Schon gewusst?

Das gehört in die Hausapotheke einer Familie

Alljährlich stellten sich Familien – im Zuge der Urlaubsplanung – die Frage: Was muss eigentlich mit auf Reisen? Was gehört grundsätzlich in die Reiseapotheke und welche speziellen Mittelchen sind nötig, um die individuellen Wehwechen der Familienmitglieder auch fernab der Heimat schnell in den Griff zu bekommen?

Was heuer in manchen Familien anders sein dürfte, ist dieses Update der hausinternen Medikamente, denn ob und wann Urlaubsreisen aufgrund der Corona-Pandemie möglich sind, steht aktuell noch in den Sternen. Wer die Zeit zuhause dennoch nutzt, um das hausinterne Medikamenten-Kästchen auf den neuesten Stand zu bringen, sollte diese Tipps beachten.

Haltbarkeit der Medikamente beachten

Unter deutsche-apotheker-zeitung.de gibt einen recht praxisnahen Hinweis zur Haltbarkeitsdiskussion bei Medikamenten: Bei Medikamenten, die regelmäßig oder über einen bestimmten Zeitraum hinweg einzunehmen sind, ist in der Regel kein Blick auf das Verfallsdatum notwendig, da einige verordnete Arzneimittel ohnehin komplett aufzubrauchen sind, wie etwa Antibiotika oder Augentropfen.

Für andere Medikamente gilt: Zu horten ist nur wenig zielführend, da die Klassiker im Medikamentenschrank, wie etwa Schmerztabletten oder Mittel gegen Magenverstimmung, permanent verfügbar sind – und zwar sowohl in der Apotheke vor Ort, sowie in einer der Online-Apotheken, wie beispielsweise unter volksversand.de.

Unterschiedliche Präparate sind unterschiedlich lange haltbar

Als Faustregel gilt: Tabletten und Pillen haben das Mindesthaltbarkeitsdatum, das in der Regel am weitesten in der Zukunft liegt. Wer die Originalverpackung weggeworfen hat, kann auf dem Blister immer noch nachlesen, wann die Tabletten nicht mehr verwendet werden sollen. Apotheker warnen aus zwei Gründen davor, Medikamente in großer Anzahl und sehr weit im Voraus in Dosierboxen umzufüllen.

Das ist in Ordnung mit Blick auf die kommende Woche. Länger sollten die Tabletten dennoch nicht ungeschützt in der Box liegen müssen, denn sie verlieren dort schnell ihre Wirkung. Im schlimmsten Fall werden schnell Risse oder gar Verfärbungen sichtbar, die anzeigen, dass die Tabletten besser nicht mehr genommen werden sollten. Brausetabletten können sogar schon vor Ablauf des Verfallsdatums unwirksam und ungenießbar werden. Auch ihnen sieht man dies an. Sie quellen auf und entwickeln einen Geruch nach Essig.

Säfte, Tropfen und flüssige Medikamente sind oft nur bis zu sechs Monaten haltbar

Wie lange Säfte, Tropfen und andere Medikamente in der Regel haltbar sind, zeigt die folgende Übersicht:

  • Medikamente in flüssiger Form, wie etwa Tropfen oder Saft gegen Husten, dürfen nur bis zu sechs Monate nach der ersten Öffnung weiter verwendet werden. Diese Faustregel gilt für frei verkäufliche Säfte, die im Idealfall direkt beim Öffnen mit dem aktuellen Datum gekennzeichnet werden. Die Zeit – also beispielsweise die sechs Monate binnen denen die Säfte verbraucht sein müssen – läuft ab dem Zeitpunkt an dem die flüssigen Arzneimittel mit Sauerstoff in „Berührung“ kommen. Für Säfte auf Basis von Antibiotika gelten andere Regeln.
  • Sprays und Tropfen, die beispielsweise für die Augen oder die Nase verwendet werden, sind häufig nur drei bis sechs Monate haltbar. Auch bei diesen Präparaten ist es sinnvoll, das Datum zu notieren, an dem das Medikament erstmals verwendet wurde. Darüber hinaus gilt: Verwender notieren. Gerade in sensiblen Bereichen, wie Nase und Augen, ist es ratsam, dass nur eine Person das Präparat nutzt und es darüber hinaus regelmäßig gereinigt wird. Nur so kann eine Übertragung unter Familienmitgliedern verhindert werden.
  • Produkte, die auf Basis von ätherischen Ölen eine Linderung in verschiedenen Krankheitsfällen versprechen, haben in aller Regel eine Haltbarkeit von maximal einem Jahr. Die Anwendung nach Ablauf der Haltbarkeit der Produkte kann im schlechtesten Fall Hautreizungen hervorrufen, weil sich die Bestandteile in einer Art Zersetzungsprozess voneinander trennen.

Das muss wirklich in die Hausapotheke

Wer die Hausapotheke allein schon mit Blick auf das Ablaufdatum deutlich reduziert hat, muss nun nicht wieder in die Apotheke pilgern, um dieselben Präparate neu anzuschaffen. Stattdessen sollte ein Blick auf die Familienmitglieder ausreichen, um einen kleinen Vorrat an Medikamenten zuhause anzulegen. Eine übersichtliche Liste, was genau in die Hausapotheke gehört, gibt es unter apotheken-umschau.de.

Ein Blick auf die Liste verrät auch, dass die Hausapotheke gar nicht riesengroß sein muss. Es reichen diese Dinge:

  • Verbandsmaterial gehört in jede Hausapotheke. Sterile Kompressen, Mullbinden, Verbandpäckchen, Heftpflaster, Pflasterstrips, Verbandwatte, Dreieckstuch, Sicherheitsnadeln und die dazu passende Verbandschere sind Pflicht in dieser Kategorie.
  • In die Kategorie der Hilfsmittel, die in keiner Hausapotheke fehlen dürfen, gehören ein Fieberthermometer, Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel, Pinzette, Zeckenzange, Notfall-Rufnummer, Erste-Hilfe-Anleitung und Kompressen.
  • Die Liste der Medikamente, die im besten Fall vorrätig sind, um rasch reagieren zu können, ist hingegen überschaubar und erinnert auch stark an die eingangs erwähnte Reiseapotheke: Schmerzmittel, Fiebermittel, Halsschmerztabletten, Medikamente gegen Verstopfung, Durchfall und Sodbrennen, Cremes gegen Juckreiz und Brandverletzungen sowie Gels, die bei Sportverletzungen rasch helfen.

Wichtig: Gerade wenn Kinder in verschiedenen Altersgruppen im Haushalt leben, ist es wichtig, Medikamente parat zu haben, die zum jeweiligen Alter (bzw. zur Gewichtsangabe bei den Anwendungshinweisen) passen.