Wacholderbeeren: Gewürz & Heilpflanze

Wacholderbeeren: Gewürz & Heilpflanze

Wacholderbeeren zeichnen sich durch ihren besonderen Geschmack aus. Aber sie sind auch gut für unsere Gesundheit.
Inhaltsverzeichnis

Wacholderbeeren schmecken gut zu Wildgerichten und zeichnen sich durch ihren besonderen Geschmack aus. Sie können aber auch unsere Gesundheit positiv beeinflussen.

Eine Infografik mit verschiedenen Fakten zu Wacholderbeeren. Sie zeigt Wissenswertes über die Wirkung der Beeren.
Eine Infografik mit verschiedenen Fakten zu Wacholderbeeren. Sie zeigt Wissenswertes über die Wirkung der Beeren.

Der Gemeine Wacholder (lat. Juniperus communis, niederdeutsch „Machandel“, bayrisch „Kranewitt“) ist eine der bekanntesten Heilpflanzen. Schon seit langer Zeit wird das Zypressengewächs von den Menschen geschätzt und bei verschiedenen gesundheitlichen Beschwerden eingesetzt.

Den Wacholderwurzeln, den Nadeln und sogar dem Holz werden heilende Wirkungen zugesagt. Der am häufigsten verwendete Teil der Pflanze sind aber die Wacholderbeeren. Die Früchte sind übrigens keine Beeren im klassischen Sinn, sondern eigentlich die Zapfen des immergrünen Strauchs.

Darum sind Wacholderbeeren gesund

Wacholder wirkt harntreibend

Vor allem die harntreibende Wirkung des Wacholderbeerenextraktes macht den Wacholder zur beliebten Heilpflanze. Durch die erhöhte Ausscheidung von Wasser werden die ableitenden Harnwege durchgespült. Vorhandene Keime, die zum Beispiel Auslöser einer Blasenentzündung sein könnten, werden auf diesen Weg abgetragen.

Den harntreibenden Effekt soll die Wacholderbeere dem ätherischen Öl Terpinen-4-ol verdanken. Das Terpinen-4-ol sorgt für eine bessere Durchblutung der Nieren und so auch für eine schnellere Harnproduktion. Zudem wirken die Inhaltsstoffe des Wacholders antibakteriell und können Keime in den Harnwegen abtöten.

> Hausmittel bei Blasenentzündung

Wirkung von Wacholder auf die Verdauung

Die in der Beere enthaltenen ätherischen Öle haben einen positiven Effekt auf die Magen- und Darmaktivität. Sie reizen lokal die Magenschleimhaut, wodurch mehr Magensaft produziert wird. Das Ergebnis ist eine aktivere Verdauung und ein gesteigerter Appetit.

Auf Tisch liegende Wacholderbeeren.
Die beerenförmigen Zapfen des Wacholders können die Verdauung anregen.
© Michelle / Fotolia

Weitere Anwendungsgebiete des Wacholders:

Das ätherische Wacholderöl wird oft für Bäder oder zum Inhalieren bei Erkältungen verwendet. Als Salbe hilft es gegen:

  • rheumatische Beschwerden
  • Gicht
  • Muskelschmerzen
  • Hautunreinheiten

Wacholderbeeren-Verwendung in der Küche

Im Ganzen oder gemahlen werden die getrockneten Wacholderbeeren als Gewürz beim Kochen genutzt. Frisch schmecken sie zu bitter.

Die Beere passt mit ihrem süßlich-bitteren Aroma zum Beispiel gut zu Sauerkraut und Wildgerichten. In diesen und anderen Speisen mit starkem Eigengeschmack bilden die Wacholderbeeren einen guten Gegenpart.

Auch viele Rezepte für Saucen, Ragouts und Marinaden für Fleisch setzen daher auf die harzige Würze. Bei vielen Gerichten kommt Wacholder in Kombination mit rosa Pfeffer, Lorbeer oder Rosmarin zum Einsatz. Die ähnlichen Aroma-Noten ergänzen sich gut.

Würzen Sie aber sparsam mit den Wacholderbeeren. Besonders wenn sie im Mörser angedrückt werden, entfalten sie ein sehr starkes Aroma. Etwa vier Beeren pro Person genügen in Saucen.

Mit Wacholderbeeren gewürztes Essen gilt als besonders bekömmlich. Die Beeren sollen ein unangenehmes Völlegefühl nach üppigen Mahlzeiten verhindern. In schweren Speisen wie Pasteten finden sie daher gerne Verwendung.

