Gesundheits-Tipps

Hausapotheke: Gute Pflege für den kleinen Retter

Wenn das Knie blutet oder der Kopf glüht, ist eine gut sortierte Hausapotheke Gold wert. Allerdings nur, wenn der Inhalt noch leistet, was er soll. Regelmäßig ein prüfender Blick ist darum unerlässlich. So halten Sie Ihre Hausapotheke optimal in Schuss.

Es gibt viele Momente im Leben, die schnelles Handeln erfordern – vor allem dann, wenn es um unsere Gesundheit geht. Bei kleineren Notfällen wie Schürfwunden, Kopfschmerzen oder Fieber verspricht der Griff in den hauseigenen Medizinschrank schnelle Rettung. Damit das so reibungslos funktioniert, muss der heimische Vorrat an Arzneimitteln aber immer wieder kontrolliert und ausgemistet werden.

Schutz der Wirksamkeit

Die Qualität von Medikamenten hängt stark davon ab, ob man sie in der Hausapotheke richtig lagert. Arzneimittel sind empfindlich, können schnell ihre Wirksamkeit verlieren oder – im ungünstigsten Fall – zu einer Gefahr werden. Das Bundesministerium für Gesundheit und andere Einrichtungen empfehlen daher, folgende Grundsätze einzuhalten:

Verpackung behalten

Bewahren Sie Medikamente am besten immer in der Originalverpackung auf. So gehen Sie sicher, den Beipackzettel mit allen wichtigen Informationen nicht zu verlieren. Auf der Gebrauchsanweisung sind alle Eckdaten zu Wirkstoffen, der richtigen Einnahme und Dosierung sowie möglichen Nebenwirkungen vermerkt.

Die Packung informiert auch darüber, wie das Medikament aufbewahrt werden sollte und wann es abläuft. Praktischer Nebeneffekt: Nehmen in Ihrem Haushalt verschiedene Personen unterschiedliche Medikamente ein, bietet die Verpackung meist genug Platz, sie mit Namen zu kennzeichnen – das hält die Verwechslungsgefahr klein.

Lagerbedingungen beachten

Medikamente müssen immer trocken, kühl und ohne direktes Sonnenlicht gelagert werden. Viele Mittel vertragen   Raumtemperaturen zwischen 15 °C und 25 °C ; geringfügige Abweichungen nach oben oder unten sind erlaubt und richten keinen Schaden an.

Manche Präparate gehören in den Kühlschrank oder sogar ins Tiefkühlfach. Schauen Sie deshalb genau auf die Verpackung, welcher Temperaturbereich für das jeweilige Arzneimittel vorgeschrieben ist. Feuchtigkeit oder zu große Wärme können die Konsistenz und Wirksamkeit negativ beeinflussen. Badezimmer sind für die Hausapotheke als Aufbewahrungsort daher ebenso ungeeignet wie Plätze an sonnigen Fenstern oder direkt über Heizungskörpern.

Hausapotheke: Von Kinderhänden fernhalten

Kinder probieren alles aus, was ihnen vor die niedliche Nase kommt. Diese Neugier kann bei Medikamenten fatale Folgen haben. Achten Sie daher unbedingt darauf, dass die Kleinen gar nicht erst an die Hausapotheke kommen. Schließen Sie die Schränke ab und stellen oder hängen Sie die kleinen Apotheken an einen für Kinder unerreichbaren Ort – alles, was hoch ist, bietet sich an. Gleiches gilt natürlich, wenn Personen mit eingeschränkten geistigen Fähigkeiten in Ihrem Haushalt leben.

Vorsicht bei geöffneten Arzneimitteln

Einige Arzneimittel verderben schnell, wenn sie einmal angebrochen wurden: Augentropfen und Nasensprays zum Beispiel sind nicht lange haltbar. Um den Überblick zu behalten, nehmen Sie sich einfach einen Marker oder Kugelschreiber und notieren auf Packungen, Tuben oder Fläschchen das Datum, an dem Sie sie geöffnet haben. Mit schnell verderblichen Medikamenten sollten Sie außerdem besonders hygienisch umgehen. Und vergessen Sie nicht, das Behältnis nach Gebrauch wieder fest zu verschließen.

Abgelaufene Arzneimittel sicher entsorgen

Sind die Medikamente optimal in der Hausapotheke verstaut, wirken sie auch so lange, wie das auf der Packung abgedruckte Datum verspricht. Irgendwann überschreitet aber jedes Arzneimittel – auch bei bester Lagerung – seine Haltbarkeit. Deshalb sollte der Bestand regelmäßig überprüft werden – wenigstens ein- bis zweimal im Jahr. So lassen sich abgelaufene Medikamente rechtzeitig durch neue ersetzen oder verdorbene Arzneimittel aussortieren. Diese Anzeichen lassen vermuten, dass Produkte nicht mehr einwandfrei sind:

  • Weiche Medikamente wie Gels, Salben oder Cremes verflüssigen sich oder verfärben
  • Feste Medikamente wie Tabletten oder Dragées verfärben, reißen oder weichen auf
  • Flüssige Arzneimittel wie Tropfen verfärben, flocken oder werden trüb

In solchen Fällen sollten Sie das Produkt unbedingt entsorgen. Der richtige und sicherste Weg ist in der Regel die Hausmülltonne: Hausmüll wird in Deutschland überwiegend thermisch verwertet, also verbrannt. Das vernichtet verdorbene Arzneimittel zuverlässig. Viele Apotheken nehmen Medikamente sogar zurück und entsorgen sie vorschriftsmäßig, meistens kostenlos. Auf keinen Fall sollten Sie die Mittel in das Waschbecken oder die Toilette kippen, da sie den Wasserkreislauf belasten.