Gesundheit kompakt

Candidose/Candida Infektion

Hefepilze trägt jeder gesunde Mensch in sich, doch bei der Candidose kommt es zu einer übermäßigen Vermehrung des Hefepilzes Candida. Rötliche, juckende Stellen auf der Haut oder starker Zungenbelang sind auffällige Hinweise auf die Mykose. Meistens hat diese keine schwerwiegenden Folgen, doch in seltenen Fällen kann die Pilzinfektion auch gefährlich werden.

Was ist eine Candidose?
Was sind die Ursachen der Candidose?
Was sind die Candidose -Symptome?
Wie erkennt der Arzt eine Candidose?
Wie wird die Candidose behandelt?
Wie kann ich der Candidose vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen bei Candidose?

Was ist eine Candidose?

Candidose ist der Begriff für eine Infektion der Schleimhäute oder der Haut mit einem Hefepilz der Candida Familie. In manchen Fällen sind auch innere Organe oder das Gewebe (systemische Candidose) davon betroffen.

Insgesamt sind über 150 verschiedene Candida Arten bekannt, meistens handelt es sich bei der Candidose allerdings um die Gattung Candida albicans.

Die Symptome der Erkrankung unterschieden sich darin, welche Körperregion befallen ist. In schwerwiegenden Fällen kann es zu einer Candida Sepsis (Blutvergiftung) kommen.

Was sind die Ursachen der Candidose?

Candida Pilze sind bei etwa 80% der Menschen zu finden, ohne Probleme zu bereiten. Sie sind auf der Haut, den Schleimhäuten und im Magen-Darm-Trakt von gesunden Personen in gewissen Mengen vorhanden. Problematisch wird es erst, wenn das natürliche Gleichgewicht der Flora außer Kontrolle gerät und der Pilz übermäßig gedeiht – es kommt zur Mykose.

Ein schwaches Immunsystem, gewisse Erkrankungen (wie Diabetes, AIDS und Krebs), Antibiotika und Medikamente schwächen den Organismus und begünstigen die Pilzinfektion. Auch in Phasen hormoneller Veränderungen, wie in der Schwangerschaft oder den Wechseljahren kann es auf Grund von veränderten Östrogenspiegeln leichter zur Candidose kommen.

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Auch äußere Faktoren, wie feucht-warmes Klima, schlechte Körperhygiene oder die Veränderung des pH-Wertes der Haut können das übermäßige Wachstum des Hefepilzes unterstützen.

Dies geschieht besonders in Hautfalten, unter synthetischer Kleindung oder im Windelbereich bei Babys. Entwickelt der Keim seine Pathogenität, löst er unter anderem Hautinfektionen, Soor, eine Vaginitis oder eine Balanitis, sowie Erkrankungen der inneren Organe, meistens der Speiseröhre aus.

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Was sind die Candidose -Symptome?

Die Symptome der Candidose machen sich von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich bemerkbar. Häufig tritt ein weißer oder gelblicher Belag auf der Zunge oder den Schleimhäuten der betroffenen Personen auf (Mundsoor bzw. Orale Candidose). Die orale Candidose tritt in ihrer akuten Form oft sehr plötzlich auf und heilt meist ohne Folgen wieder ab.

  • Bei geschwächten Personen oder Zahnprothesenträgern kann sich die Mundsoor allerdings zu einer chronischen Erkrankung entwickeln.
  • Beim Hautpilz äußert sich die Candidose durch juckende rötliche Stellen oder nässende, gerötete Herde mit einem weißlichen Saum. Auch Schuppenbildung und Schwelungen sind möglich.
  • Eine Vaginal-Candidose äußert sich durch weißen geruchlosen Ausfluss, Juckreiz, Brennen oder eine Rötung des Scheideneingangs. Besonders Frauen in den Wechseljahren und Schwangere sind von dieser Form der Candidose betroffen.

