Gesundheit kompakt

Dengue-Fieber

Jährlich erkranken laut WHO weltweit an die 100 Millionen Menschen am Dengue-Fieber – Tendenz steigend. In Asien sind von schwer verlaufenden Erkrankungen zu 90 Prozent Kinder betroffen. Allein zwischen 1986 und 2006 hat sich die Zahl der Erkrankungen mehr als vervierfacht. Im Jahr 2012 kam es auf Madeira mit mehr als 1.000 erkrankten Personen zu einem der bislang größten Dengue-Ausbrüche in Europa.

Während die Krankheit vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten wie Südostasien, Australien, Afrika oder Mittel- und Südamerika vorkommt, verbreitet sie sich zunehmend auch in anderen Regionen der Welt. Phänomene wie die globale Erwärmung und unsere zunehmende Reisefreudigkeit begünstigen die weitere Ausbreitung – so ist die als Überträger fungierende asiatische Tigermücke in den letzten Jahren zunehmend auch in Europa heimisch geworden.

Was ist das Dengue-Fieber?
Was sind die Ursachen für das Dengue-Fieber?
Was sind die Symptome?
Wie erkennt der Arzt das Dengue-Fieber?
Wie wird das Dengue-Fieber behandelt?
Wie kann ich vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen?

Was ist das Dengue-Fieber?

Dengue-Fieber, auch bekannt unter den Namen Dandy oder Knochenbrecherfieber, ist eine Krankheit, die vor allem in den Tropen vorkommt. Es wird durch Stechmücken verbreitet und vor allem von Touristen nach Europa gebracht. Weltweit ist es die Krankheit, die am häufigsten von Moskitos übertragen wird und sich am schnellsten ausbreitet. Durch die Klimaerwärmung kann es vorkommen, dass die Mücken manchmal bis nach Europa vordringen.

Normalerweise klingt die Krankheit nach circa einer Woche wieder ab und die Betroffenen haben keine Folgeschäden. Es kann allerdings auch zum sogenannten Dengue-Schock-Syndrom kommen, besonders Kinder sind von dem schwereren Verlauf betroffen, bei dem es meist zu inneren Blutungen kommt.

Was sind die Ursachen für das Dengue-Fieber?

Das Dengue-Fieber gehört zu den viralen hämorrhagischen Fiebern (VHF) und wird durch Arboviren der Gattung Flavivirus ausgelöst. Übertragen wird der Krankheitserreger durch verschiedene Mückenarten, wie die asiatische, die ägyptische und die polynesische Tigermücke (Stegomyia). Diese sogenannten Vektoren finden sich vorwiegend in der Nähe von Ansiedlungen – daher breitet sich das Dengue-Fieber meist im städtischen Raum aus.

Die Mücken brauchen als Lebensraum wärmere Gebiete und legen ihre Eier vorwiegend in der Nähe von stehenden Wasservorkommen – Regentonnen, Putzeimer oder Flaschen bieten ideale Bedingungen.

Übertragen wird das Dengue-Virus durch Stiche weiblicher, infizierter Mücken. Das Dengue-Virus hat vier unterschiedliche DEN-Serotypen (DEN-1 bis DEN-4), die meist in unterschiedlichen Gebieten verbreitet sind. Wer einmal an einem der Serotypen erkrankt war, ist gegen diesen im Folgenden immun, längerfristig aber dennoch nicht davor geschützt, an einem der anderen Serotypen zu erkranken.

Was sind die Symptome?

Das Dengue-Fieber wird im Volksmund auch Dandy-Fieber, Polka-Fieber, Sieben-Tage-Fieber, Knochenbrecherkrankheit („Break-Bone-Fever“) oder Knochenfieber genannt. Der Begriff „Dengue“ leitet sich von dem Swahili-Wort „denga“ (Krampf) ab.

Die Inkubationszeit des Dengue-Fiebers beträgt in der Regel etwa zwei bis sieben Tage.

Die typischen Symptome des Dengue-Fiebers sind denen einer Grippe ähnlich:

  • Plötzliches hohes Fieber bis zu 40°C
  • Starke Kopfschmerzen
  • Druckgefühle hinter den Augen
  • Sehr starke Muskel-, Knochen- und Gelenkschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Bei vielen Patienten kommt es einige Tage nach Krankheitsbeginn zu einem juckenden, masernähnlichen Hautausschlag

Verlauf der Erkrankung:

Oft sinkt das Fieber nach zwei oder drei Tagen und steigt dann nochmals an. In der Regel klingt die Erkrankung von selbst nach etwa einer Woche ohne weitere Folgen ab. Es kann allerdings vorkommen, dass sich der Patient noch für eine Weile recht schlapp und erschöpft fühlt.

