Heilende Bäume

Egal ob im Frühjahr, wenn die ersten zarten Knospen sprießen, oder im Herbst, wenn die Blätter farbenfroh von den Bäumen fallen: Ein Spaziergang im Grünen ist immer ein Erlebnis. Doch Baumblätter und -blüten sind nicht nur schön anzusehen – auch unsere Gesundheit kann von den heilenden Bäumen profitieren.

Fichtennadelöl in kleinem Fläschchen.

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Bäume und ihre Heilkräfte: die positiven Effekte der Waldmedizin

Neben den einzelnen Bestandteilen von Bäumen ist es auch der Wald selbst, der einen Einfluss auf Ihre Gesundheit haben kann. Mittlerweile konnten diese Zusammenhänge sogar wissenschaftlich nachgewiesen werden. Ein regelmäßiger Gang durch den Wald kann verschiedenen Zivilisationskrankheiten entgegenwirken und allgemein das Wohlbefinden verbessern:

Ein Begriff wie Waldmedizin geht also weit über das Esoterische hinaus. In Japan ist das Waldbaden (Shinrin Yoku) sogar eine anerkannte Therapieform. Und auch in Deutschland findet dieser Trend immer mehr Zuspruch.

Gesundes vom Baum: heilsame Blätter, Blüten & Co.

Somit ist der Gang in den Wald selbst eine Wohltat für Ihren Körper und kann durch das Sammeln von Blättern, Blüten usw. perfekt abgerundet werden. Wie wäre es zum Beispiel mit einem wöchentlichen Ritual, bei dem Sie nachmittags einen ausgiebigen Waldspaziergang einlegen und anschließend das Abendessen mit einem Salat aus Baumblättern verfeinern?

Hinweis: Sammeln Sie keine Blätter in Bodennähe, da diese mit Eiern des Fuchsbandwurms behaftet sein könnten. Greifen Sie besser zu Trieben in Kopfhöhe.

Die Produkte von Linde, Fichte & Co. ersetzen keine Medikamente, sondern können eine Therapie nur ergänzen. Sprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Pflanzen infrage kommen und informieren Sie sich über mögliche Nebenwirkungen.

Grundlagen und Tipps für das Sammeln von essbaren Baumblättern

  • Sammeln Sie Blätter im Frühjahr: Das Frühjahr ist die beste Zeit, um essbare Blätter im Wald zu sammeln. Im Zeitraum von März bis Juni sind sie jung und frisch, was sich deutlich im Geschmack widerspiegelt. Richtung Sommer und Herbst kann das Aroma der Blätter schnell bitter werden.
  • Keine Bäume in Straßennähe ernten: Gerade an vielbefahrenen Straßen kann die Belastung durch Schadstoffe auf den Baumblättern sehr hoch sein. Sammeln Sie die Blätter deshalb eher weiter abseits ein und waschen Sie diese vor dem Verzehr.
  • Identifizieren Sie die Bäume genau: Es gibt eine Reihe von Blättern, die Sie nicht essen sollten, zum Beispiel Eibe, Flieder oder Efeu. Informieren Sie sich deshalb vorab genau darüber, welche Bäume in Ihrem Wald stehen und welche Blätter wirklich essbar sind.
  • Nehmen Sie nur so viel mit, wie Sie brauchen: Jede Blätterernte stellt eine kleine Belastung für den Baum dar. Gehen Sie deshalb immer schonend dabei vor und pflücken Sie nur so viel, wie Sie auch tatsächlich essen können. Am besten orientieren Sie sich an der Handstraußregel: Pflücken Sie bei jedem Gang durch den Wald maximal eine Handvoll an Pflanzen.

Essbare Baumblätter, Blüten und gesunde Hölzer im Überblick

Die Natur schenkt uns allerlei gesundes Grün: So gibt es etwa essbare Blätter von Buche und Ahorn, die Sie für einen Salat pflücken können. Linden und Fichten enthalten wertvolle Inhaltsstoffe, die unter anderem bei Erkältung oder Harnwegsinfekten helfen können. Und es gibt sogar Bäume, deren Holz uns besonders gut schlafen lassen soll. Wir geben Ihnen einen Einblick in die Welt des gesunden Waldes.

Birkenblätter

Die Birke hat sich zu einem beliebten Baum für Gesundheit und Küche entwickelt. So wird etwa Birkenzucker (Xylit) aus der Rinde gewonnen und als Alternative zu herkömmlichem Zucker verwendet. Xylit schmeckt so süß wie Haushaltszucker, hat aber weniger Kalorien und kann sogar vor Karies schützen. Aus der Rinde gewinnt man außerdem Birkenwasser – einen erfrischenden und kalorienarmen Durstlöscher.

Was die Heilwirkung betrifft, können vor allem die Blätter der Birke punkten. In ihnen befinden sich reichlich sekundäre Pflanzenstoffe, allen voran Flavonoide. Diese hemmen bestimmte Enzyme und fördern dadurch die Wasserausscheidung. Das kann leichte Harnwegsinfektionen lindern, weil die Erreger schneller ausgeschwemmt werden.

Tipp: Trinken Sie täglich etwa drei bis vier Tassen Tee aus getrockneten Birkenblättern. Diese sind in Apotheken und Reformhäusern erhältlich.

Außerdem wirken die Flavonoide der Birke entzündungshemmend, sodass Birkentee traditionell bei Rheuma und Gicht angewandt wird.

