Schon gewusst?

Typische Gesundheitsrisiken im Alltag und die besten Maßnahmen dagegen

Man muss nicht Extremsport treiben oder einen besonders gefährlichen Job ausüben, um sich täglich in Gefahr zu begeben. Im Alltag der meisten Menschen gibt es einige Risiken, die vielen gar nicht wirklich bewusst sind.

Oft machen sie sich nämlich erst bemerkbar, wenn es schon zu spät ist und die ersten Symptome einen Gang zum Arzt erfordern. Wir stellen in diesem Beitrag die üblichsten Gesundheitsrisiken im Alltag vor. Außerdem geben wir Tipps, welche Maßnahmen gegen sie am besten frühzeitig zu ergreifen sind oder wie sich die Gesundheit zumindest so gut wie möglich schützen lässt.

Wenn die Luft die Gesundheit gefährdet

Jeder Mensch braucht Sauerstoff, um zu überleben. Für dessen Aufnahme müssen wir notgedrungen atmen. Das macht der Körper von ganz alleine, weshalb wir auch nicht wirklich steuern können, welche Stoffe wir über den Mund und die Lunge in unseren Körper aufnehmen. Wir können uns dazu entschließen, nicht zu rauchen und nicht in Berufen zu arbeiten, welche die Lunge stark belasten.

Gerade Allergikern oder Asthmatikern wird von Berufen mit potenziell schädlichen Einflüssen, wie z.B. Stäuben oder Rauch, unter anderem vom Deutschen Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt dringend abgeraten.

Gesundheitsrisiko Feinstaub

Doch auch in der Luft, die wir alle alltäglich atmen finden sich gesundheitsschädliche Stoffe. Das Thema Feinstaub etwa ist in der näheren Vergangenheit immer mehr in den Fokus der Medien gerückt. Emissionen aus Kraftfahrzeugen oder von Öfen und Heizungen in Wohnhäusern, aber etwa beim Umschlagen von Schüttgütern erzeugen primären Feinstaub. Dringt er in die Nase, die Bronchien oder die Lunge ein, können die Symptome laut Umweltbundesamt ganz verschieden sein:

“Sie reichen von Schleimhautreizungen und lokalen Entzündungen in der Luftröhre und den Bronchien oder den Lungenalveolen bis zu verstärkter Plaquebildung in den Blutgefäßen, einer erhöhten Thromboseneigung oder Veränderungen der Regulierungsfunktion des vegetativen Nervensystems (Herzfrequenzvariabilität).”

Zum eigenen Schutz und dem der Mitbürger kann jeder selbst nur versuchen, beispielsweise häufiger zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs zu sein und das Auto stehen zu lassen. Abseits davon bleibt zu hoffen, dass nationale und internationaler staatliche Emissionsminderungsmaßnahmen Wirkung zeigen. Werden Grenzwerte einschließlich definierter Toleranzmargen in einem bestimmten Jahr nicht eingehalten, müssen Luftreinhaltepläne (nach BImSchG 2002, § 47 Abs. 1) aufgestellt werden, die die erforderlichen Maßnahmen zur dauerhaften Verminderung von Luftverunreinigungen festlegen.

Check vor dem Heizen

Zu Beginn der Heizperiode in den kälteren Monaten kann außerdem Kohlenmonoxid (CO) im eigenen Zuhause gefährlich werden. Falsch gewartete Heizkessel oder Verunreinigungen im Bereich der Abgasabführung können die Gefahr von CO-Vergiftungen mit sich führen.

Es ist daher unter anderem auch wichtig, bereits im Frühjahr und Sommer gut zu beobachten, ob sich Vögel den Schornstein als Nistplatz aussuchen. Ihre Nester können die Abführung von Kohlenmonoxid verhindern. Bestenfalls wird der Schornstein regelmäßig vom Fachmann geprüft.

Feinstaub ist ein Gesundheitsrisiko

Feinstaub ist ein Gesundheitsrisiko. (c) Adobe Stock / marog-pixcells

Häufige Gefahren am Arbeitsplatz

Auch die tägliche Arbeit kann die Gesundheit gefährden. Die BAuA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) wertet jedes Jahr aufs Neue die Zahlen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten in Deutschland aus. Im neusten BAuA-Bericht aus dem Jahr 2019 ist zu lesen, dass unter anderem Hauterkrankungen, Rückenprobleme und Hautkrebs durch UV-Strahlung zu den häufigsten Berufserkrankungen gehören.

