Gesunde Ernährung

Kokosblütenzucker – Die gesunde Alternative?

Neben Honig, Ahorn- oder Reissirup steht neuerdings Kokosblütenzucker in den Regalen der Biomärkte. Die Anbieter preisen ihn als kalorienärmer und nährstoffhaltiger als Haushaltszucker aus Zuckerrohr oder -rübe.

Viele, die es gern süß mögen, suchen nach einer gesünderen Alternative zu raffiniertem Zucker. Welche Vorzüge bietet Kokosblütenzucker wirklich?

So wird Kokosblütenzucker hergestellt

Grundlage des Zuckers ist der Blütensirup der Kokospalme. Die Einheimischen Thailands, Indonesiens, aber auch Südamerikas nutzen ihn traditionell als Süßungsmittel. Um an den Nektar zu gelangen, ritzen sie die Kokosblüte an und sammeln den austretenden Saft. Pro Tag kann eine ausgewachsene Kokospalme rund zwei Liter Nektar absondern.

Der Nektar wird erhitzt und dadurch eingedickt. Auf den regionalen Märkten steht der Sirup zum Verkauf. Für den europäischen Markt kochen Anbieter den Sirup weiter ein, lassen die zähe Masse dann trocknen und vermahlen sie zu Zuckerkristallen.

Geschmack und Einsatz der Zuckeralternative

Kokosblütenzucker ist haselnussbraun, schmeckt nach Karamell, aber nicht nach Kokosnuss. Im Prinzip können Sie ihn wie Haushaltszucker verwenden. Er süßt Tee oder Kaffee, würzt Süßspeisen. Allerdings müssen Sie gut rühren, weil sich die braunen Kristalle nur langsam auflösen. Deshalb eignet sich Kokosblütenzucker schlecht zum Backen: Er bildet Klumpen im Teig.

Kokosblütenzucker

Kokosblütenzucker hat ein leckeres Karamellaroma. (c) ExQuisine / Fotolia

Diese Nährstoffe enthält der Blütenzucker

Kokosblütenzucker besteht wie der verbreitete Rübenzucker hauptsächlich aus Saccharose. Zudem enthält er einen geringen Anteil an Glukose und Fruktose und Spuren von Nährstoffen, vor allem:

  • Kalium
  • Eisen
  • Zink

In ihm stecken außerdem geringe Mengen an InulinDas Kohlenhydrat gehört zu den löslichen Ballaststoffen, die in Ihrem Darm viele Bakterienarten füttern und eine intakte Darmflora unterstützen.

Alles in allem sind die Anteile an gesunden Nährstoffen im Kokosblütenzucker gering. Sie müssten den Naturzucker kiloweise essen, um annähernd so viel aufzunehmen wie durch eine Portion frisches Obst oder Gemüse.

Was die Kalorien betrifft, hat der Süßstoff aus der Kokosblüte allerdings einen kleinen Vorzug vor Haushaltszucker. Er liefert pro 100 Gramm rund 380 Kalorien, Haushaltszucker rund 400 Kalorien.

Vorteile durch den glykämischen Index

Befürworter von Kokosblütenzucker weisen darauf hin, dass er einen geringeren glykämischen Index (GI) aufweist, als Kristallzucker. Der GI zeigt an, wie stark Ihr Blutzuckerspiegel steigt, nachdem Sie ein bestimmtes Lebensmittel gegessen haben. Je höher der Glykämische Index, desto höher fällt der Blutzuckerspiegel aus. Ernährungswissenschaftler empfehlen, bevorzugt Lebensmittel mit niedrigem GI zu verzehren, weil sich dadurch Blutzucker- und Blutfettwerte verbessern. Eine Kost mit niedrigem GI soll nämlich vor Übergewicht, Diabetes und koronarer Herzkrankheit schützen.

Den höchsten glykämischen Index weist Traubenzucker mit einem Wert von 100 auf. Das liegt daran, dass er sofort ins Blut übergeht. Weißbrot wie etwa Baguette hat beispielsweise einen Wert von 95. Kokosblütenzucker zeigt einen GI 54 und hat damit einen geringen Vorteil gegenüber Haushaltszucker mit einem GI von 68.

Ist Kokosblütenzucker die gesunde Alternative?

Der Zucker aus Kokosblütennektar hat gegenüber Haushaltszucker geringe Vorteile, denn er enthält:

  • etwas weniger Kalorien,
  • ein paar mehr Nährstoffe,
  • einen minimal geringeren glykämischen Index.

Das stehen als Nachteile gegenüber:

  • eine höhere Umweltbelastung durch den langen Transportweg,
  • ein deutlich höherer Preis von rund 10 Euro pro Kilo gegenüber unter einem Euro pro Kilo Haushaltszucker.

Fazit: Wenn Sie gesund süß genießen wollen, dann essen Sie weniger davon.