Birkenholz und Blätter
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Lindenblüten

Die Linde ist nicht nur ein angenehmer Schattenspender im Biergarten, sondern auch nützlich für unsere Gesundheit. So gilt Lindenblütentee als bewährtes Hausmittel bei grippalen Infekten. Die Inhaltsstoffe der Blüten wirken schweißtreibend und können Fieber senken. Außerdem stecken in den Blüten reichlich Schleimstoffe, welche trockenen Reizhusten und Halsschmerzen mildern können.

Die Anwendung ist ganz leicht: Übergießen Sie ein bis zwei Gramm getrocknete Lindenblüten (z. B. aus der Apotheke) mit einer Tasse heißem Wasser und lassen Sie den Aufguss rund fünf bis zehn Minuten ziehen. Pro Tag können Sie etwa zwei bis drei Tassen Lindenblütentee trinken.

Festsitzender Husten oder Fieber? Da hilft die abgebildete Tasse Lindenblütentee.
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Zirbenholz

Die Zirbe zählt zu den Kiefern und wächst in den Alpen. Dort ist Zirbenholz ein sehr beliebtes Material für Schlafzimmermöbel, denn es soll eine keimhemmende und beruhigende Wirkung haben. Die Studienlage ist zwar zu dünn, um einen positiven Effekt sicher nachzuweisen. Jedoch kann der angenehme Duft des Nadelbaumes einen gesunden Schlaf fördern, weil wir uns einfach wohlfühlen. Wem ein Bett aus dem Nadelgehölz zu teuer ist, kann auch Kugeln am Nachttischkästchen aufstellen.

Kugeln aus Zirbenholz
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Fichtennadeln

Die Fichte eignet sich nicht nur als Weihnachtsbaum, sondern auch als grüner Helfer bei Entzündungen der oberen Atemwege und Husten sowie bei Rheuma und Muskelschmerzen.

Aus jungen Trieben können Sie unter anderem Honig oder Fichtennadel-Tee herstellen. Lassen Sie für den Tee das siedende Wasser jedoch etwas abkühlen, bevor Sie die Nadeln damit übergießen. Denn sie enthalten viel Vitamin C, das durch zu viel Hitze zerstört werden würde.

Junge Fichtentriebe, daneben Fichtenhonig und -tee.
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Blätter der Rotbuche

Junge Buchenblätter sind essbar und eignen sich hervorragend für einen grünen Smoothie. Neben einer Handvoll jungen, zarten Blättern können Sie noch einen grünen Apfel, Spinat und eine Banane für den Smoothie verwenden. Trauen Sie sich ruhig – denn die leicht säuerlichen Baumblätter sind durchaus lecker!

Für die Pflanzenheilkunde ist außerdem die Rinde interessant, die bei Fieber und Husten helfen kann. Bucheckern haben einen hohen Gehalt an Oxalsäure und können dadurch die Bildung von Nierensteinen begünstigen. Von einem Verzehr, auch geröstet, raten wir daher ab.

Junge Rotbuchenblätter
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Eichenrinde

Bei Hungersnöten wurden die Früchte der Eichen, die Eicheln, zu Kaffee- und Mehlersatz verarbeitet. Heutzutage dienen sie hauptsächlich als Futter für Edelschweine. Dafür ist die Rinde der Bäume umso interessanter geworden: Sie enthält reichlich Gerbstoffe, welche einen zusammenziehenden (adstringierenden) Effekt auf Haut und Schleimhäute haben. Die Folge: Erreger wie Bakterien haben es schwer, in die Haut einzudringen. Zudem vermindern die Gerbstoffe Juckreiz und können kleine oberflächliche Verletzungen heilen.

Extrakte aus Eichenrinde gibt es beispielsweise in der Apotheke zu kaufen. Sie können die Präparate als Fußbad oder Umschlag auf der Haut anwenden.

Eichenblätter und -rinde in einem Mörser
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Ahornblätter

Auch die jungen Blätter des Ahorns lassen sich sammeln und essen. Sie enthalten die Mineralstoffe Kalium, Magnesium und Kalzium.

Junge Spitzahornblätter
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Lärche

In den Nadeln der Lärchen befinden sich Harze und ätherische Öle, die traditionell bei Rheuma und Nervenschmerzen verwendet werden. So kann zum Beispiel eine Einreibung mit Lärchenpräparaten Entzündungen hemmen und Schmerzen reduzieren.

Lärchennadeln und -zapfen.
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Rosskastanie

Die Rosskastanie ist die Arzneipflanze des Jahres 2008 und kann Ihre Beine wieder in Schwung bringen. Anders als Maronen sind ihre Samen nicht essbar, dafür aber ein wirksames pflanzliches Heilmittel bei Venenleiden wie Krampfadern oder Besenreisern. Grund ist der Inhaltsstoff Aescin, welcher die Gefäße kräftigt und zugleich die Blutgerinnung und Entzündungen hemmt.

Rosskastanien sind nicht essbar, dafür aber anderweitig einsetzbar.
Die Extrakte von Rosskastanien sollen gegen Krampfadern helfen.

Zypresse

Die Zypresse wird schon seit der Antike als Heilpflanze geschätzt. Vor allem ihr ätherisches Öl gilt als heilsam. Es wird etwa bei Erkältungen, Fieber und Bronchitis, aber auch bei Rheuma und Wechseljahresbeschwerden angewandt.

Zypressen in einer Sommerlandschaft.
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