In etwa 1 bis 5 Prozent der Fälle kommt es zu einem schweren Krankheitsverlauf, dem Hämorrhagischen Dengue-Fieber (DHF) oder dem Dengue-Schock-Syndrom (DSS). Diese treten oft als Zweiterkrankung auf, nachdem sich der Patient früher schon einmal mit einem anderen Dengue-Serotyp infiziert hat.

Mann, der Arm mit Mückenspray einsprüht.

Mückenspray hilft dabei sich vor den infizierten Mücken zu schützen. (c) glisic_albina/Fotolia

Zu den oben genannten Symptomen kommen hier hinzu:

  • Plötzliche Bauchschmerzen und Erbrechen
  • Plötzlich auftretendes Zahnfleisch- und Nasenbluten
  • Zeitweise Körpertemperatur unter 36 0C
  • Abnehmende Zahl von Blutplättchen kann bei DHF zu lebensgefährlichen inneren und äußeren Blutungen führen
  • Bei DSS plötzlicher Abfall des Blutdrucks und mangelhafte Versorgung lebenswichtiger Organe wie Gehirn, Lunge oder Niere (Lebensgefahr!)

Während das Dengue-Fieber meist harmlos verläuft, können DHF und DSS zu lebensgefährlichen Komplikationen führen. Insbesondere bei Kleinkindern und älteren Menschen endet die Krankheit zuweilen tödlich.

Wie erkennt der Arzt das Dengue-Fieber?

In der Anfangsphase ist es schwierig, das Dengue-Fieber anhand der Symptome von einer normalen Grippe zu unterscheiden. Der Arzt muss deshalb wissen, ob sich der Patient im Vorfeld in einer typischen Dengue-Fieber-Region aufgehalten hat. Außerdem gilt es, eine Malaria-Erkrankung auszuschließen.

Wichtige Maßnahmen für die Diagnose sind:

  • Messung von Temperatur, Blutdruck und Puls
  • Überprüfen der Herz- und Lungengeräusche
  • Lymphknoten abtasten
  • Überprüfen von Rachen und Schleimhäuten
  • Blutuntersuchung
  • Virusnachweis über NS1-Antigen-Test

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Wie wird das Dengue-Fieber behandelt?

In Deutschland ist das Dengue-Fieber meldepflichtig, das heißt der Arzt muss dies auf jeden Fall beim Gesundheitsamt anzeigen.

Solange keine Komplikationen auftreten, wird das Dengue-Fieber ähnlich einer Grippe behandelt. Zur Senkung des Fiebers kommt nach Möglichkeit Paracetamol zum Einsatz – Mittel wie Ibuprofen oder Aspirin eignen sich weniger, weil sie die Neigung zu Blutungen erhöhen könnten. Blutuntersuchungen sind ebenso Teil der Therapie wie eine genaue Überwachung des Flüssigkeitshaushalts.

Wie kann ich vorbeugen?

Die beste Vorsorge gegen das Dengue-Fieber liegt in einem effektiven Schutz vor Mückenstichen. Hier ist ein 24-Stunden-Schutz durch Mückensprays empfehlenswert, weil die infizierten Mücken tag- und nachtaktiv sind. Ferner sollte man in gefährdeten Gebieten Kleidung wählen, die auch Arme und Beine bedeckt. Wohnräume und Schlafstätten lassen sich durch Moskitonetze und Fliegengitter sicherer machen. Der Einsatz von Insektiziden empfiehlt sich aufgrund der gravierenden Auswirkungen auf unsere Natur nicht.

Gute Hygienebedingungen machen den Stechmücken das Leben ebenfalls schwerer – indem man beispielsweise Wasserstellen sicher abdeckt und Gefäße mit Wasser gut verschlossen aufbewahrt.

Wie sind die Heilungschancen?

In den meisten Fällen treten bei Erkrankungen mit dem Dengue-Fieber keine Komplikationen auf. Nur etwa 1 Prozent aller Dengue-Erkrankungen verlaufen tödlich.

Dennoch sollte beispielsweise am Anfang einer Reise in Dengue-Fieber-gefährdete Gebiete ausführliche Beratung über Vorbeugemaßnahmen stehen. Wer sich bereits einmal mit dem Dengue-Fieber infiziert hat, sollte sich überlegen, ob er tatsächlich in ein gefährdetes Gebiet reisen möchte – weil eine zweite Infektion mit einem anderen Serotypen meist heftiger verläuft.

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