Gesundheit kompakt

Angina abdominalis: Wenn die Durchblutung der Darmwand gestört ist

Angina abdominalis wird auch Angina intestinalis genannt und beschreibt eine Durchblutungsstörung der Darmwand. Sie ist oft die Vorstufe eines Darmarterienverschlusses (Mesenterialinfarkt). Um einen akuten Verschluss zu vermeiden, müssen Betroffene sofort zum Arzt oder ins Krankenhaus. Vor allem Menschen im Alter erkranken häufiger an dieser Form der Angina. Angina abdominalis kann zur Darmschädigung führen, das Ausmaß ist dabei abhängig von der Dauer der Durchblutungsstörung.

Was ist Angina abdominalis?
Was sind die Ursachen von Angina abdominalis?
Was sind die Symptome von Angina abdominalis?
Wie erkennt der Arzt Angina abdominalis?
Wie wird Angina abdominalis behandelt?
Wie kann ich vorbeugen?
Wie sind die Heilungschancen bei Angina abdominalis?

Was ist Angina abdominalis?

Angina abdominalis wird im Volksmund auch Abdominalangina oder Darmangina genannt und ist auf eine unzureichende Blutversorgung auf Grund von verengten Blutgefäßen zurückzuführen. Die Erkrankung kommt eher selten vor; zu den Risikogruppen zählen vor allem Menschen über 60 Jahren. Vor allem Tabakkonsum erhöht das Erkrankungsrisiko.

Dabei wird die Abdominalangina in zwei Arten unterteilt: chronisch und akut. Bei einer chronischen Darmangina treten die typischen Bauchschmerzen über einen längeren Zeitraum auf. Bei einer akuten abdominalen Angina treten die Schmerzen plötzlich auf, etwa nach dem Essen.

Was sind die Ursachen von Angina abdominalis?

Die Durchblutungsstörungen treten meist nach einer Verengung von Blutgefäßen (Stenose) auf, die wiederum häufig von Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose) verursacht wird. Auch Blockaden in den Arterien führen zu Störungen in der Blutversorgung im Darm und können unterschiedlichen Ursprungs sein: Blutgerinnsel, ein niedriger Blutdruck, Herzinsuffizienz, Störungen der Blutgerinnung, der Blutgefäße oder Anomalien sind mögliche Auslöser.

Als weitere Ursachen einer Angina abdominalis bzw. einer Durchblutungsstörung im Darmbereich zählen eine Thrombose oder Embolie. Im schlimmsten Fall können dann unterversorgte Darmbereiche absterben.

Angina-abdominalis

Eine Angina-abdominalis sollte schnell behandelt werden. (c) Racle Fotodesign / Fotolia

Was sind die Symptome von Angina abdominalis?

Symptome der chronischen und akuten Form ähneln sich. Zu den typischen Symptomen zählen Schmerzen im Bauchbereich, vor allem nach der Nahrungsaufnahme. Oftmals treten diese Bauchschmerzen gemeinsam mit Übelkeit und Erbrechen auf. Weitere Anzeichen sind: Blähungen, Verstopfung oder Durchfall, blutiger Stuhl, Fieber und sogar Angstzustände. Viele Patienten mit Angina abdominalis erleiden einen Gewichtsverlust. Dies passiert häufig als Konsequenz auf Grund der Schmerzen im Unterleib nach dem Essen. Um die Schmerzen zu vermeiden, essen Betroffene automatisch weniger.

Die verminderte Blutversorgung des Darms kann aber auch symptomlos verlaufen. Vor allem im Anfangsstadium der Erkrankung wird die Angina oftmals als Zufallsbefund entdeckt.

In akuten Fällen kommt es jedoch oftmals zum vollständigem Verschluss von Darmarterien. Dies führt zur Durchblutungsstörung und Unterversorgung des betroffenen Darmabschnitts. Wenn Patienten dann nicht rechtzeitig therapiert werden, kann es sogar zum Absterben ganzer Darmschlingen kommen. Es kommt zum Darmdurchbruch und eine lebensgefährliche Bauchfellentzündung kann die Folge sein.

Wie erkennt der Arzt Angina abdominalis?

