Alternativmedizin & Naturheilkunde

Homöopathische Hausapotheke: Das gehört hinein

Wer auf Homöopathie setzt, sollte Mittel für die häufigsten Beschwerden immer griffbereit haben. Wir erklären, was in die homöopathische Hausapotheke gehört und worauf Sie bei der Lagerung der Mittel achten sollten.

Homöopathie wird häufig als Alternativmedizin bezeichnet. Tatsächlich stellt sie nicht in jedem Fall eine Alternative zur Schulmedizin dar, sondern wird in der Praxis meist genutzt, um konventionelle Therapieformen zu unterstützen. Bei alltäglichen und leichten Beschwerden kann sie zunächst auch ausschließlich angewandt werden. Besonders häufig werden laut einer Studie Homöopathika bei Erkältung (60 Prozent), Magenbeschwerden (26 Prozent) oder Kopfschmerzen (25 Prozent) eingesetzt.

Das Prinzip der Homöopathie

Der Begriff Homöopathie steht für ein Heilverfahren, das auf dem Prinzip „Gleiches mit Gleichem behandeln“ fußt. Das heißt, Erkrankte werden mit Mitteln behandelt, die bei gesunden Menschen Symptome hervorrufen würden, die denen des Kranken ähneln.

Außerdem setzt sie auf das Prinzip der Potenzierung. Vereinfacht ausgedrückt, werden die homöopathischen Wirkstoffe stark verdünnt, um ihre Wirksamkeit zu steigern. Homöopathische Arzneimittel sind in unterschiedlichen Potenzen erhältlich. Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte empfiehlt für eine homöopathische Hausapotheke Mittel in der Potenz C12. Sie sind als Kügelchen (Globuli) und Tropfen erhältlich.

> Homöopathische Mittel: So wirken Globuli und Co.

Die Mischung macht’s

Diese Basisausstattung wird von homöopathischen Medizinern für die homöopathische Hausapotheke empfohlen:

  • Sturmhut wird bei Fieber und Schockzuständen eingesetzt. Das Präparat sollte zu Beginn des Fiebers eingesetzt werden und innerhalb von zwei Stunden seine Wirkung zeigen. Es kann auch bei starker Unruhe und Ängstlichkeit Anwendung finden.
  • Das Gift der Honigbiene hilft bei Beschwerden, die denen eines Bienenstichs ähneln. Hierzu zählen Nesselsucht, Kopfschmerzen, Schüttelkrämpfe oder Insektenstiche.
  • Eines der gängigsten Mittel in der homöopathischen Hausapotheke ist weißes Arsenik. Es soll bei Magenbeschwerden nach Genuss verdorbener Speisen, bei Durchfall und Erbrechen helfen.
  • Die Tollkirsche zählt zusammen mit dem Sturmhut zu den fiebersenkenden Mitteln.
  • Das Gänseblümchen soll bei Verletzungen der Muskulatur und inneren Organe durch Stürze oder Schläge, beispielsweise beim Sport, die Heilung vorantreiben.
  • Die spanische Fliege ist ein Mittel, das bei Blasenentzündungen zum Einsatz kommt.
  • Die echte Kamille zählt zu den schmerzlindernden Mitteln in der homöopathischen Hausapotheke. Sie hilft bei Zahnschmerzen, Ohrenentzündungen oder auch bei Durchfallsymptomen.
  • Der Wasserhanf kann bei grippalen Infekten zum Einsatz kommen.
  • Eisenphosphat soll besonders bei Jugendlichen Fieber senken.
  • Wetterumschwünge verursachen häufig Kopfschmerzen. Gelber Wilder Jasmin soll diese lindern.
  • Johanniskraut gehört zu den Mitteln, die sich positiv auf die Nerven auswirken sollen. Nervenschmerzen und Verletzungen beispielsweise an den Fingern oder am Steißbein können Einsatzgebiete für dieses Mittel sein.
Johanniskraut

Johanniskraut darf in der Homöopathischen Hausapotheke nicht fehlen. (c) Pixelmixel / Fotolia

> Mehr Informationen zur Heilpflanze Johanniskraut finden Sie hier

  • Die Brechnuss soll die Auswirkungen einer durchzechten Nacht, den Kater, mildern. Auch bei einer Erkältung oder nach einer Narkose kann Brechnuss helfen.
  • Der Kermesbeere wird eine stark entzündungshemmende Wirkung nachgesagt.
  • Bei überanstrengten Augen und Sehnen sollte man zur Weinraute greifen.
  • Stephanskraut ist ideal einsetzbar bei Haushaltsunfällen in der Küche. Denn es hilft bei leichten Schnittverletzungen. Im übertragenen Sinne soll dieses auch für seelische Verletzungen gelten. Stephanskraut wird eine ausgleichende Wirkung zugeschrieben.
  • Beinwell soll bei Augenschmerzen Abhilfe schaffen. Augenbäder mindern den Schmerz und beruhigen das Auge, beispielsweise bei der Bildung eines Grieskorns.
  • Beim Joggen umgeknickt? Dann kann die Gifteiche helfen. Dieses Mittel soll gerade bei Verstauchungen und Überanstrengung Heilungserfolge zeigen.
  • Halsentzündungen, Blutungen oder Schwindel sind Symptome, bei denen der gelbe Phosphor eingesetzt wird.
  • Die Bittergurke sollte keinesfalls in der homöopathischen Hausapotheke fehlen. Ihr Einsatzgebiet sind Magenkoliken und Rückenbeschwerden wie zum Beispiel der Hexenschuss.

Wichtig: Ein Handbuch als Orientierung

Empfohlen wird neben einer ausreichenden Bestückung der homöopathischen Hausapotheke mit den entsprechenden Mitteln die Anschaffung eines Handbuchs, denn die Wirkung und die Einsatzgebiete für die unterschiedlichen Mittel sind komplex.

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Die richtige Lagerung

Die Mittel für eine homöopathische Hausapotheke sind in Apotheken erhältlich. Um die homöopathischen Wirkstoffe vor dem Verfall zu schützen, wird empfohlen, sie an einem dunklen und kühlen Ort zu lagern. Handy, Mikrowelle oder Radio sollten sich nicht in der Nähe befinden.

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