Gesundheit kompakt

Knochenkrebs

Kinder und Jugendliche sind häufiger von Knochenkrebs betroffen als Erwachsene. Lesen Sie hier, welche Therapiemöglichkeiten es gibt und wie die Heilungschancen bei vorliegendem Osteosarkom aussehen.

Knochenkrebs – Was ist das?
Was sind die Ursachen von Knochenkrebs?
Was sind die Symptome von Knochenkrebs?
Wie erkennt der Arzt Knochenkrebs?
Wie wird Knochenkrebs behandelt?
Wie kann ich Knochenkrebs vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen bei Knochenkrebs?

Knochenkrebs – Was ist das?

Bildet sich im Skelett ein bösartiger Tumor, lautet die Diagnose Knochenkrebs. Es gibt verschiedene Arten der Erkrankung, darunter drei Hauptformen: Mit dem Fachbegriff Osteosarkom bezeichnen Mediziner eine Geschwulst, die aus entarteten Knochenzellen entsteht. Es ist die häufigste Form von Knochenkrebs. Bei einem Chondrosarkom handelt es sich laut Definition um eine Wucherung, die ihren Ursprung in den Knorpelzellen hat. Beim Ewing-Sarkom liegt dieser im Knochenmark. Sind lediglich die Plasmazellen im Knochenmark betroffen, entwickelt sich ein sogenanntes Plasmozytom. Die zugehörige Krankheit heißt Multiples Myelom. Es handelt sich hierbei, genau wie bei Leukämie, um eine Krebserkrankung des blutbildenden Systems – und nicht um Knochenkrebs.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Krebserkrankungen, die in die Knochen streuen und dadurch Knochenkrebs verursachen können, beispielsweise Brustkrebs, Prostatakrebs und Darmkrebs. Entsteht der Tumor im Knochen aufgrund von Metastasen, spricht man von sekundären Knochentumoren.

Knochenkrebs zählt insgesamt zu den selteneren Tumorerkrankungen. Pro Jahr erkranken in Deutschland nur einige hundert Menschen daran. Aber anders als viele andere Krebsarten, die vor allem im Alter auftreten, sind von einem Osteosarkom mehr Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene betroffen als ältere Menschen. Denn das Osteosarkom entwickelt sich bevorzugt während der Wachstumsphase: Etwa zwei bis drei von einer Million Kinder unter 15 Jahren leiden im Jugendalter an Knochenkrebs.

Was sind die Ursachen von Knochenkrebs?

Bei einem Osteosarkom bilden die Knochenzellen zu viel neue Knochensubstanz, welche nicht vollständig ausreift. Gleichzeitig vermehren sich die funktionslosen Zellen überdurchschnittlich schnell und verdrängen dadurch gesundes Knochengewebe. Wie und warum es dazu kommt, ist in vielen Fällen unklar: Bei 90 Prozent der Patienten kann keine Ursache für den Knochenkrebs festgestellt werden.

Es gibt allerdings genetische Faktoren, welche die Entwicklung eines Osteosarkoms begünstigen können. Kinder und Jugendliche, bei denen eine vererbbare Krankheit wie Morbus Paget (auch Osteodystrophia deformans genannt), Retinoblastom oder Bloom-Syndrom diagnostiziert wurde, sind auffallend oft von Knochenkrebs betroffen. Müssen sich junge Menschen bereits einer Strahlen- oder Chemotherapie unterziehen, steigt ebenfalls das Risiko, später an Knochenkrebs zu erkranken.

Die radioaktive Bestrahlung beziehungsweise die eingesetzten Krebsmedikamente können als unerwünschte Nebenwirkung das Erbgut der Knochenzellen schädigen, sodass diese entarten und es zur Bildung eines bösartigen Geschwürs am Knochen kommt. Und: Auch gutartige Knochentumoren können die Bildung eines bösartigen Geschwürs zur Folge haben.

Was sind die Symptome von Knochenkrebs?

Osteosarkome treten vorwiegend im Bereich der Arm- und Beinknochen auf. Mitunter sind auch umliegende Gelenke wie das Knie betroffen. Zu den typischen Anzeichen gehören Schmerzen, die in der Regel stärker werden, wenn sich der Patient bewegt. Der Bereich um den Tumor schwillt an, ist gerötet und druckempfindlich.

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Häufig ist die Bewegungsfreiheit des Patienten eingeschränkt. Da der Knochen aufgrund der Krebserkrankung an Festigkeit und Stabilität verliert, können schon kleinere Belastungen zu spontanen Brüchen führen.

Ist der Knochenkrebs bereits fortgeschritten, können sich Metastasen bilden. Meist ist die Lunge oder die Wirbelsäule betroffen. Dann entwickelt der Patient oft ein allgemeines Krankheitsgefühl mit Symptomen wie Müdigkeit, geringerer Leistungsfähigkeit und Fieber. Generell lässt sich sagen: Bei Knochenkrebs treten in einem relativ frühen Stadium Tochtergeschwülste wie zum Beispiel Lungenmetastasen auf.

