Schon gewusst?

Glycerin – Feuchtigkeit für Ihre Haut

Der äußerst verträgliche Wirkstoff Glycerin steckt als Feuchthaltemittel in vielen Kosmetikprodukten. Gleichzeitig steht er auch unter Verdacht, die Haut auszutrocknen. Was stimmt wirklich?

Bei Glycerin handelt es sich um einen natürlichen Bestandteil von Fetten und Ölen und des Hydrolipidmantels Ihrer Haut. Glycerin, auch Glyzerin oder Glycerol, ist ein geruch- und farbloser süßlich schmeckender Zuckeralkohol.

Er entsteht unter anderem

  • wenn Fette und Öle verseift werden,
  • als Nebenprodukt bei der alkoholischen Gärung in Bier und Wein,
  • bei der Biodieselherstellung.

Die Substanz ist ein weit verbreiteter Inhaltsstoff von Kosmetika, Medizinprodukten, Reinigungs- und auch Nahrungsmitteln. Die Industrie setzt ihn als Weichmacher und Schmiermittel ein. Hersteller hochwertiger und Naturkosmetik nutzen einen aus Pflanzenölen gewonnenen Rohstoff. Für Glycerin als Lebensmittelzusatzstoff steht das Kürzel E 422.

Wie Glycerin gewonnen wird

Der Stoff kann pflanzlichen und tierischen Ursprungs sein.

  • Die Industrie erzeugt pflanzliches Glycerin, indem sie Pflanzenfette spaltet, beispielsweise wenn sie Kokosöl verseift.
  • Es kann außerdem aus dem farb- und geruchlosen Gas Propylen hergestellt werden.
  • Zudem ist möglich, es aus tierischen Fetten zu gewinnen, beispielsweise aus Rindertalg und Schlachtabfällen.
  • Die synthetische Version in Billigkosmetik stammt aus Erdöl.

Die Vorteile von Glycerin in Kosmetik

Kosmetikhersteller schätzen die Substanz als Feuchtigkeitsspender. Sie ist in der Lage, Wasser zu binden und an Ihre Haut abzugeben. Sie pflegt juckende, rissige und trockene Haut, indem sie bis in die Hornschicht eindringt, um dort Feuchtigkeit zu binden und sich gleichzeitig als öliger Film schützend auf die Oberfläche zu legen. Dadurch hilft Glycerin, dass Ihre Haut Feuchtigkeit aufnehmen kann und dass vorhandene Feuchtigkeit entweicht. Die Haut bleibt elastisch und wirkt glatter und gesünder. Die Substanz stärkt ihre Barrierefunktion, verhindert dadurch, dass Bakterien und Fremdstoffe eindringen.

Das gleiche Prinzip des Feuchtigkeitsspenders pflegt auch Ihre Haare, weswegen Glycerin in Shampoos und Spülungen eingesetzt wird.

Gleichzeitig wirkt Glycerin aufgrund seiner chemischen Eigenschaften als Weichmacher von Texturen, beispielsweise in Balsamen und Gels.

Ein Fläschchen mit farblosem Glycerin.

Pures Glycerin gibt es u.a. in der Apotheke zu kaufen. (c) Adobe Stock / agneskantaruk

In diesen Kosmetikprodukten steckt Glycerin

Die Kosmetikindustrie setzt für viele Produkte auf Glycerin. Sie nutzt die Substanz für

  • Gesichts- und Körpercremes
  • Reinigungslotionen
  • Shampoos
  • Haarspülungen und -kuren
  • Zahnpasta und -spülungen
  • Lipbalm und Lippenstiften

Kritikpunkt: Kann Glycerin Ihre Haut austrocknen?

Die Fähigkeit von Glycerin, Feuchtigkeit zu binden, birgt auch einen negativen Aspekt: Wenn beispielsweise Heizungsluft sehr trocken ist, entzieht der Zusatzstoff der Haut im Winter Feuchtigkeit. Das passiert allerdings nur, wenn er in einer Konzentration ab 30 Prozent in einer Creme enthalten ist. Solch hohe Konzentrationen sind allerdings nicht üblich. Kosmetik enthält in der Regel höchstens zehn Prozent.

Achten Sie auf die Qualität

Glycerin gilt als verträglicher Wirkstoff, der wegen seiner guten Eigenschaften Bestandteil von Produkten vieler Hersteller ist. Achten Sie auf die Quelle des Glycerins. Er sollte weder aus tierischen Fetten noch aus Erd- oder Palmöl stammen, sondern bestenfalls aus Pflanzen aus kontrolliert-biologischem Anbau kommen. Setzen Sie deshalb auf Naturkosmetik mit entsprechendem Kosmetiksiegel.

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