Schädigungen der Haut

Die Haut ist vorwiegend in Berufen betroffen, bei denen Hautkontakt mit chemischen Substanzen besteht. Öle und Lacke, aber auch Reinigungsmittel sind als typische Risikoquellen zu nennen. Grundsätzlich kann aber auch die Arbeit in feuchten Milieus die Anfälligkeit der Haut für Infektionen, Pilzerkrankungen oder Ekzeme fördern. Wichtig ist daher schon beim häufigen Arbeiten mit Wasser: Zuverlässige Schutzhandschuhe tragen und Hautschutzpläne konsequent einhalten.

Gefährdung des Rückens

Rückenprobleme können in erster Linie jeden Tag in Berufen entstehen, in denen schwer gehoben, getragen oder verladen werden muss. Wer schon in jungen Jahren immer wieder Schmerzen im Rücken hat, sollte versuchen, solchen Berufen aus dem Weg zu gehen. Beim Hantieren mit schweren Lasten ist der Einsatz von Hilfsmitteln, wie Hebe-, Trage- und Transporthilfen (Hebegurte, Saugheber, Klemmgriffe, Sackkarren, Hubtische und Ähnliches) sinnvoll.

Doch auch schon bei simpler Büroarbeit kommt es immer wieder zu leichten bis stärkeren Problemen im Bereich der Lendenwirbelsäule. Die monotone und statische Arbeit am Computer und Schreibtisch etwa erzeugt bei vielen Menschen auf Dauer Nacken-, Schulter und vor allem Rückenschmerzen. Wichtig ist daher, einige Dinge zu beachten, die am Büroarbeitsplatz für ein gesünderes Umfeld sorgen. Dabei geht es eben nicht nur um ergonomische Mäuse, sondern etwa auch den richtigen Schreibtisch und Schreibtischstuhl.

Die Gefahr auf Krebserkrankungen

Auch Krebs gilt ausdrücklich als eine Berufskrankheit. Selbstverständlich kann dieser auch ohne Einflüsse der beruflichen Tätigkeit entstehen, einige dieser Tätigkeiten jedoch erhöhen das Risiko auf diverse Krebserkrankungen in entscheidendem Maße oder können gar alleinig für deren Entstehung als Ursache ausgemacht werden.

Die meisten beruflichen Krebserkrankungen werden durch Asbest am Arbeitsplatz ausgelöst. Auch aromatische Amine, Benzol oder Peche, werden bei verschiedenen Krebserkrankungen als ursächlich angesehen.

Zudem kann UV-Strahlung, durch meist ungeschützte Aufenthalte beim Arbeiten im Freien, zu Hautkrebs führen. Die besten Maßnahmen dagegen sind die Verschattung des Arbeitsplatzes oder die Verlegung von Arbeiten in Zeiten geringerer Sonneneinstrahlung. Sonnencremes mit ausreichendem Lichtschutzfaktor (bei längerem Sonnenaufenthalt mindestens LSF 30, besser noch LSF 50) können zusätzlichen Schutz bieten.

Krankmacher und Gefahren in den eigenen vier Wänden

Auch in den eigenen vier Wänden finden sich einige versteckte Krankmacher oder gar explizite Giftstoffe. Sie können harmlose Kopfschmerzen auslösen, auf Dauer aber auch zu chronischen Krankheiten, wie Allergien führen. Deshalb sind sie nicht zu unterschätzen. Bestenfalls achtet man darauf, sie vollkommen aus der Wohnung fernzuhalten. Beim Kauf ist auf Gütesiegel zu achten. Umweltzeichen wie der “Blaue Engel”, “Goldenes M”, “Nature plus” oder auch “ÖkoControl” sind anerkannte Kennzeichen für emissionsarme Produkte bei Parkett und Laminat, Möbeln, Matratzen, sowie Lacken.

Erste Hinweise für Schadstoffe im eigenen Heim können untypische und unangenehme Gerüche sein. Wer beim Kauf der Einrichtung sowie bei Wandfarbe und Ähnlichem früher nicht auf Inhaltsstoffe oder Bestandteile geachtet hat, muss dann leider oft die Konsequenzen tragen. Lassen sich etwa Möbel nicht mehr umtauschen, riskiert man entweder gesundheitliche Folgen oder entscheidet sich für eine Entsorgung entsprechender Gefahrenquellen.

