Gesunde Ernährung

Knoblauch – Gewürzknolle mit Mehrwert für die Gesundheit

Die einen lieben, die anderen hassen ihn – der typische Geschmack von Knoblauch spaltet die Menschen in zwei Lager. Wenn Sie ihn gern verzehren, dann dankt er Ihnen das mit seinen gesundheitsfördernden Effekten.

Der Knoblauch (Allium sativum) gehört zur Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). Er stammt vermutlich aus Zentralasien. Von dort kam er über den Vorderen Orient nach Europa. Mittlerweile fehlt er in kaum einer Länderküche. Beliebt ist er allerdings nicht nur wegen seines aromatischen Geschmacks, sondern auch wegen seiner gesundheitsfördernden Wirkung. Nach Erfahrung der Naturmedizin kann Knoblauch einen erhöhten Blutdruckwert senken, altersbedingte Gefäßverengungen vorbeugen und das Immunsystem stärken.

Welche Inhaltsstoffe im Knoblauch heilsam wirken

Knoblauch enthält:

  • zahlreiche Schwefelverbindungen, darunter Alliin und Allicin (Metabolit von Alliin), Diallylsulfid, Ajoen, S-Allylcystein
  • ätherisches Öl
  • Flavonoide
  • Vitamine und Mineralstoffe

Der medizinisch bedeutendste Bestandteil ist das Allicin. Es steckt zunächst in seiner Vorstufe Alliin in den weißen Zehen. Erst wenn Sie die Zellen des Knoblauchs durch Schälen, Schneiden oder Hacken verletzen, wird ein Enzym namens Alliinase frei. Unter Sauerstoffeinfluss reagiert es chemisch mit Alliin. Aus dieser Reaktion geht Allicin hervor. Es ist nicht nur für die gesundheitliche Wirkung des Knoblauchs verantwortlich, sondern auch für seinen typischen Geruch.

Gegen welche Beschwerden Knoblauch hilft

Knoblauch hat als Arzneipflanze eine lange Tradition. In den letzten Jahren haben zudem zahlreiche Studien seine medizinische Wirkung bestätigen können. Die Inhaltsstoffe des Knoblauchs

  • bekämpfen Bakterien in Magen und Darm,
  • wirken gegen Pilze,
  • senken Ihre Blutfettwerte,
  • können Blutgerinnsel verhindern,
  • regulieren den Blutdruck nach unten,
  • erweitern die Gefäße und fördern die Durchblutung,
  • schützen die Zellen, indem sie zellschädigende freie Radikale abfangen.

Wie Sie Knoblauch anwenden

Die Naturmedizin empfiehlt frischen Knoblauch täglich zu verzehren. Die übliche Tagesration ist eine Zehe, was etwa 3 Gramm entspricht. Allerdings verträgt nicht jeder Magen diese Menge. Davon abgesehen verursacht der Genuss der frischen Knolle die bekannte „Knoblauchfahne“. Es gibt zwar ein paar Mittel dagegen, die helfen sollen, etwa Milch, Zitrone, Petersilie oder Ingwer, doch ist der Nutzen umstritten.

Eine Frau, die eine Knoblauchknolle in der Hand hält, ist angeekelt von dem Geruch und hält sich die Nase zu.

(c) Kzenon / Adobe Stock

Alternativ können Sie Knoblauchpulver nutzen, Knoblauchextrakt in Dragees oder Knoblauchölauszug in Kapseln.

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Die Nebenwirkungen der Heilpflanze

Auch Mittel der Naturmedizin haben unerwünschte Nebenwirkungen. So kann Knoblauch folgende Symptome auslösen: 

  • Überempfindlichkeitsreaktionen wie Sodbrennen oder Magenschmerzen, vor allem bei Kindern
  • Kopfschmerzen, Schwindel, Schwitzen
  • Blutgerinnungsstörungen. Um das Risiko postoperativer Blutungen zu minimieren, sollten Sie eine Knoblauchkur 14 Tage vor einer OP unterbrechen.
  • zu starkes Absenken des Blutdrucks. Bei Menschen mit generell sehr niedrigen Werten kann dies zu einer Hypotonie führen.
  • Wechselwirkungen mit Medikamenten, z. B. mit Vitamin-K-Antagonisten, Antikoagulantien u. a.

Wenn Sie Medikamente einnehmen und parallel dazu eine Knoblauch-Kur machen wollen, sollten Sie mit Ihrem Arzt Rücksprache halten.