Gesunde Ernährung

Hausmittel bei Gastritis

Eine Magenschleimhautentzündung gilt als häufige Krankheit in Deutschland: Jeder fünfte leidet in seinem Leben einmal akut daran. Hausmittel bei Gastritis lindern die Beschwerden.

Ihr Magen steht im Zentrum Ihrer Verdauung. Er speichert die im Mund zerkaute Nahrung, durchmischt sie mit Magensaft, zerkleinert sie, bevor er sie in Ihren Darm abgibt. Die Hauptbestandteile des Magensafts sind Salzsäure, Proteine und Pepsine.

Durch seinen sauren pH-Wert macht er die meisten Bakterien und Krankheitserreger unschädlich. Damit der Magen sich nicht „selbst verdaut“, produzieren Zellen in der Magenwand eine Schleimschicht, die sie vor der Säure schützt.

Produziert Ihr Magen zu viel Säure oder ist die Schleimschicht zu dünn oder angegriffen, kann sich Ihre Magenwand entzünden. Die Magenschleimhautentzündung beginnt entweder plötzlich und heilt rasch wieder aus (akute Gastritis) oder sie entwickelt sich schleichend und bleibt dauerhaft (chronische Gastritis). Die akute kann in die chronische Form übergehen.

Häufig bessert es die Beschwerden bereits, wenn Sie Ihren Magen schonen. Zudem helfen Hausmittel bei Gastritis. In schwereren oder chronischen Fällen kann es nötig sein, Medikamente einzunehmen. 

Ursachen der Gastritis

Eine Magenschleimhaut kann durch verschiedene Belastungen entstehen. Die häufigsten Verursacher sind:

Infektion mit Helicobacter-pylori-Bakterien

40 von 100 Menschen in Deutschland tragen das Bakterium in sich, nur ein kleiner Teil davon bekommt eine Gastritis. Das Bakterium stört die Magensäureproduktion. Dadurch kommt es zu einer Übersäuerung, die Magenschleimhaut und Magenwand schädigen kann.

Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR)

Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS), Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen können, sofern Sie sie über einen längeren Zeitraum einnehmen, die Schutzfunktion der Magenschleimhaut stören.

Rauchen, Stress, fette Ernährung, Alkohol

Diese Lebensstilfaktoren können ebenfalls zu Magenbeschwerden führen.

Symptome einer Gastritis

Häufige Anzeichen sind:

Seltene Symptome sind:

  • Blähungen
  • Fader Geschmack im Mund
  • Schnelles Sättigungsgefühl
  • Durchfall
  • Rückenschmerzen
  • Vegetative Störungen wie Kreislaufprobleme oder Herzstehen

Eine Gastritis kann sehr schmerzhaft sein. (c) fizkes / Adobe Stock

Hausmittel bei Gastritis

Der erste Schritt, wie Sie die Beschwerden verbessern können, ist es, alles zu meiden, was die Magenschleimhaut reizt. Alkohol, Kaffee und Nikotin sind tabu. Es kann helfen, ein, zwei Tage komplett auf Nahrung zu verzichten. Auf jeden Fall ist Schonkost angesagt. Das heißt, Sie sollten möglichst fettarm essen, auf Fleisch und Wurstwaren verzichten, ebenso auf Gebratenes oder Frittiertes. Wählen Sie stattdessen leichte legierte Suppen, gedünstetes Gemüse und Fisch. Essen Sie nur kleine Mahlzeiten.

Hilfreiche Therapien für den Magen

Wärme: Wärmflasche oder Körnerkissen auf den Magen legen.

Tee: Kamillentee wirkt entspannend und entzündungshemmend, ebenso eine Teemischung aus Kamille, Pfefferminze und Süßholz zu gleichen Teilen. Fencheltee entspannt den Magen.

Ingwer: Die Wurzel wirkt antibakteriell und entzündungshemmend. Ein etwa drei Zentimeter langes Stück schälen und in feine Scheiben schneiden. Mit heißem Wasser aufgießen und zehn Minuten ziehen lassen. In kleinen Schlucken über den Tag verteilt trinken.

Haferschleim: Ein Brei daraus schützt die Magenschleimhaut.

Kartoffelsaft: Er neutralisiert die Magensäure. Dafür zwei große, rohe Kartoffeln fein reiben. Die Masse durch ein Küchentuch auspressen. Saft auffangen und sofort trinken.

Heilerde: Sie bindet die Magensäure. Zweimal täglich ein bis zwei Messlöffel in ein halbes Glas Wasser oder Tee einrühren und in kleinen Schlucken trinken.

Leinsamen: Zwei bis drei Esslöffel geschrotete Leinsamen über Nacht in einem halben Liter Wasser einweichen. Am nächsten Tag Brei kurz aufkochen, durch ein feines Tuch abseihen. Den Sud über den Tag verteilt trinken.

Rollkur mit Kamillentee: Trinken Sie zwei Tassen Kamillentee. Legen Sie sich dann zehn Minuten auf den Rücken. Danach drehen Sie sich für jeweils weitere zehn Minuten auf die linke Seite, die rechte Seite und den Bauch. Danach eine weitere halbe Stunde liegen bleiben. Führen Sie die Rollkur täglich eine Woche lang durch.

Sollten Ihre Beschwerden nicht nach wenigen Tagen aufhören, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um zu verhindern, dass die akute in die chronische Form übergeht.