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Bromhidrose

Bromhidrose beschreibt eine übermäßige Schweißproduktion, die sich mit starkem Körpergeruch bei den Betroffenen zeigt. Weitere Fachbegriffe für die Erkrankung sind: Bromhidrosis oder Osmidrose. Bromhidrose entwickelt sich erstmalig meist in der Pubertät. Vor allem die psychischen Folgen des Schweißgeruchs sind für die Betroffenen sehr belastend.

Was ist Bromhidrose?
Was sind die Ursachen von Bromhidrose?
Was sind die Symptome von Bromhidrose?
Wie erkennt der Arzt Bromhidrose?
Wie wird Bromhidrose behandelt?
Wie kann ich Bromhidrose vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen bei Bromhidrose?

Was ist Bromhidrose?

Bromhidrose beschreibt eine Erkrankung, die sich durch extremen Körper- und Schweißgeruch bemerkbar macht und vor allem psychische Folgen mit sich bringt. Dabei werden die apokrine und die ekkrine Bromhidrose unterschieden, diese beschreiben zwei Arten von Schweißdrüsen. Die ekkrinen Schweißdrüsen sind für die Regulation des menschlichen Wärmehaushalts verantwortlich und die apokrinen Schweißdrüsen sondern Duftstoffe ab.

Apokrine Bromhidrose

Bei der apokrinen Bromhidrose verbindet sich das Sekret aus den Schweißdrüsen mit Bakterien auf der Haut. Es entstehen Fettsäuren und Amine, die dabei einen starken bis ranzig, säuerlichen Geruch produzieren. Selbst wenn man die (apokrinen) Duftdrüsen unter den Achseln täglich wäscht und pflegt, kommt es bei Betroffenen immer wieder zur Geruchsbildung. Ein psychischer Faktor ist die ständige Angst, unangenehm zu riechen. Apokrine Drüsen reagieren besonders bei Stress mit einer erhöhten Schweißproduktion.

Ekkrine Bromhidrose

Bei der ekkrinen Bromhidrose unterscheidet man zwischen zwei weiteren Unterformen. Die keratogene ekkrine Form ist dabei eine Sonderform der Hyperhidrosis (übermäßige Schweißproduktion). Dabei wirkt sich der übermäßig produzierte Schweiß auf die Haut sowie Hornhaut vor allem im Bereich der Füße, Leiste, Achseln und Kopf aus. Die Haut wird in diesen Bereichen des Körpers ständig von Schweiß feucht gehalten, was sich negativ auf die Hautflora auswirkt und das Gleichgewicht stört.

Weiter gibt es die stoffwechselbedingte ekkrine Form. Hier liegt die Ursache des übermäßigen und übel riechenden Körpergeruchs in einer Stoffwechselstörung. Betroffene produzieren im Schweiß chemische Komponenten wie kurzkettige Fettsäuren (die nach Schweiß riechen) sowie Ammoniak (der nach Urin riecht) als auch Amine und Dimethylsulfoxide (die einen knoblauchartigen Geruch haben).

Die ekkrine Form kann bereits im Kindesalter auftreten, im Gegensatz zur apokrinen Form, die erst mit Eintritt in die Pubertät offensichtlich wird.

Was sind die Ursachen von Bromhidrose?

Viele Menschen denken bei starkem Körpergeruch und übermäßiger Schweißproduktion schnell an mangelnde Körperhygiene. Doch trotz ausreichender Hygiene leiden Betroffene an den Symptomen und Auswirkungen der Erkrankung.

Die konkreten Ursachen sind noch nicht ausreichend erforscht, jedoch spielen Hormone, Stress und falsche Ernährung sicherlich eine Rolle. Doch dies betrifft alle Menschen und nicht speziell unter Bromhidrosis Leidende. Nur bei der stoffwechselbedingten ekkrinen Krankheitsform verursacht ein Stoffwechselleiden den übelriechenden Körpergeruch.

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Was sind die Symptome von Bromhidrose?

Vor allem beim Eintritt in die Pubertät treten die typischen Symptome einer Bromhidrose auf: übermäßige Schweißproduktion im Zusammenhang mit übelriechendem Körpergeruch, der in manchen Fällen im Gesicht nach Erbrochenem riecht.

Hoher Blutdruck, Stress und Hormone können die Krankheit weiter verschlimmern.

Wie erkennt der Arzt Bromhidrose?

