Gesundheit kompakt

Ebola – eine tödliche Virus-Infektion

Hierzulande kennen wir Ebola nur aus den Nachrichten, denn die höchst ansteckende Virusinfektion brach bisher nur in Teilen Afrikas aus. In den meisten Fällen endet sie tödlich, denn ein Heilmittel gibt es bisher noch nicht. Hier erfahren Sie alles über die gefährliche Krankheit.

Was ist Ebola?
Was sind die Ursachen von Ebola?
Was sind die Ebola-Symptome?
Wie erkennt der Arzt Ebola?
Wie wird Ebola behandelt?
Wie kann ich Ebola vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen bei Ebola?

Ebola ist eine noch recht junge Infektionskrankheit, die erstmals Mitte der 70er Jahre auftrat. Gleichzeitig gehört sie auch zu den gefährlichsten und tödlichsten Virusinfektionen. Bisher fanden Forscher noch kein Gegenmittel, deshalb ist bei einer Reise in die Risikogebiete höchste Vorsicht geboten.

Was ist Ebola?

Ebola ist eine Infektionskrankheit, die sich über Körperflüssigkeiten wie Blut, Speichel und Sperma überträgt. Sie wird durch ein Virus ausgelöst und kann lebensbedrohlich sein. 1976 kam es im damaligen Zaire in Zentralafrika erstmals zum Ausbruch der Krankheit. Sie breitete sich als Epidemie schnell aus und wurde dadurch weltweit bekannt und gefürchtet. Seitdem kam es in afrikanischen Staaten immer wieder zu Ausbrüchen und einer flächendeckenden Ausbreitung.

Die bisher größte Epidemie liegt noch gar nicht lange zurück: Zwischen 2014 und 2015 breitete sich das Virus von Guinea über die Nachbarstaaten aus und traf über 28.000 Menschen. Etwa 11.000 davon überlebten die Infektion nicht.

Ebola-Risikogebiete in Afrika

Bisher tritt die Krankheit überwiegend in Zentral- und Westafrika auf. Zu den Risikoländern zählen:

  • Demokratische Republik Kongo (ehemals Zaire)
  • Gabun
  • Republik Kongo
  • Südsudan
  • Uganda
  • Guinea
  • Sierra Leone
  • Liberia

Was sind die Ursachen von Ebola?

Die Ursache der Erkrankung ist ein Virus aus der Klasse der Filoviren. Diese Erreger werden auch als Fadenviren bezeichnet, da sie unter dem Mikroskop wie langgezogene Fäden aussehen. Ihr Erbgut besteht aus RNA (Ribonukleinsäure), deshalb werden sie zu den RNA-Viren gezählt.
Das Virus überträgt sich von Mensch zu Mensch durch Körperflüssigkeiten:

  • durch Speichel beim Küssen
  • durch Sperma beim sexuellen Kontakt
  • durch jeden Kontakt mit Blut, Urin, Stuhl, Erbrochenem oder Schweiß

Ebola ist deshalb so unglaublich gefährlich, weil die Ansteckung sogar noch nach dem Tod der infizierten Person passieren kann. Im Umgang mit Ebola-Patienten ist deshalb größte Vorsicht geboten. Sogar Gegenstände, die mit infizierten Körperflüssigkeiten verunreinigt sind, übertragen den Erreger, beispielsweise Bettwäsche, Kleidung, Nadeln oder Operationsbesteck.

Ebola durch Tiere übertragbar

Die Krankheit kann sogar durch Affen und Nagetiere übertragen werden. Sowohl der Kontakt zu einem infizierten Tier als auch der Verzehr des Fleisches kann die Krankheit auslösen. Ursprünglich stammt das Virus jedoch von Flughunden und Fledermäusen, die den Erreger an Affen weitergegeben haben. Dass Ebola über die Luft übertragbar ist, konnte jedoch nicht nachgewiesen werden. Ebenfalls unwahrscheinlich ist eine Ansteckung mit Ebola durch Mückenstiche.

Bisher sind fünf unterschiedliche Formen des Ebola-Virus bekannt. Vermutlich gibt es jedoch noch weit mehr. Drei davon gelten als Hauptauslöser. Den Namen hat die Krankheit übrigens dem Ebola-Fluss im ehemaligen Zaire zu verdanken, wo die ersten Fälle der Erkrankung auftraten.

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Die Risikogebiete für Ebola befinden sich in Zentral- und Westafrika. (c) Avatar_023/Fotolia

Was sind die Ebola-Symptome?