Drei der typischsten davon wollen wir als Beispiele kurz vorstellen

  • Möbel aus Spanplatten

Möbel aus Spanplatten oder Faserplatten enthalten nicht selten als Bindemittel Formaldehydharze und setzen das stechend riechende Gas Formaldehyd frei. Diese Stoffe werden als Humankanzerogene eingestuft. Die schädliche Wirkung kann zu Tumoren des Nasen-Rachenraums führen.

  • Klebstoffe und Lacke

In zahlreichen Klebstoffen und Lacken finden sich chemische Lösungsmittel. Gerade beim Tapezieren oder Teppichverlegen werden diese häufig freigesetzt. Sie können nicht nur die Umwelt, sondern eben auch die Gesundheit stark beeinträchtigen. Wer entsprechende Klebstoffe verwenden muss, sollte zumindest darauf achten, stets ausreichend zu lüften.

  • Schimmel und Bakterien

Jeder weiß um die Gefahr von Schimmel und Bakterien in Innenräumen. Doch selbst, wenn sich nur kleinere Anzeichen von Schimmel etwa an Badezimmerwänden zeigen, reagieren Bewohner oft noch viel zu spät. Schon geringfügiger Schimmelpilzbefall allerdings kann langfristig zu Allergien und Asthma führen. Außerdem kommt es bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem durch das Einatmen von Schimmelsporen immer wieder zu schweren Infektionen der Atemwege.

Deshalb gilt: Gerade trockene Räume immer gut durchlüften. Im Fall von Schimmelbefall ist dieser so schnell wie möglich großzügig zu entfernen. Bei stärkerem Befall hilft der Profi.

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Schädliches und Suchtstoffe in der Nahrung und in Getränken

Einige Lebensmittel genießen den nicht sonderlich guten Ruf, der Gesundheit schaden zu können. Die Lebensmittel, die wir vorstellen möchten, haben diesen Ruf leider nicht ohne Grund. Und ja, auch rotes Fleisch, das bei vielen Menschen immer noch mehrmals wöchentlich auf dem Speiseplan steht, gehört dazu.

Rotes Fleisch

Bereits 2015 wurden sowohl rotes Fleisch, als auch Wurstwaren von der WHO-Behörde als krebserregend eingestuft. Die Gefahr sei zwar gering, so hieß es in den zugrundeliegenden Forschungsergebnissen, da allerdings die Mehrheit der Bevölkerung regelmäßig rotes Fleisch oder Fleischwaren verzehre, seien die Ergebnisse für die öffentliche Gesundheit nicht ohne Bedeutung.

Wer also gerne rotes Fleisch, also die Muskeln von Säugetieren, wie Rind, Kalb, Schwein, Lamm oder Hammel isst, sollte seinen Konsum zumindest einschränken. Auch im Sinne des Umweltschutzes. Von Fleischwaren wie Würstchen, Schinken, Corned Beef, luftgetrocknetem Rindfleisch oder Dörrfleisch sowie Fleischkonserven ist noch mehr Abstand zu nehmen.

Acrylamid

Manche werden von Acrylamid schon einmal etwas gehört haben. Pommes Frites, Chips und Donuts – diese Leckereien landen bei den meisten immer wieder auf dem Teller. Und Bratkartoffeln, getoastetes Brot oder knusprige Pizza sind hier fast jeden Tag dabei. Das Problem mit den meisten dieser Lebensmittel: Sie enthalten Acrylamid.

Acrylamid wird vom Körper in Glycidamid umgewandelt, was dem Erbgut schaden kann. Mutierte Zellen können wiederum das Risiko auf Tumorbildung erhöhen. Der Stoff wird gebildet, wenn Stärke, insbesondere beim Backen, Braten, Rösten, Grillen und Frittieren stark, bzw. zu stark erhitzt wird.

Kartoffel- und Getreideprodukte sollten also eher bei mittleren Temperaturen zubereitet und nicht scharf angebraten werden. Zur Beruhigung: Selbst bei zum Beispiel erhöhtem Konsum von Chips oder Pommes Frites steigt der Acrylamidspiegel in der Regel nicht signifikant an. Dennoch sollte die potenziell schädliche Wirkung des Stoffes im Hinterkopf behalten werden. Ein regelmäßiger Konsum frittierter Kartoffelprodukte ist darüber hinaus ohnehin nicht unbedingt gesundheitsförderlich.