Nach einem ausführlichen Patientengespräch kann der Arzt meist ohne weitere Untersuchungen die Diagnose Bromhidrose stellen. Dabei kann er anhand des Schweißes unterscheiden, um welche Form der Krankheit es sich handelt.

Apokriner Schweiß ist in erster Linie völlig normal und wird auch von gesunden Menschen produziert. Zunächst ist dieser Schweiß auf der Haut auch ohne starken Geruch. Jedoch treten sehr schnell bakterielle Zersetzungsprodukte wie Fettsäuren und Ammoniak auf, die dann den ranzigen, fäkalen und sauren Geruch produzieren. Auch leiden Patienten mit einer apokrinen Bromhidrosis an extrem vermehrter Schweißproduktion.

Im Gegensatz dazu kann der Hautarzt die ekkrine Bromhidrosis an der veränderten Hautflora erkennen.

Wie wird Bromhidrose behandelt?

Neben hygienischen Maßnahmen kann eine Therapie der keratogenen ekkrinen Form mit einer lokalen Antisepsis wie etwa hochprozentigem Alkohol wirksam sein. Dabei werden die Keime, die zur Bildung des typischen Körpergeruchs führen, minimiert. Oftmals bringt dieser Therapieansatz jedoch nicht die erwünschten Erfolge. Ein weiterer Ansatz ist die Behandlung der ekkrinen Schweißdrüsen mit injizierten neurotoxischen Proteinen (Botulinumtoxin). Für einen gewissen Zeitraum werden dadurch die Schweißdrüsen funktionslos gemacht.

Ein Arzt spritzt einer Patientin Botox unter die Achselhaut, um die Schweißdrüsen funktionelos zu machen

Botox kann Schweißdrüsen eine Zeit lang lahm legen. (c) Leonid / Fotolia

Ebenfalls kann sowohl bei der apokrinen als auch der ekkrinen Form (und auch bei einer Hyperhidrose) eine Operation helfen. Bei der OP von Bromhidrose-Patienten entfernt der Arzt durch eine subkutane Schweißdrüsensaugkürettage sehr viele Schweißdrüsen dauerhaft. In manchen Fällen kann die Wirkung der verminderten Schweißproduktion nach einigen Jahren nachlassen, da die Nervenenden zum Teil die verbleibenden Schweißdrüsen wieder erreichen und die Schweißproduktion wieder beginnt. Die Kosten dieser Operation bei einer Hyperhidrose können je nach Krankenhausaufenthalt variieren und liegen ungefähr bei 1000 bis 2000 Euro.

Als letzte Möglichkeit muss hier die operative Durchtrennung des Sympathikusnervs genannt werden. Der Sympathikusnerv löst die Schweißproduktion aus. Dieser Eingriff ist aber sehr riskant, da der Arzt hierbei eine Endoskopie durch die Achselhöhlen durchführt, um einen Zugang zu den Ganglien im Brustkorbbereich zu bekommen. Dabei können andere Organe beschädigt werden. Zudem ist die Durchtrennung des Sympathikusnervs ein großer Eingriff in das vegetative Nervensystem und kann eine Vielzahl an Spätfolgen mit sich bringen.

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Vor allem die psychischen Folgen durch den extremen Körpergeruch werden für viele Patienten zu einem Problem, die ein Psychotherapeut behandeln muss. Viele Betroffene neigen zur Isolation und haben deshalb Probleme am Arbeitsplatz und im sozialen Kontakt.

Wie kann ich Bromhidrose vorbeugen?

Da die Ursachen nicht ganz geklärt sind, kann man einer Bromhidrose leider nicht direkt vorbeugen. Ein gesunder Lebensstil, kein Übergewicht, gesunde Ernährung mit wenig Alkohol und Nikotin, vermindern jedoch unangenehmen Körpergeruch.

Wie sind die Heilungschancen bei Bromhidrose?

Eine komplette Heilung der Bromhidrose ist nur bei der operativen Durchtrennung des Sympathikusnervs gewährleistet. Da dieser Eingriff aber risikobehaftet ist, muss eine Operation reichlich überlegt sein.

Medikamente gegen den Schweißgeruch bringen nur bedingt Erfolg und auch die operative Schweißdrüsensaugkürettage hat eine Rückfallquote. Auch eine Ernährungsumstellung oder Antitranspirante können nur unterstützend wirken und bringen keine komplette Heilung.