Gesunde Ernährung

Kokoswasser: Was ist dran am trendigen Durstlöscher?

Die Kokosnuss hat sich in die Riege der Superfoods eingereiht. Von Kokosöl bis Kokosmehl – nahezu alle Erzeugnisse der Kokosnuss werden aktuell gehypt. Jetzt im Sommer ist vor allem Kokoswasser in aller Munde. Wir nehmen den exotischen Durstlöscher unter die Lupe.

Hollywoodgrößen und YouTube-Stars schwören darauf: Kokoswasser soll nicht nur schlank und schön machen, es darf auch bei keiner Detox-Kur fehlen. Glaubt man den Schlagzeilen, schützt es sogar vor Krebs und macht Sportler richtig fit und leistungsfähig.

Der kleine, feine Unterschied: Kokoswasser vs. Kokosmilch

Kokoswasser ist die Flüssigkeit aus dem Inneren unreifer, grüner Kokosnüsse. Die wässrige, klare Flüssigkeit hat schlanke 15 bis 20 Kalorien je 100 Mililiter. Im Verlauf des Reifungsprozesses, wächst das Kokos-Fruchtfleisch an, die fleischige Schicht wird dicker, das Kokoswasser wird weniger. Reife Früchte haben deshalb im Kern nur noch eine geringe Menge an Flüssigkeit.

Kokosmilch wird hingegen aus dem fein zerkleinerten, gehaltvollen Kokosnuss-Fruchtfleisch gewonnen, das zerrieben und mit Wasser püriert wird. Kokosmilch ist weiß und eher dickflüssig. Sie enthält etwa 20 Prozent Kokosfett und rund 180 Kalorien je 100 Milliliter. Deshalb ist sie kein Getränk, sondern eher eine Alternative zur Sahne.

Kokoswasser: Die Fakten

Tatsächlich ist es so, dass in den Herkunftsländern der Kokosnuss wie Thailand oder Sri Lanka das frische Kokoswasser ein altbekannter Durstlöscher ist. Anders als Trinkwasser, das erst aufwendig gereinigt werden muss und deshalb teuer sein kann, ist der Saft der Palmenfrucht sauber, steril und direkt verfügbar. Enthaltene Mineralstoffe machen Kokoswasser außerdem zu einem isotonischen, ausgleichenden Getränk bei großer Hitze.

Um an den Durstlöscher zu gelangen, werden die noch weichen, jungen Kokosnüsse mit einer Machete gekappt. So lässt sich der frische Saft direkt mit einem Strohhalm aus der Nuss trinken.

Kokoswasser direkt aus der Kokosnuss

Frisch aus der grünen Kokosnuss schmeckt Kokoswasser am besten. (c) Kzenon/Fotolia

Inhaltsstoffe: Das steckt in Kokoswasser

Kokoswasser enthält wenig, dafür aber ungesättigtes Fett (0,2 Prozent). 100 Milliliter haben etwa 15 bis 20 Kalorien – so viel wie die gleiche Menge Apfelschorle. Besonders der Gehalt an den Mineralstoffen Kalium und Natrium ist beachtlich. Die Mischung macht Kokoswasser zu einem isotonischen Getränk und ist deshalb im Sport so beliebt. Andere Wirkungen des Wunder-Wässerchens sind wissenschaftlich hingegen zu wenig belegt.

Hilft Kokoswasser beim Abnehmen?

Das enthaltene Kalium wirkt entwässernd. Aber zum Abnehmen taugt das Getränk eher nicht. Denn sein Kaloriengehalt entspricht dem von Apfelschorle. Trinkt man mehr als ein paar Schluck, summiert sich die Kalorienmenge schnell. Wer abnehmen will, sollte sich deshalb lieber auf kalorienfreie Getränke wie Wasser oder Kräutertee konzentrieren.

Beim Kauf: Darauf sollten Sie achten

Da Kokosnüsse bei uns leider nicht beheimatet sind, wird Kokoswasser in unseren Supermärkten vorrangig abgepackt in Getränkekartons angeboten statt in der „natürlichen Verpackung“, der Schale. Um das Getränk haltbar zu machen, wird Kokoswasser in der Regel pasteurisiert.  Den Mineralstoffen schadet das aber nicht. Beim Kauf sollten Sie die Verpackung genau studieren und auf die Angabe „100% Kokosnusswasser“ achten, denn einige Produkte enthalten zugesetzten Zucker, Aromastoffe oder Fruchtsäfte.

Die Kokosnuss: Image ist alles

Warum gerade die Kokosnuss in letzter Zeit so populär wurde, ist verwunderlich. Ernährungsexperten finden wenig wertvolle Inhaltsstoffe, die diesen Hype rechtfertigen würden. Die meisten Kokosprodukte enthalten vor allem viel Fett – und zwar solches der ungesunden, gesättigten Sorte. Doch die Kokosnuss hat etwas, von dem Erdnuss oder Walnuss nur träumen können: ein positives Image. Verbinden wir mit ihr doch weiße Sandstrände, Palmen und karibisches Urlaubsfeeling. All das trägt dazu bei, dass sich die Kokosnuss (und ihre Produkte) so gut vermarkten lassen.

Fazit: Kokoswasser ist ein guter Durstlöscher. Es schmeckt angenehm frisch, enthält nur wenig Kalorien, dafür aber ein paar Mineralien. So hilft Kokoswasser vor allem an heißen Tagen oder nach dem Sport den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Trotzdem brauchen Sie keine Wunder für Figur oder Gesundheit zu erwarten. Noch dazu ist das trendige Getränk ganz schön teuer. Also, gönnen Sie sich Kokoswasser nur in Maßen, dann aber mit vollstem Genuss.