Zucker

Selbst, wenn es jeder wissen dürfte, kann es nicht oft wiederholt werden: Zucker ist nicht nur für Übergewicht und Karies verantwortlich, regelmäßiger und erhöhter Zuckerkonsum kann auch zu erhöhtem Bluthochdruck führen und Risiko erhöhen, an

  • Krebs
  • Alzheimer
  • Osteoporose
  • Arthrose
  • oder an Atherosklerose

zu erkranken.

Zudem wirkt Zucker wie ein Suchtmittel. Denn er macht Appetit auf mehr – ähnlich, wie das bei Nikotin, aber auch bei stärkeren Suchtmitteln der Fall ist. Denn Zuckerkonsum aktiviert das Belohnungssystem. Der Botenstoff Dopamin erzeugt ein angenehmes Gefühl und dieses Gefühl wollen wir wiederholt erleben. Deshalb gilt: So wenig Zucker, wie irgendwie möglich!

Zucker-Sucht? Schokotörtchen kann man widerstehen

Raus aus der Zucker-Sucht! Einem Schokotörtchen zu widerstehen ist nicht einfach – aber möglich. (c) Colourbox.de

Potenziell giftige Lebensmittel

Wie schon der berühmte Arzt und Naturforscher Paracelsus vor etwa fünfhundert Jahren sagte:

“Alle Ding’ sind Gift und nichts ohn’ Gift –

allein die Dosis macht, das ein Ding’ kein Gift ist.”

An diesem Spruch ist durchaus etwas dran. Zu viel von einer Sache tut dem Körper nicht gut. Selbst eigentlich gesunde Lebensmittel oder Heilpflanzen, wie der Bärlauch, der Meerrettich, die Brennnessel und Ähnliches können bei erhöhtem Konsum schaden – und wenn sie nur auf die Verdauung gehen.

Doch es gibt auch einige wirklich explizit giftige Lebensmittel, um die so gut wie möglich ein Bogen gemacht werden sollte. Drei Beispiele wollen wir hier nennen:

Bittermandeln: Ein paar rohe Mandeln schaden niemanden. Wer allerdings trotz des bitteren Geschmacks zu viele Bittermandeln verzehrt, riskiert sein Leben. Denn die darin enthaltene Blausäure ist stark giftig. Bei Kindern können mitunter schon fünf Bittermandeln zu viel sein.

Muskatnuss: Um die Muskatnuss ranken sich ebenfalls Küchengerüchte; auch sie soll in hoher Dosis giftig sein. Tatsächlich kann das in ihr enthaltene ätherische Öl Myristicin in höherer Konzentration zu Halluzinationen, Kopf- und Magenschmerzen führen. Bereits der Verzehr einer halben Muskatnuss kann bei Erwachsenen mitunter tödlich sein. Bei Kindern reichen schon kleinere Mengen. Deshalb: Immer nur sparsam mit Muskatnuss würzen!

Pilze: Natürlich sind nur ausgewählte Pilze giftig. Wer selbst Pilze sammeln geht, sollte sich deshalb sehr gut auskennen. Denn der Genuss von Knollenblätterpilzen, Bambustrichterlingen oder dem japanischen Trichterling wird dann unter Umständen mit dem Leben bezahlt. Die Verwechslungsgefahr ist oft sehr hoch.

Versteckte Gefahr: Verpackungsmaterialien

Nicht nur in Lebensmitteln, sondern auch in Verpackungsmaterialien stecken Giftstoffe. Diese sind im Grunde deutlich gefährlicher, als die in den Lebensmitteln selbst, da sie seltener hinterfragt werden und man nicht immer von ihnen weiß. Treten die Substanzen aus den Verpackungen aus und gehen auf die Lebensmittel über, kann es auf Dauer lebensgefährlich werden.

Aluminium

Aluminium findet sich aufgrund der praktischen Eigenschaften in zahlreichen Verpackungen. Seien es Getränke- und Konservendosen, Verschlüsse von Glasflaschen, Tetra Paks oder auch Verpackungen von Fertiggerichten – überall ist Alu mit dabei.