Mit Holz und Nadeln des Wacholderbaums wird zudem oft Fleisch geräuchert.  

Die Wacholderbeere dient nicht nur als Gewürz, auch Spirituosen wie Gin und Genever werden aus den Beerenzapfen hergestellt. Die Bezeichnungen Gin und Genever leiten sich übrigens vom lateinischen Namen Juniperus ab.

Wacholderbeeren-Tee

Am häufigsten wird die Wacholderbeere aber zu Tee verarbeitet.

Für den Tee zerdrücken Sie einfach einen Teelöffel getrocknete Wacholderbeeren in einem Mörser. Übergießen Sie diese anschließend mit einem viertel Liter kochenden Wasser. Nach etwa fünf Minuten Ziehzeit kann der Wacholderbeeren-Tee getrunken werden.

Die Wirkung des Wacholderbeeren-Tees ist wärmend und fördert die Verdauung. Zudem wird dem Wacholder eine Wirkung auf die Psyche nachgesagt. Als Tee soll er beruhigen und Kraft spenden.

Eine junge Frau kocht einen Eintopf, den sie mit Wacholderbeeren gewürzt hat.
Wacholder ist ein beliebtes Gewürz. © lenets_tan / Fotolia

Wann sind Wacholderbeeren giftig?

Wacholderbeeren sollten Sie nicht in zu hoher Dosis und nicht über einen zu langen Zeitraum hinweg anwenden.

Schwangere und Menschen mit Nierenerkrankungen sollten auf Wacholderbeeren verzichten. Die ätherischen Öle des Wacholders stimulieren die Gebärmutter, wodurch es zu vorzeitigen Wehen kommen kann. Bei Nierenerkrankungen können die Nieren durch Wacholderbeeren zusätzlich belastet werden.

Wer gesund ist und seine Harnwege mithilfe des Wacholders einmal durchspülen möchte, sollte auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr achten. Wird zu wenig getrunken und gleichzeitig viel Wasser ausgeschieden, kann der Körper schnell dehydrieren. Es kann dann zu Symptomen wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Verwirrtheit kommen. Bei Zweifeln sollten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt halten.

Vorsicht bei wild wachsendem Wacholder

Der Gemeine Wacholderbaum kommt auch wild an vielen Orten vor. Blüte ist von März bis Mai, die Beeren sind etwa im September reif. Er wird jedoch leicht mit dem Sadebaum verwechselt. Der sogenannte Stink-Wacholder ist ebenfalls eine Art Zypressengewächs. Seine Zapfen gleichen den Wacholderbeeren. Jedoch sind alle Teile des Sadebaums giftig.

Zu erkennen ist er an den Nadeln, die schuppig geformt sind. Der Gemeine Wacholderbaum hingegen hat glatte Nadeln.

Wenn Sie Wacholder im eigenen Garten anpflanzen, dann sollten Sie beachten, dass Sie die Zapfen erst nach zwei Jahren erstmals ernten können.

FAQ

Was sind Wacholderbeeren?

Wacholderbeeren sind die Früchte des Wacholderbaums. Obwohl sie wie Beeren aussehen, sind sie eigentlich die Zapfen des Zypressengewächses.

Wie sehen Wacholderbeeren aus?

Frische Wacholderbeeren sind kleine grüne bis lila Kugeln. Getrocknet sind sie dunkelblau bis schwarz.

Wie viele Wacholderbeeren am Tag sind gesund?

Zu viele roh verzehrte Wacholderbeeren können ungesund sein. Bis zu 15 der kleinen Kügelchen am Tag sind aber unbedenklich.

Wo wachsen Wacholderbeeren?

Die Herkunft des gemeinen Wacholders beschränkt sich auf die Nordhalbkugel. Dort kommt er aber sowohl in Asien, Europa, Nordafrika als auch in Nordamerika vor. In Ägypten war er schon vor über 200 Jahren als Heilpflanze bekannt.

Wie schmecken Wacholderbeeren?

Je nach Herkunft sind die getrockneten Wacholderbeeren mehr oder weniger aromatisch. Im Allgemeinen haben sie einen bitter-süßlichen, würzigen Geschmack wie rosa Pfeffer und erinnern gleichzeitig an Nadelwälder. Frische Wacholderbeeren sind sehr bitter.

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