Gesundheit kompakt

Kehlkopfkrebs

Zigaretten- und Alkoholkonsum erhöhen die Wahrscheinlichkeit, an Kehlkopfkrebs zu erkranken. Lesen Sie hier, woran Sie die Krankheit erkennen können, wie sie behandelt wird und wie die Heilungschancen aussehen.

Was ist Kehlkopfkrebs?
Was sind die Ursachen von Kehlkopfkrebs?
Was sind die Symptome?
Wie erkennt der Arzt Kehlkopfkrebs?
Wie wird Kehlkopfkrebs behandelt?
Wie kann ich vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen?

Was ist Kehlkopfkrebs?

Der Kehlkopf, in der Fachsprache Larynx genannt, ist ein Organ im Hals, das Luft- und Speiseröhre voneinander trennt und an wichtigen Körperfunktionen wie Schlucken, Atmen und Sprechen beteiligt ist. Haben sich in dieser Körperregion bösartige Wucherungen gebildet, spricht man von einem Larynxkarzinom, einem Larynxtumor oder auch Kehlkopfkrebs. Abhängig von der Lage des Tumors unterscheidet man drei Arten der Erkrankung. Die häufigste Form ist das glottische Karzinom beziehungsweise Stimmbandkarzinom: In diesem Fall sind die Stimmlippen von den Wucherungen betroffen. Beim supraglottischen Karzinom befindet sich der Tumor oberhalb der Stimmlippen, beim subglottischen Karzinom unterhalb davon.

Kehlkopfkrebs ist die häufigste Krebsart im Hals-Nasen-Ohren-Bereich. Jedes Jahr gibt es in Deutschland etwa 4.000 Neuerkrankungen. Knapp 90 Prozent davon sind Männer, wobei in den letzten Jahren auch immer mehr Frauen unter den Patienten sind. Das durchschnittliche Alter der Erkrankten liegt bei Männern bei 66 Jahren, bei Frauen bei 63 Jahren.

Was sind die Ursachen von Kehlkopfkrebs?

Wodurch entsteht Kehlkopfkrebs? Der größte Risikofaktor für diese Krankheit ist das Rauchen. Insbesondere in Kombination mit Alkoholkonsum steigt die Wahrscheinlichkeit, an einem Larynxkarzinom zu erkranken. Wichtig zu wissen: Anders als bei anderen Krebsarten erhöht der Genuss von Tabak und Alkohol nicht nur unspezifisch das allgemeine Krebsrisiko, sondern steht in direktem Zusammenhang mit der Bildung entarteter Zellen im Halsbereich. Auch die als „gesünder“ geltende E-Zigarette steht nach einer Studie der New York University School of Medicine unter Verdacht, die Wahrscheinlichkeit für Krebs zu erhöhen.

> Alkoholismus: Wenn das Trinken zum Problem wird

Wer regelmäßig mit Schadstoffen wie Asbest, Arsen, Nickel, Chrom, schwefelsäurehaltigen Aerosolen und Benzpyren zu tun hat, beispielsweise am Arbeitsplatz, ist ebenfalls einer erhöhten Krebsgefahr ausgesetzt. Derzeit wird auch eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) als möglicher Auslöser der Erkrankung diskutiert. Übertragen werden diese Viren unter anderem beim Oralsex. Zudem wird vermutet, dass eine erbliche Veranlagung die Entstehung von Kehlkopfkrebs begünstigt. Direkt vererbbar ist die Krankheit aber wohl nicht. Sodbrennen hat laut einer schwedischen Langzeitstudie keinen Einfluss auf die Entwicklung von Kehlkopf- und Rachenkrebs. Bulimie wird aufgrund des vermehrten Erbrechens eher als Risikofaktor für Speiseröhrenkrebs als für Kehlkopfkrebs gesehen.

Was sind die Symptome?

Wie macht sich Kehlkopfkrebs bemerkbar? In einem frühen Stadium verursacht der Tumor nicht zwangsläufig Beschwerden. Erste Anzeichen können Heiserkeit, Halsschmerzen und Husten sein, sowie das Gefühl, einen Kloß im Hals zu haben. Diese Symptome können aber auch bei einer harmlosen Entzündung des Rachenraums auftreten. Halten die Krankheitsanzeichen länger als drei Wochen an und/oder ist der Patient Raucher, sollte er unbedingt einen Arzt aufsuchen, um eine Früherkennung zu ermöglichen, falls es sich wirklich um einen Tumor handeln sollte.

Wie fühlt sich Kehlkropfkrebs in einem späteren Stadium an? Ist die Krankheit bereits fortgeschritten, können weitere Symptome dazukommen wie Blutauswurf beim Husten, Schluck- und Atembeschwerden, Knotenbildung am Hals und Schmerzen, die bis zum Ohr hin ausstrahlen. Müdigkeit, Leistungsabfall und Gewichtsverlust können ebenfalls auf eine Krebserkrankung hindeuten. Geschwollene Lymphknoten können ein Zeichen dafür sein, dass der Kehlkopfkrebs bereits gestreut hat. Metastasen finden sich neben den Lymphknoten oft auch in der Lunge. Wird der Tumor jetzt nicht behandelt, kann der Kehlkopfkrebs tödlich verlaufen.

