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Autismus

Bei Autismus denken viele an Wunderkinder, die sozial eingeschränkt sind. Doch Autismus ist eine Entwicklungsstörung, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Wir erklären die verschiedenen Formen von Autismus und geben Tipps, wie der richtige Umgang mit der psychischen Erkrankung aussieht.

Was ist Autismus?
Was ist die Ursache von Autismus?
Welche Symptome verursacht die Erkrankung?
Wie erkennt der Arzt Autismus?
Wie lässt sich Autismus behandeln?

Was ist Autismus?

Laut ICD-10 (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) zählt Autismus zu den tief greifenden Entwicklungsstörungen. Autismus ist eine psychische Erkrankung, die meist vor dem dritten Lebensjahr auftritt. Sie unterteilt sich grundsätzlich in drei Formen: Frühkindlicher Autismus, Asperger Syndrom und Atypischer Autismus. Allerdings ist es häufig schwierig, die Ausprägungen voneinander zu unterscheiden. Daher sprechen Ärzte und Psychologen auch häufig von der Autismus-Spektrum-Störung (ASS).

Eine Untersuchung in den USA hat ergeben, dass gut 2% aller Kinder und Jugendlichen zwischen 3 und 17 Jahren an einer Form von Autismus leiden. In Europa liegen lediglich Schätzungen vor, sodass sich die genaue Zahl der Betroffenen nur vermuten lässt. Experten gehen davon aus, dass rund 1% der Bevölkerung an Autismus leidet. Jungen sind von der Krankheit doppelt so häufig  betroffen wie Mädchen.

Der Begriff Autismus leitet sich vom griechischen Wort „autos“ ab, was so viel wie „selbst“ bedeutet. Vor allem der Schweizer Psychiater Eugen Bleuler hat den Begriff stark geprägt. Dieser hat erstmals die Krankheit als eine Art Zurückgezogenheit beschrieben, bei der die Kinder in einer inneren Gedankenwelt leben.

Was ist die Ursache von Autismus?

Zwar gab es eine Reihe von Untersuchungen, doch die genauen Ursachen von Autismus konnten bis jetzt nicht festgestellt werden. Früher ist man davon ausgegangen, dass die Mutter einen großen Einfluss auf die Entstehung der Krankheit hat. Emotionale Kälte und Desinteresse würden eine Entstehung der Krankheit begünstigen. Diese These gilt heute als widerlegt. Als erwiesen gilt dagegen, dass Autismus angeboren ist und von genetischen Faktoren begünstigt wird. Alle Formen von Autismus sind unheilbar, sodass die Betroffenen häufig ein Leben lang auf Unterstützung und Hilfe angewiesen sind.

Welche Symptome löst Autismus aus? 

Jede Form von Autismus hat ihre eigenen Symptome. In der Regel sind jedoch motorisches sowie soziales Verhalten besonders stark von der Krankheit betroffen. Zudem sind Verhaltensweisen, die sich stetig wiederholen, typisch für die Krankheit.

Symptome des frühkindlichen Autismus

Der frühkindliche Autismus äußert sich beispielsweise in folgenden Symptomen:

  • Eingeschränkte Fähigkeiten in Bezug auf die Bewegung
  • Verzögerte und häufig stark eingeschränkte Entwicklung des Sprechens
  • Über- oder unterdurchschnittliche Intelligenz
  • Fremd- oder selbstverletzendes Verhalten

Symptome des Asperger Syndroms

Das Asperger Syndrom äußert sich in beinahe denselben Symptomen, allerdings treten diese meist erst nach dem vierten Lebensjahr auf. Häufig sind die Symptome nicht ganz so stark ausgeprägt, wie beim frühkindlichen Autismus. So sprechen Menschen mit dem Asperger Syndrom unter Umständen fehlerfrei, sind aber im sozialen Verhalten stark eingeschränkt.

Symptome des Atypischen Autismus

Der atypische Autismus zeigt sich ebenfalls erst nach dem dritten Lebensjahr und wird von vielen als Unterform des frühkindlichen Autismus‘ gesehen. Die Symptome sind nicht ganz so stark ausgeprägt, schränken jedoch die Lebensqualität der Betroffenen stark ein.

Häufig geht Autismus mit einer Inselbegabung einher, das ist jedoch nicht immer der Fall. Einige Autisten besitzen beispielsweise ein hervorragend ausgebildetes Gehör oder sind überdurchschnittlich talentiert im mathematischen Bereich.

Wie erkennt der Arzt Autismus?

Die Diagnose von Autismus erfordert eine genaue Beobachtungsgabe. Psychologen und Mediziner verwenden Fragebögen, um die Diagnosekriterien von Autismus zu überprüfen und anschließend das Krankheitsbild zu bestimmen. In der Regel sind auch die Eltern dazu aufgefordert, das Verhalten der Kinder beim Spielen und im Alltag zu beobachten. Erst nach vollständiger Beobachtung und dem Ausschluss anderer Störungen wie ADHS, Schizophrenie oder der Borderline-Störung erfolgt die Diagnose „Autismus“.

Wie lässt sich Autismus behandeln?

Eine Heilung von Autismus ist ausgeschlossen. Jedoch sorgen verschiedene Therapiemöglichkeiten dafür, dass Autisten gut mit der Krankheit zurechtkommen. Trotzdem ist ein Großteil der Betroffenen auf lebenslange Hilfe und Unterstützung angewiesen, vor allem, wenn es sich um eine starke Ausprägung von Autismus handelt. Verhaltenstherapie und eine begleitende Behandlung mit Medikamenten haben sich als erfolgreiche Behandlungsmethoden herausgestellt.