Wenn Patienten häufig an Schmerzen und Druckgefühl im Bauchbereich leiden, vor allem nach dem Essen, sollte der Arzt aufgesucht werden. Nach einer detaillierten Anamnese folgt eine körperliche Untersuchung. Vor allem der Bauch fühlt sich bei Menschen mit einer Angina abdominalis Erkrankung weich und hohl an.

Durchblutungsstörungen lassen sich nicht sehr leicht feststellen, aber mit Hilfe von bildgebenden Untersuchungstechniken lässt sich die Diagnose stellen. Mit einer Darmspiegelung, Ultraschall, Computertomographie (CT), Röntgen oder MRT können Aufnahmen mit Hilfe von Kontrastmittel gemacht werden, um Blutgefäße darzustellen.

Vor allem eine MR-Angiographie (MRA) des Abdomens ist zur besseren Diagnostik zu empfehlen. Auch Blutwerte können Indizien für eine abdominale Angina aufzeigen. So weisen Leukozytose (Vermehrung der weißen Blutkörperchen), erhöhtes Blutlaktat und metabolische Azidose (Laktatazidose, niedriger pH-Wert in Gewebe und Blut) auf eine bereits fortgeschrittene Abdominalangina hin.

Wie wird Angina abdominalis behandelt?

Die genaue Therapie bei Angina abdominalis hängt von der jeweiligen Ursache der Erkrankung ab. Wenn der Auslöser etwa Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck oder eine Verengung bzw. der Verschluss eines Blutgefäßes ist, wird eine medikamentöse Therapie empfohlen. Patienten wird dazu geraten, sich gesund zu ernähren und Sport zu treiben. Auch kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt helfen die Verdauung zu regulieren.

Je nach Stadium der Erkrankung ist in manchen Fällen eine Operation nötig. Bei Durchblutungsstörungen, Venenverschluss oder Gewebeschäden kann eine OP erforderlich werden. Abgestorbenes Gewebe muss operativ entfernt und geschädigte Arterien mit Hilfe eines Bypass überbrückt werden.

Auch nach einer Operation müssen Betroffene Medikamente einnehmen. Oft müssen die Blutgefäße auch nach dem Eingriff mit Vasodilatatoren geweitet werden oder eine weitere Blutgerinnung mit Antikoagulanzien verhindert werden. Um die verengten Blutgefäße zu erweitern kann auch eine Katheterisierung (Angioplastie) als nicht-invasive Maßnahme durchgeführt werden.

angina-abdominalis

Rauchen verschlechtert die Durchblutung. (c) jes2uphoto / Fotolia

Wie kann ich vorbeugen?

Wenn dem Patienten bereits bekannt ist, dass eine Durchblutungsstörung der Blutgefäße vorliegt, etwa durch Verkalkung, ist es ratsam von zu viel Alkoholgenuss sowie Nikotin zu meiden. Auch ein gesunder Lebensstil mit einer ballaststoffreichen und ausgewogenen Ernährung hilft, einer Angina abdominalis vorzubeugen.

Regelmäßige Untersuchungen beim Arzt sind ebenfalls von Vorteil, um die Blutgefäße zu kontrollieren. Dies gilt vor allem für Risikogruppen wie ältere Personen und vor allem Diabetiker. Als Hausmittel gegen Angina abdominalis und Bauchschmerzen werden oft Joghurt, Quark und andere probiotische Produkte gezählt.

Wie sind die Heilungschancen bei Angina abdominalis?

Oft wird ein frühzeitiger Therapiestart erschwert, da die allgemeinen Symptome wie Bauchschmerzen nach dem Essen in vielen Fällen von den Betroffenen falsch eingeschätzt werden. Ohne adäquate Behandlung in Form von Medikamenten oder in schweren Fällen auch mit einer Notfalloperation, wird die Lebenserwartung von Patienten mit Angina abdominalis vor allem im höheren Alter deutlich eingeschränkt und verringert.

Nach erfolgreicher Therapie müssen Patienten unbedingt einen gesunden Lebensstil ohne Nikotin und vor allem mit ausgewogener Ernährung führen. Verlorenes Körpergewicht durch die Erkrankung kann dann sehr schnell wiedergewonnen werden. Eine gesunde Ernährung verhindert ebenfalls einen Anstieg des Cholesterinspiegels und wirkt gegen eine Verhärtung der Arterien.