sie selbst gerade einen Kreislaufzusammenbruch erlitten haben. Bleiben Sie auf jeden Fall solange ruhig liegen, bis das Zittern und der Schwindel vorbei sind.

Kommt der Betroffene jedoch nicht innerhalb kurzer Zeit von selbst wieder zu Bewusstsein, bringen Sie ihn am besten in die stabile Seitenlage. Atmet er nicht mehr eigenständig, ist eine Herzdruckmassage notwendig, bis der Arzt eintrifft. Erste Hilfe kann im Notfall Leben retten!

Bei einem Kreislaufzusammenbruch ist schnelle Hilfe wichtig. (c) M.Dörr & M.Frommherz / Fotolia

Wie kann ich einem Kreislaufzusammenbruch vorbeugen?

Die beste Vorbeugung gegen einen Kreislaufzusammenbruch besteht natürlich darin, die typischen selbst herbeigeführten Ursachen zu vermeiden. Ein gesunder Lebensstil für einen stabilen Kreislauf ist deshalb das A und O gegen einen Kollaps:

  • regelmäßig essen, und zwar gesunde, nährstoffreiche Mahlzeiten
  • regelmäßig trinken, mindestens 2 Liter Wasser oder Tee pro Tag
  • regelmäßige Bewegung, am besten an der frischen Luft
  • ausreichend Schlaf
  • Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Autogenes Training
  • Verzicht auf Alkohol
  • Verzicht auf Nikotin
  • Verzicht auf Drogen jeder Art
  • übermäßige Anstrengung meiden
  • bei Hitze ausreichend trinken
  • regelmäßige Wechselbäder oder Wechselduschen

Wer seinen Lebensstil anpasst, beugt damit auch Krankheiten vor, die langfristig zu einem Kreislaufkollaps führen können.

Bahnt sich dennoch ein Kreislaufzusammenbruch an, kann es helfen, schnell an die frische Luft zu gehen und ein paar tiefe Atemzüge zu nehmen. Außerdem ist Hinsetzen oder Hinlegen und die Beine hochlagern eine gute Möglichkeit, den Kreislauf wieder zu normalisieren. Auch ein Glas Wasser unterstützt den Blutfluss.

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Mann und Frau Joggen über Feldweg

Joggen ist ideal um den Kreislauf in Schwung zu bringen. (c) uber images / Fotolia

Wie sind die Heilungschancen?

Im Normalfall erholt sich der Betroffene nach einem Kreislaufkollaps recht schnell wieder, sofern keine Infektion oder Krankheit zum Zusammenbruch geführt hat. Lassen sich die Ursachen eindeutig feststellen und vermeiden, besteht auch meist keine große Gefahr auf einen erneuten Kollaps. Liegt jedoch eine akute oder chronische Krankheit vor, richten sich die Heilungschancen ganz nach dem Auslöser.

Mögliche Folgen eines Kreislaufzusammenbruchs

Gefährlich ist ein Kreislaufzusammenbruch, wenn der Betroffene einen schweren Sturz erleidet und sich dabei verletzt. Passiert der Sturz auf einer Treppe, können dadurch schwere Schäden entstehen – in besonders unglücklichen Fällen kann der Kreislaufzusammenbruch dann sogar zum Tod führen. Tritt der Kollaps während der Autofahrt auf, kann dadurch ebenfalls ein tödlicher Unfall verursacht werden.

Tritt der Kollaps durch einen Schlaganfall oder Herzinfarkt auf und dauert die Ohnmacht länger als ein paar Sekunden an, können als Folge der längeren Unterversorgung mit Sauerstoff gewisse Schäden des Gehirns und des Nervensystems bleiben, wie Lähmung oder Taubheitsgefühl in Armen und Beinen oder geistige Verwirrtheit.