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Ist Teflon giftig? Die Vorteile und Risiken des Kunststoffs

Kein Festkleben, fettsparendes Anbraten und leichte Säuberung des Kochgeschirrs. Das alles versprechen mit Teflon beschichtete Pfannen und Töpfe. Doch wo stecken die Risiken des Kunststoffs?

Die Erfindung von Teflon war ein Versehen: Der Chemiker Roy Plunkett wollte 1938 eigentlich ein besseres Kühlgerät entwickeln. Dafür experimentierte er mit dem Gas Tetrafluorethylen, setzte einen Kanister damit unter Druck und fror ihn ein. Am nächsten Morgen war das Gas verschwunden, stattdessen lag auf dem Boden des Kanisters ein weißes Pulver, Polytetrafluorethylen, kurz PTFE, heute besser bekannt unter dem Handelsnamen Teflon.

Die Eigenschaften von Teflon

Bis Teflon seinen Siegeszug in Ihren Haushalt unternehmen konnte, sollte es aber noch dauern. Der neue Kunststoff wies einige aussichtsreiche Eigenschaften auf:

  • Er war nicht brennbar.
  • Selbst aggressive Säuren konnten ihm nichts anhaben.
  • Er erwies sich äußerst beständig gegenüber allen basischen Stoffen, Alkohol, Ketonen, Benzinen, Ölen.
  • Er zeigte eine geringe Reibung – alles perlte an ihm ab.

Doch zunächst erkannte die Chemiefirma DuPont, Plunketts Arbeitgeber, die das Patent auf Teflon anmeldete, nicht, wie sie das Material gewinnbringend einsetzen sollte. Ein Hemmschuh war auch, dass seine Herstellung sehr teuer war.

Dann entdeckte die US-Army das teilkristalline Polymer aus Fluor und Kohlenstoff. Sie beschichtete Gefäße mit PTFE, worin sie das sehr reaktionsfähige Uranhexafluorid lagerte, das sie für die ersten Atombomben brauchte.

Perfekt für glatte Pfannen

In den 50er-Jahren soll der französische Ingenieur Marc Grégoire seine Angelschnur mit beschichtet haben. Seine Frau Colette hatte dann den Einfall, Töpfe und Pfannen damit zu beschichten, wofür sie dann ein Patent erhielt.

Der wichtigste Vorteil, den Teflon bietet, ist seine extrem glatte Oberfläche. Ein gusseiserner Topf ist mikroskopisch betrachtet rissig. Deshalb gießen Köche Öl hinein. Es füllt die Unebenheiten im Material aus, das Bratgut liegt auf einem Fettfilm und brät nicht ein. Die Teflonpfanne macht den Einsatz von Fett nahezu überflüssig. Die Beschichtung ist so glatt, dass Bratgut keine Vertiefung findet, um sich festzusetzen.

Die Einsatzgebiete von Teflon

Heute besitzen sicher auch Sie Alltagsgegenstände, die mit Teflon beschichtet sind. Der Stoff steckt beispielsweise:

  • als wasserabweisende Beschichtung in Kleidungsstücken („Gore-Tex“),
  • in Dichtungen,
  • in der Medizintechnik, beispielsweise Implantaten,
  • in Brillengläsern,
  • Rasierklingen,
  • Raumfahrzeugen,
  • Scheren,
  • Gitarrensaiten und
  • Angelschnüren.
lächelnde Frau mit Brille

Eine Teflon Beschichtung soll dem Verschmutzen vorbeugen. (c) Colourbox

Die Vorteile der PTFE-Beschichtung in der Küche

Der berühmteste Einsatz von Teflon ist nach wie vor die Antihaftbeschichtung von Töpfen und Pfannen. Der Kunststoff Teflon selbst haftet in dem Kochgeschirr, weil dessen Oberfläche beispielsweise durch Sandstrahlen aufgeraut wird. PTFE wird dann mit Druck aufgetragen und hält in den kleinen Unebenheiten des Metalls fest. Weil die Teflonoberfläche so glatt ist,

  • bleibt Ihr Bratgut nicht haften,
  • kann Ihnen nichts anbacken,
  • sparen Sie Fett,
  • können Sie Topf oder Pfanne leicht reinigen.

Die Gefahren von Teflon

  • Sie sollten Ihre Teflonpfannen und -töpfe nicht zu stark erhitzen, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Bereits bei einer Temperatur von 360 Grad bilden sich giftige Dämpfe aus fluorierten Verbindungen und Partikel. Wenn Sie diese einatmen, können sie grippeähnliche Symptome auslösen, das sogenannte Teflonfieber (Polymerfieber). Krankheitsfälle sind dem BfR zufolge aber nur aus der industriellen Fertigung von PTFE bekannt, wo die Konzentrationen an Schadstoffen höher liegen als im Privathaushalt.
  • Allerdings bilden sich schon bei Temperaturen ab 202 Grad Mengen an Gasen, die einen Wellensittich töten können. Sie sollten die Vögel also nicht in der Küche halten.
  • Öl und Lebensmittel im Kochgeschirr schützen es übrigens vor Überhitzung, weil sie den Koch durch Rauchbildung und Geruch nach Angebranntem warnen. Deshalb sollten Sie Pfannen und Töpfe nie länger als drei Minuten leer auf der heißen Herdplatte lassen, auf Induktionsherdplatten gar nicht, da sie schnell kritische Temperaturen erreichen.
  • Gesundheitlich unbedenklich ist es übrigens, wenn sich von der zerkratzen Beschichtung Partikel lösen und Sie sie verschlucken. Der Körper scheidet das Teflon unverdaut wieder aus.

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