Alternativmedizin & Naturheilkunde

Heilpflanze Traubensilberkerze

Bereits die Ureinwohner Nordamerikas schätzten die schmerz- und krampflindernde Wirkung der Traubensilberkerze.

Ihre silberfarbenen Blüten hängen in einer Traube am Stängel und von Weitem sieht sie aus wie eine große Kerze. Die Rede ist von der Pflanze Traubensilberkerze, deren heilende Inhaltsstoffe bereits von den Indianern gegen Menstruationsbeschwerden und Hitzewallungen genutzt wurde. Auch heutzutage ist das Gewächs in vielen Arzneiprodukten und Tees enthalten. Erfahren Sie bei uns, was die Traubensilberkerze zur wertvollen Arzneipflanze macht und wogegen sie hilft.

Traubensilberkerze – Herkunft und Geschichte

Die Actaea racemosa – so der wissenschaftliche Name für die Traubensilberkerze – gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und hat ihren Ursprung in Nordamerika. Im 19. Jahrhundert fand sie den Weg nach Europa, wurde dort jedoch zuerst hauptsächlich als Zierpflanze in Gärten genutzt und kultiviert und erst im späteren Verlauf für medizinische Zwecke eingesetzt. Allerdings haben die Europäer die Inhaltsstoffe oftmals überdosiert, weshalb Patienten häufig unter verschiedenen Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Übelkeit litten.

Trotz ihrer vielen heilenden Eigenschaften geriet die Traubensilberkerze aufgrund ihres schlechten Rufs etwas in Vergessenheit. Inzwischen ist die Pflanze auch im europäischen Raum wieder auf dem Vormarsch und mittlerweile in zahlreichen homöopathischen und pflanzlichen Arzneiprodukten vertreten. Im deutschsprachigen Raum kennt man die Heilpflanze im Übrigen auch unter den Namen Christophskraut, Silberkerze, Wanzenkraut oder Frauenwurzel.

Welche wertvollen Inhaltsstoffe stecken in der Traubensilberkerze?

Trotz ihres doch sehr opulenten sichtbaren Pflanzenteils wird ausschließlich die Wurzel der Traubensilberkerze verwendet. Denn dort stecken die medizinisch gesehen so wertvollen und verwertbaren Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel:

  • Cimifugin und Cimicifugosid
  • Actein
  • Salicylsäure
  • Cytisin
  • Isoflavone

Hinzu kommen noch Harze, Bitterstoffe, Gerbstoffe und ätherische Öle. Die Wurzel wird entweder gekocht, getrocknet oder frisch verwendet bzw. weiterverarbeitet.

Wirkung und Anwendungsgebiete der Traubensilberkerze

Die Inhaltsstoffe der Traubensilberkerze sind insbesondere für ihre schmerzlindernde, entzündungshemmende und entkrampfende Wirkung bekannt. Zudem wird ihr eine beruhigende, schleimlösende und Blutzuckersenkende Heilwirkung nachgesagt. Das macht die Heilpflanze zu einem echten Allrounder, weshalb sie unter anderem bei:

  • Muskel- und Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen, Rheuma, Osteoporose,
  • Herzrasen, angespannten Nerven, Depression, Schlaflosigkeit,
  • Epilepsie,
  • Migräne,
  • Magenkrämpfe,
  • Fieber,
  • Asthma, Bronchitis, Husten,
  • Diabetes,
  • Haarausfall,
  • und Myomen (gutartige Tumore/ knotige Wucherungen in der Gebärmutter)

angewendet wird.

Die Inhaltsstoffe der Traubensilberkerze wirken entzündungshemmend. (c) iStock

Wechselsjahresbeschwerden mit Traubensilberkerze lindern

Einen besonders hohen Stellenwert hat Actaea racemosa im Bereich der Frauengesundheit. Sie gilt vor allem bei Beschwerden durch hormonelle Veränderungen oder einem Ungleichgewicht des Hormonhaushalts als äußerst wirkungsvoll und zuverlässig.

Die Inhaltsstoffe der Silbertraubenkerze haben sich besonders bei Beschwerden wie zum Beispiel:

bewährt.

Die Indianer haben damals schon ihren schwangeren Frauen kurz vor der Entbindung eine Tinktur oder einen Tee aus den Wurzeln der Traubensilberkerze verabreicht, um die Geburtswehen zu fördern und Schmerzen während einer Geburt zu lindern. Bei Wechseljahresbeschwerden gilt die Kombination aus Traubensilberkerze und Johanniskraut, Nachtkerze oder Mönchspfeffer als sehr empfehlenswert.

In erster Linie sind die pflanzlichen Arzneipräparate mit den Wirkstoffen der Traubensilberkerze zur inneren Anwendung ausgelegt. Die Tabletten, Kapseln, Tropfen, Tinkturen oder Tees sind in entweder online, in gut sortierten Supermärkten, Drogeriemärkten, Reformhäusern oder auch in Apotheken erhältlich. Bei Scheidentrockenheit gibt es auch eine Vaginal-Creme zur äußeren Anwendung.

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Gibt es Nebenwirkungen?

Neben all diesen positiven Effekten können die Inhaltsstoffe der Traubensilberkerze jedoch auch ein paar – wenn auch seltene – Nebenwirkungen hervorrufen. Dazu gehören Magenschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen oder Ödeme (Wasseransammlungen). Bei manchen führte die Einnahme von Traubensilberkerzenpräparaten zu Juckreiz oder Ausschlag auf der Haut, was einer eventuellen allergischen Reaktion geschuldet sein könnte.

Produkte aus Traubensilberkerze sind grundsätzlich nicht für eine dauerhafte Einnahme vorgesehen, da dies zu Lebererkrankungen oder Leberschäden führen kann. Setzen Sie das Präparat umgehend ab und kontaktieren Sie Ihren Arzt, sobald Sie Symptome wie starke Schmerzen im Oberbauch, dunklen Urin, Gelbfärbung der Haut, extreme Müdigkeit oder Appetitlosigkeit verspüren.

Für wen ist Traubensilberkerze nicht geeignet?

Menschen mit Leberproblemen oder Krebskranken wird dringend davon abgeraten, Arzneimittel die Traubensilberkerze enthalten, zu sich zu nehmen. Schwangere und stillende Mütter sollten vor der Einnahme auf jeden Fall Rücksprache mit ihrem Arzt halten, ob ein Traubensilberkerzen-Präparat infrage kommt und wenn ja, in welcher Dosierung.

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