Alternativmedizin & Naturheilkunde

Heilpflanze Thymian: Der natürliche Entzündungshemmer

Der aromatische Thymian gehört zu den Standard-Gewürzen der mediterranen Küche. Aber das beliebte Kraut sorgt nicht nur für Geschmack, sondern ist auch eine wichtige Heilpflanze bei Atemwegserkrankungen, Entzündungen und Magen-Darm-Beschwerden. Wir stellen Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung der Pflanze vor.

Eine Infografik mit verschiedenen Fakten zu Thymian. Sie zeigt Wissenswertes über die Inhaltsstoffe und Wirkung des Krauts.

Echter Thymian (lat. Thymus vulgaris) wuchs ursprünglich nur im Mittelmeerraum, ist heute aber weltweit zu finden. Der mehrjährige Zwergstrauch trägt im Frühling und Sommer lila-blaue Blüten. Andere Namen für das Gewürz sind unter anderem Welscher Quendel, Immerkraut und Küchenpolei.

Das Kraut zeichnet sich durch den intensiven, einzigartigen Geruch aus. Seit langer Zeit schätzen und nutzen Menschen den Thymian als vielseitige Heilpflanze. So wussten zum Beispiel schon die alten Ägypter um seine heilende Wirkung.

So gesund ist Thymian

Das im Echten Thymian enthaltene ätherische Öl „Thymol“ wirkt schleimlösend, krampflösend und antibakteriell. Es hat dadurch eine positive Wirkung auf die Atemwege und hilft bei Bronchitis, Husten und Keuchhusten. Der Inhaltsstoff regt die Aktivität des Flimmerepithels in der Lunge an und verflüssigt den festsitzenden Schleim, wodurch der Betroffene besser abhusten kann. Zusätzlich sollen die im Thymian enthaltenen Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe) Hustenkrämpfen vorbeugen.

Thymian ist zudem ein beliebtes Mittel bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut. Das Thymol und weitere ätherische Öle des Thymians können eine Vermehrung der Bakterien verhindern und wirken zugleich entzündungshemmend. Dabei soll das Heilkraut auch Schmerzen lindern und betroffene Stellen desinfizieren.

Das Gewürz kann außerdem Magen-Darm-Probleme lindern. Es soll die Speichel- und Magensaftproduktion anregen und so bei Appetitlosigkeit und unangenehmem Völlegefühl helfen. Auch bei Blähungen, Sodbrennen und Mundgeruch kann Thymian Abhilfe schaffen.

Thymiantee

Thymiantee hilft gegen Husten. (c) Colourbox

Anwendungsformen von Thymian

Sie können Thymian sowohl innerlich als auch äußerlich anwenden. Für die innerliche Anwendung gibt es die verschiedensten Darreichungsformen, von Thymiansaft bis hin zu Bonbons und Gurgellösungen. Sehr beliebt ist auch Thymiantee. Für diesen nehmen Sie einen Teelöffel Thymiankraut und übergießen dieses mit 200 Milliliter heißen Wasser. Nach etwa zehn Minuten Ziehzeit ist der Tee fertig.

> Die besten Tees bei Erkältung

Auch für die äußerliche Anwendung des Thymians gibt es verschiedene Möglichkeiten. Sie können aus dem Thymian zum Beispiel eine Tinktur zum Einreiben herstellen. Außerdem kann ätherisches Thymianöl als Zusatz für ein Erkältungsbad oder zum Inhalieren verwendet werden.

Thymianöl in Fläschchen mit Thymian im Hintergrund.

Thymianöl eignet sich als gutduftender und wohltuender Badezusatz. (c) Colourbox

Thymian: Das gibt es zu beachten

Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Thymianpräparate nur nach Absprache mit dem Arzt verwendet werden, weil die Auswirkungen unklar sind. Die Anwendung von Thymianöl bei Säuglingen und Kleinkindern muss unbedingt mit dem Arzt besprochen werden, da es bei falscher Behandlung zu lebensgefährlichen Reaktionen kommen kann.

Wer größere, offene Wunden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, eine schwere Infektion oder Fieber hat, sollte auf ein Thymianbad verzichten. In seltenen Fällen kann es bei der Anwendung von Thymian zu einer allergischen Reaktion kommen. Wenn bereits eine Allergie auf eine verwandte Pflanze (zum Beispiel Lavendel, Minze, Salbei) bekannt ist, sollte besser auf eine Thymian-Anwendung verzichtet werden.