Das Material ist jedoch unter Einfluss von Säure und Salz löslich. Es kann also leicht auf Lebensmittel mit entsprechenden Eigenschaften übergehen. Auch als Wirkstoff in Deodorants ist Aluminium in Verruf geraten. Eine chronische Belastung des Körpers durch Aluminium kann zu Schäden des Nervensystems, Krebs und Alzheimer führen oder sich negativ auf die Fruchtbarkeit und Knochenentwicklung auswirken. Belastbare Studien fehlen aktuell noch – dennoch rät das Bundesinstitut für Risikobewertung dazu, die Aufnahme von Aluminium möglichst niedrig zu halten.

Bisphenol A

Bisphenol A (BPA) findet sich vorwiegend in Kunststoffen aus Polycarbonat, Vinylesterharz und Epoxidharz. Etliche Lebensmittel in Kunststoffverpackungen sind somit gefährdet, Bisphenol zu enthalten. Gerade dann, wenn BPA-haltige Plastikbehältnisse in der Mikrowelle erhitzt werden, können erhöhte Mengen des Stoffes in die Nahrung übergehen.

BPA soll im Zusammenhang mit der Entstehung von Brust- und Prostatakrebs, Herzerkrankungen, Diabetes, Insulinresistenz einigen weiteren Erkrankungen stehen. Der Stoff soll sich außerdem negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken.

Antimontrioxid

Plastikflaschen (PET-Flaschen) sind praktisch: Sie sind leicht und gehen nicht kaputt, wenn sie mal runterfallen. Das Problem allerdings ist, dass sich im Inhalt von PET-Flaschen Antimontrioxid lösen kann. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stufte den Stoff als möglicherweise krebserregend ein.

Schon in Fruchtsäften kann die ungefährliche Antimontrioxid-Konzentration überschritten sein, bei der Erhitzung von von Bratschläuchen oder PET-Schalen von Fertiggerichten etwa geht jedoch eine noch viel größere Menge auf die Lebensmittel über.

Obst und Gemüse in Plastikverpackungen

Auch auf Plastikverpackungen sollten Verbraucher weitestgehend verzichten. (c) Adobe Stock / dusk

Phthalate

Phtalate finden sich in PVC, Polystyrol und anderen Kunststoffen und dienen hier als Weichmacher. Auch Lebensmittelverpackungen machen sie dehnbarer. Zwar sind sie noch nicht umfassend bewertet und untersucht, man geht aber davon aus, dass sie eine östrogenähnliche Wirkung haben. Das würde bedeuten, dass sie auf den Hormonhaushalt des Menschen einwirken. Darüber hinaus stehen sie im Verdacht, die Entwicklung von Diabetes bei Männern zu begünstigen.

Andere mögliche Schadstoffe

Weitere mögliche Schadstoffe in Lebensmittelverpackungen sind:

  • Zinn (kommt vor allem in Konservendosen vor)
  • Epoxidiertes Sojaöl (Weichmacher für viele Kunststoffe)
  • Vinylchlorid (findet sich ebenfalls in vielen Kunststoffverpackungen oder Beschichtungen für diese)
  • Fluortelomer-Alkohole (nachgewiesen an Pappkartons in denen etwa Pizzen oder Hamburger geliefert werden)
  • Mineralöle (kann durch die Belastung der Umwelt durch beispielsweise Erntemaschinen an Lebensmittel gelangen, aber beispielsweise auch durch gezielte Behandlung von Jutesäcken mit den Ölen, die zum Transport dienen)

Wie kann ich mich schützen?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) legt zum Schutz der Verbraucher gewisse Höchstmengen und Grenzwerte für gesundheitlich bedenkliche Substanzen fest. Damit wird ein wichtiger Beitrag zum Schutz gegen zu hohe Schadstoffe in Lebensmittelverpackungen geleistet.

Rund um die Lebensmittelsicherheit wird außerdem viel geforscht, um auch neue Verfahren zur Herstellung von Lebensmitteln und Verpackungen zu entwickeln, zwar gleich effizient sind, aber noch sicherer für die Verbraucher werden.

Doch natürlich ist auch kritisches Kaufverhalten von jedem einzelnen Konsumenten gefragt. Denn selbst, wenn die Gesundheitsgefahr der Einnahme vieler Stoffe in großen Mengen nicht eindeutig nachgewiesen ist, bleibt unbestritten, dass sie trotzdem auch nicht gerade gesund ist. Vorbeugender Schutz kann nicht schaden.

Eine Grafik mit Tipps zum Verpackungsmaterial-freien Einkauf im Supermarkt