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Wie erkennt der Arzt Knochenkrebs?

Besteht der Verdacht auf Knochenkrebs, lässt der Arzt zunächst ein Röntgenbild erstellen. Geschwülste am Knochen sind darauf normalerweise gut erkennbar. Um die Größe und die Lage des Tumors genauer zu bestimmen, sind weitere Untersuchungen nötig, zum Beispiel eine Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) oder eine Computertomografie (CT).

Ob der Tumor bereits gestreut hat, ermittelt der Arzt mit verschiedenen Tests wie einer Skelett-Szintigraphie. Darüber hinaus werden die Blutwerte bestimmt: Zeigt das Blutbild eine verminderte Anzahl von weißen Blutkörperchen (Leukozyten), ist dies ein Hinweis auf ein Ewing-Sarkom, eine besonders seltene Form von Knochenkrebs.

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Um die Diagnose zu sichern und die Art des Tumors genauer zu bestimmen, ist eine Gewebeentnahme nötig. Die Probe wird mit einer Nadel gewonnen und im Labor untersucht, am besten in einem auf Knochentumoren spezialisierten Zentrum. Je nachdem, welche Form von Knochenkrebs vorliegt, zeigen sich unterschiedliche Veränderungen an den betroffenen Zellen.

Wie wird Knochenkrebs behandelt?

Abhängig von der Art und der fortgeschrittenen Ausbreitung des Knochentumors werden die Therapiemöglichkeiten besprochen und eine geeignete Behandlung wird gewählt. Bei einem Osteosarkom beginnt man in der Regel mit einer Chemotherapie, um die Wucherung zu verkleinern. Im Anschluss wird eine Operation durchgeführt, um den Tumor zu entfernen. In schweren Fällen bedeutet dies die Amputation des betroffenen Unterschenkels oder Arms.

Dann wird eine weitere mehrwöchige Chemotherapie durchgeführt, um verbliebene Tumorzellen zu zerstören. Eine Strahlentherapie wird bei Knochenkrebs nur dann angeordnet, wenn trotz der vorangegangenen Therapie noch Tumorreste oder Tochtergeschwülste im Körper verblieben sind. Wichtig zu wissen: Knochenkrebs ist gefährlich, ohne Behandlung ist der Verlauf der Krankheit tödlich. Möglichkeiten, Knochenkrebs natürlich zu heilen, gibt es leider nicht.

Wie kann ich Knochenkrebs vorbeugen?

Knochenkrebs kann man nicht gezielt vorbeugen. Die beste Vorsorge besteht in einer gesunden Lebensweise, die das generelle Krebsrisiko senkt. Eine ausgewogene Ernährung, der Verzicht auf Alkohol, Drogen und Zigaretten sowie ausreichend Bewegung tragen dazu bei, möglichst lange fit und gesund zu bleiben.

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Darüber hinaus sollten Sie regelmäßig zur Krebsvorsorge gehen und sich von Ihrem Arzt gründlich untersuchen lassen. Schmerzen und Schwellungen an Armen und Beinen können ein Alarmsignal sein, das Sie abklären lassen sollten. Da Stress im Verdacht steht, Tumorerkrankungen zu begünstigen, sollten Sie versuchen, mit Yoga, autogenem Training oder progressiver Muskelentspannung gegenzusteuern.

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Wie sind die Heilungschancen bei Knochenkrebs?

Was die Prognose betrifft, gilt grundsätzlich: Je früher der Arzt den Knochenkrebs entdeckt, desto eher besteht die Chance, dass sich die Krankheit heilen lässt. Neben dem Zeitpunkt der Diagnose spielen auch die Art und die Lage des Knochentumors eine Rolle. Die gute Nachricht lautet: In den letzten Jahren hat sich die Lebenserwartung der Patienten deutlich erhöht. Besonders günstig für die Lebensdauer ist es, wenn sich noch keine Metastasen gebildet haben.

Die Überlebenschance bei vorliegendem Osteosarkom gestaltet sich wie folgt: Ohne die Entwicklung von Tochtergeschwülsten leben fünf Jahre nach Behandlungsbeginn noch 50 bis 70 Prozent der Patienten.

Auch wenn der Knochenkrebs als vorerst geheilt gilt, ist es wichtig, die Nachsorgetermine wahrzunehmen. Der behandelnde Arzt achtet dabei nämlich nicht nur auf die Anzeichen für einen möglichen Rückfall. Er untersucht auch die Nebenwirkungen und die Spätfolgen, die in Zusammenhang mit der Chemotherapie auftreten können. Sind beispielsweise die Nieren geschädigt, kann eine Dialyse nötig werden.

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