Im Schnitt zeigen sich die ersten Symptome etwa acht bis zehn Tage nach der Ansteckung. Allerdings kann die Inkubationszeit bis zu 21 Tage betragen. Typische Anzeichen für eine Ebola-Infektion sind:

  • hohes Fieber
  • Müdigkeit
  • Gliederschmerzen
  • Schüttelfrost

Die Beschwerden setzen meist sehr plötzlich ein und verschlimmern sich innerhalb kürzester Zeit. Etwa drei bis zehn Tage nach Beginn der grippeähnlichen Symptome kommen weitere hinzu:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Schmerzen im Oberbauch

Erst im weiteren Krankheitsverlauf von Ebola treten die eindeutigen Anzeichen auf, wie

  • äußere und innere Blutungen
  • Schmerzen in der Brust
  • gerötete Augen
  • Gelenkschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Atemnot
  • verändertes Bewusstsein

Die für Ebola typischen Blutungen sind eine Folge von Gerinnungsstörungen, die das Virus verursacht. Das gemeinsame Auftreten mit dem hohen Fieber wird als hämorrhagisches Fieber bezeichnet. Besonders im Magen-Darm-Trakt und an den Schleimhäuten an Augen, Mund und Geschlechtsorganen treten die Blutungen auf. Sie gehören zu den Hauptursachen, warum viele der Erkrankungen tödlich enden, da es dadurch zum Organversagen kommen kann.

Da sich die ersten Symptome zwischen drei und 21 Tage nach der Ansteckung zeigen, besteht eine lange Zeit, in der Infizierte das Virus in sich tragen, ohne selbst davon zu wissen. Eine Ansteckungsgefahr besteht jedoch erst mit Auftreten der ersten Symptome.

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Wie erkennt der Arzt Ebola?

Die ersten Anzeichen werden leicht mit einer Grippe verwechselt. Erst das Hinzukommen der weiteren Symptome und die schnelle Verschlechterung des Gesundheitszustands sind deutliche Hinweise auf eine Infektion.

Besteht der Verdacht auf Ebola, sollte sich der behandelnde Arzt vor der Untersuchung gegen eine mögliche Infektion mit dem Virus schützen. Da die Krankheit höchst ansteckend ist, kann schon allein die Untersuchung zum Risiko werden. Eindeutig nachweisen lässt sich der Erreger durch einen Bluttest im Labor. Im Blut können Antikörper gegen das Virus festgestellt werden, die eine Ebola-Diagnose absichern.

Ebola ist meldepflichtig

In Deutschland besteht eine Meldepflicht bei sämtlichen Erscheinungsformen von Ebola. Sowohl der Verdacht, der Nachweis des Erregers, Todesfälle als auch eine Erkrankung selbst müssen laut Infektionsschutzgesetz namentlich gemeldet werden.

Bisher wurde noch kein Heilmittel gegen Ebola gefunden. (c) Pierre Borghi/Fotolia

Wie wird Ebola behandelt?

Wurde die Krankheit nachgewiesen, sollte die weitere Therapie von einem Spezialisten durchgeführt werden. Aktuell gibt es jedoch keine Heilmittel und Medikamente, die das Virus bekämpfen können. Die Behandlung zielt deshalb in erster Linie darauf ab, die Symptome zu lindern und das Immunsystem zu stärken. Wird frühzeitig damit begonnen, steigen die Überlebenschancen der Patienten.

Die Ebola-Therapie konzentriert sich bisher überwiegend auf den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt der Erkrankten. Da sie durch die Magen-Darm-Beschwerden viel Flüssigkeit verlieren, muss der Körper über Infusionen ausreichend damit versorgt werden.

Dies geschieht meist auf einer Isolierstation, um den Erkrankten von außenstehenden Personen abzuschirmen. Zusätzlich wird das Immunsystem gestärkt, damit der Körper die Krankheit besser selbst bekämpfen kann.

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Wie kann ich Ebola vorbeugen?

Derzeit ist keine Impfung gegen Ebola möglich. Allerdings versuchen Forscher ein Gegenmittel zu entwickeln, das die Ursache der Krankheit bekämpft, ebenso einen Impfstoff, der einer Infektion vorbeugt. Bisher ist jedoch die einzige Möglichkeit, eine Ansteckung zu verhindern, in den Risikogebietenden Kontakt mit infizierten Personen zu meiden.

Wie sind die Heilungschancen bei Ebola?

Da es bisher kein Gegenmittel gegen das Virus gibt, stehen die Heilungschancen sehr schlecht. Über die Hälfte aller Infektionen enden tödlich. Die Heilung von Ebola hängt vom Immunsystem des Erkrankten ab. Ist es stark genug, kann es den Erreger bekämpfen. Ist es zu schwach, endet die Krankheit mit dem Tod.

Die Todesursache ist dann meist ein komplettes Organversagen, eine der Folgen der Blutungen, die typisch für die Krankheit sind. Auch eine weitere Infektion mit Bakterien kann die Erkrankung zusätzlich verschlimmern. In allen Fällen liegt es jedoch an einer mangelnden medizinischen Versorgung in den Risikogebieten. Das Gefährliche: Selbst die Verstorbenen können das Virus noch übertragen. Eine sichere Bestattung muss deshalb möglichst schnell nach dem Ableben erfolgen.

Noch lange danach ansteckend

Ebola-Erkrankte, die die Virusinfektion überlebt haben, sind in der Regel noch Monate nach Abklingen der Symptome ansteckend. Vor allem bei Männern konnte sogar ein halbes Jahr später noch der Erreger im Sperma nachgewiesen werden. Die Verhütung mit Kondomen ist deshalb bis zu einem Jahr nach Ende der Krankheit ein sinnvoller Schutz, um weitere Infektionen zu verhindern.