Mann, der Schnaps in ein Glas schenkt.

Nikotin und Alkohl sind Hauptrisikofaktoren für Kehlkopfkrebs. (c) Rainer Fuhrmann / Fotolia

Wie erkennt der Arzt Kehlkopfkrebs?

Welchen Arzt sollten Sie aufsuchen, wenn Sie vermuten, an Kehlkopfkrebs erkrankt zu sein? Die erste Anlaufstelle ist der Hausarzt, Sie können aber auch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt konsultieren. Der Mediziner wird Sie zunächst nach der Art und der Dauer Ihrer Beschwerden sowie zu Ihrem Tabak- und Alkoholkonsum befragen. Dann wird er Ihren Hals abtasten. Um eine eindeutige Diagnose stellen zu können, sind weitere Untersuchungen nötig, beispielsweise eine Kehlkopfspiegelung. Bei diesem Verfahren, das auch Laryngoskopie genannt wird, setzt der Arzt einen Spatel, eine kleine Lampe und gegenenfalls auch eine Lupe ein, um die Veränderungen am Kehlkopf erkennen zu können. Unter Umständen wird diese Untersuchung mithilfe eines Endoskops gemacht, das in den Rachenraum eingeführt wird.

Um den Befund zu sichern, können bei der Kehlkopfspiegelung Gewebeproben entnommen werden, die anschließend im Labor untersucht werden. Finden sich dabei Tumorzellen, handelt es sich sicher um Kehlkopfkrebs. Um das Wachstum der Wucherung genauer zu beurteilen, können bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT), die Magnetresonanztomographie (MRT) oder der Ultraschall eingesetzt werden. Ergänzend kann der Arzt Blutuntersuchungen anordnen. Allein im Blut ist Kehlkopfkrebs allerdings nicht nachweisbar.

Wie wird Kehlkopfkrebs behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach der Art, der Größe und der Lage des Tumors – infrage kommen dabei eine Operation, eine Chemotherapie und Bestrahlung. In einem frühen Stadium kann es ausreichend sein, den Kehlkopf teilweise zu entfernen. Ist die Krankheit bereits fortgeschritten, muss der gesamte Kehlkopf entnommen werden. Nach der Operation kann der Patient nicht mehr selbstständig atmen, deshalb muss der Arzt eine künstliche Atemöffnung legen. Sprechen kann der Betroffene dann auch nicht mehr. Er kann allerdings eine spezielle Technik erlernen, um mithilfe der Speiseröhre zu reden. Daneben gibt es künstliche Sprachhilfen für die Betroffenen. Wie lange der Patient im Krankenhaus bleiben muss, hängt vom Verlauf der OP ab.

Ist der Tumor inoperabel oder kann bei der Entfernung nicht das gesamte befallene Gewebe entnommen werden, wird eine Strahlentherapie durchgeführt. Eine Chemotherapie kann versucht werden, wenn sich die Erkrankung noch im Anfangsstadium befindet oder eine Narkose für den Patienten zu gefährlich wäre. Während der Nachsorge sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen nötig, um zu überprüfen, ob sich erneut ein Tumor gebildet hat. Wichtig: Wer nach einem Jahr oder auch nach längerer Zeit nach einer erfolgreichen Therapie (wieder) zu rauchen beginnt, erhöht das Risiko für einen Rückfall.

Wie kann ich vorbeugen?

Wer das Risiko für ein Larynxkarzinom senken will, sollte seinen Tabak- und Alkoholkonsum einschränken oder im besten Fall ganz auf diese Genussmittel verzichten. Raucher sollten regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen bei ihrem Hals-Nasen-Ohren-Arzt wahrnehmen und bei länger andauernden Halsschmerzen beziehungsweise bei Fremdkörpergefühl im Hals einen Arzt aufsuchen. Denn je früher der Arzt den Kehlkopfkrebs erkennt, desto besser ist er heilbar.

Menschen, die mit Gefahrstoffen wie Asbest oder Chrom in Kontakt kommen, sollten immer eine Atemmaske tragen. Dies ist zum Beispiel beim Renovieren alter Häuser der Fall, insbesondere bei der Arbeit an Deckeninnenverkleidungen oder Heizkörpern.

Wie sind die Heilungschancen?

Je früher der Arzt das Larynxkarzinom entdeckt, desto besser ist die Prognose. Auch das Alter und der allgemeine Gesundheitszustand des Betroffenen spielen dabei eine Rolle. Zur Beurteilung der Lebenserwartung lohnt sich ein Blick auf die 5-Jahres-Überlebensrate. Diese sagt aus, wie viele Patienten fünf Jahre nach der Diagnose noch leben – bei Kehlkopfkrebs sind es etwa 60 Prozent.

Um die Überlebenschancen zu steigern, ist es wichtig, mit dem Rauchen und Trinken aufzuhören. Denn dafür ist es nie zu spät! Sie senken dadurch auch das Risiko für viele weitere Krebsarten wie Zungen- und Lungenkrebs. Ihr Arzt berät Sie gern über Entzugsmaßnahmen sowie unterstützende Therapien aus der Naturheilkunde und der alternativen Medizin.

> Rauchen aufhören: Tipps für ein Leben ohne Nikotin

> Kehlkopfentzündung – Schweigen ist die beste Therapie