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  • Eine Candidose des Penis (Balanitis) macht sich durch Rötung, Schuppung und Juckreiz der Eichel oder Vorhaut bemerkbar. In manchen Fällen ist die Harnröhre von der Pilzinfektion betroffen und bereitet Schmerzen beim Wasserlassen.
  • Bei der systemischen Candidose reichen die Symptome von einer Entzündung verschiedener Organe (besonders Lunge, Nieren, Netzhaut des Auges, Herzklappen oder Gehirn) bis hin zur Candida-Blutvergiftung (Sepsis).
Frau hält SOS-Schild vor Intimbereich.

Eine Candidose kann auch den Penis oder die Vagina befallen. (c)  vchalup / Fotolia

Wie erkennt der Arzt eine Candidose?

Die Candidose der Haut oder der Schleimhäute erkennt der Arzt an dem typischen Aussehen der betroffenen Körperpartien. Zudem macht der Mediziner einen Abstrich, um die Pilze mikroskopisch nachweisen zu können.

Beim Verdacht auf eine systemische Candidose nimmt er eine Gewebeentnahme des entsprechenden Organs vor und führt eine Blutuntersuchung durch. Eine übermäßige Candida-Besiedlung des Darmes wird im Stuhl nachgewiesen.

Wie wird die Candidose behandelt?

Die Behandlung der Candidose richtet sich nach dem Ort ihres Auftretens. Generell kann jedoch jede Pilzinfektion durch die Gabe von Antimykotika (Antipilzmittel) geheilt werden. Die betroffenen Hautstellen werden topisch mit pilzhemmenden Salben, Pudern oder Lösungen direkt auf die Haut aufgetragenen Produkten behandelt. Außerdem hilft Puder dabei, die entsprechenden Regionen trocken zu halten und eine erneute Infektion zu verhindern. In seltenen Fällen verordnet der Arzt orale Antimykotika.

Bei der Candidose der Genitalien verschreibt der Arzt Zäpfchen und Lotionen. Für die Mundsoor wird das Antimykotikum als Tablette oder als ein sich im Mund auflösendes Lutschbonbon verabreicht, auch Gurgellösungen sind möglich.

Bei chronischen Verlaufsformen oder der systemischen Candidose wird häufig das Medikament „Fluconazol“ über einen längeren Zeitraum eingenommen oder als Infusion gegeben. Bei dieser seltenen, schwerwiegenderen Form der Candidose muss das geschwächte Immunsystem zusätzlich behandelt werden. Ist die Pilzinfektion beispielsweise eine Folge der Krankheit Diabetes mellitus, ist eine ständige Überwachung und optimale Einstellung des Blutzuckerspiegels der erste Schritt.

Um ein Wiederauftauchen der Infektion zu verhindern muss die Ursache beseitigt werden. In manchen Fällen reicht es bereits, die Hygiene zu verbessern (Handtücher und Zahnbürsten häufiger wechseln) und die Haut trocken zu halten.

Wie kann ich der Candidose vorbeugen?

Um einer Candidose vorzubeugen, ist eine ausreichende Körper- und Intimhygiene wichtig. Da die Candidose des Genitalbereichs im entfernten Sinne zu den sexuell übertragbaren Krankheiten zählt, empfiehlt sich die Verwendung von Kondomen, um eine Ansteckung zu verhindern.

Auch mit einer gesunden Lebensweise und ausgewogenen Ernährung wird der Candidose vorgebeugt, da diese durch ein geschwächtes Immunsystem begünstigt wird. Besteht eine Grunderkrankung wie Diabetes gilt es, diese stehts zu kontrollieren.

Bei ersten Anzeichen, wie Hautausschläge oder Magen-Darm-Problemen sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden.

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Wie sind die Heilungschancen bei Candidose?

Die Behandlung mit Antipilzmitteln ist in den meisten Fällen sehr gut wirksam. Werden diese regelmäßig eingenommen bzw. aufgetragen, heilt die Infektion wieder ab und die Symptome verschwinden.

In manchen Fällen tritt die Mykose jedoch wiederkehrend auf. In diesen Fällen sollte nach weiteren Erkrankungen gesucht werden, wie beispielsweise ein unerkannter Diabetes mellitus oder ein geschwächtes Immunsystem (auf Grund von viralen Infektionen oder nach der Chemotherapie).