Gesundes Kind

Gesundheit von Mutter und Kind: Was nach der Geburt wichtig ist

Nicht nur während der Schwangerschaft, sondern auch nach der Geburt stehen die Gesundheit des Kindes sowie der Mutter im Vordergrund. Für werdende oder frischgebackene Eltern ist es daher wichtig zu wissen, wie sie sich nach der Geburt „richtig“ verhalten und was auf sie zukommt.

Die Schwangerschaft ist eine große Umstellung sowie Herausforderung für den weiblichen Körper. Doch auch nach der Geburt stehen wieder viele Veränderungen an. Schließlich befinden Sie sich nun in einer Übergangszeit zurück zum „normalen“ Zustand, wie er vor der Schwangerschaft war.

Zeitgleich müssen Sie gesund und fit sein, damit Sie sich bestmöglich um Ihr Neugeborenes kümmern können. Mütter sollten daher nicht den Fehler machen, ihre eigene Gesundheit zu vernachlässigen. Zugleich hat natürlich die Gesundheit des Kindes oberste Priorität. Worauf also muss geachtet werden, damit sowohl die Mutter als auch das Kind gesund sind und bleiben?

Was kann ich schon vor der Geburt „vorbereiten“?

Nach der Geburt ist plötzlich alles anders. Einerseits ist die schwere Last im Bauch und quälende Zeit des Wartens endlich vorbei und auch die Sorgen, dass bei der Geburt etwas schiefgehen könnte. Andererseits ist damit auch die Ruhe der Schwangerschaft beendet und plötzlich sind die Nächte kurz sowie die Herausforderungen für die Eltern zahlreich. Es ist daher sinnvoll, so viel wie möglich vor der Geburt vorzubereiten, um dem Kind und auch der Mutter einen möglichst stressfreien Start in die neue Lebensphase zu ermöglichen.

Tatsächlich können Sie als werdende Mutter schon vor der Geburt die Weichen stellen, damit Sie selbst und Ihr Kind möglichst gesund sind. Dazu gehören natürlich:

Mütter, die bereits während der Schwangerschaft darauf achten, in Form zu bleiben, tun sich auch nach der Geburt leichter mit der Rückbildung und fühlen sich insgesamt gesünder sowie strapazierfähiger. Außerdem müssen Sie bereits einige Formalitäten erledigen und beispielsweise pünktlich zur Geburt eine Nachsorgehebamme sowie einen verfügbaren Kinderarzt suchen. Viele werdende Mütter belegen außerdem spezielle Kurse wie einen Geburtsvorbereitungs- oder Sportkurs für Schwangere.

Sinnvoll ist in diesem Rahmen außerdem ein Erste-Hilfe-Kurs, in welchem das richtige Verhalten in Notfällen mit dem Baby geschult wird, wenn es beispielsweise zu ersticken droht oder reanimiert werden muss. Solche Grundlagen sollten alle Eltern kennen, denn im Notfall kann eine schnelle sowie richtige Reaktion über Leben oder Tod entscheiden. Nach der Geburt haben Sie für einen solchen Kurs kaum noch Zeit. Zudem sind Sie im Wochenbett garantiert froh über alle Dinge, welche Sie schon vor der Entbindung erledigt haben!

Was passiert unmittelbar nach der Geburt?

Unabhängig davon, ob es sich um eine ambulante Geburt oder Entbindung in der Klinik handelt, muss natürlich währenddessen sowie anschließend für eine gesundheitliche Betreuung von Mutter und Kind gesorgt sein. Im Regelfall ist in den Tagen nach der Geburt dafür eine Hebamme verantwortlich. Was bei dem Frischgeborenen besonders wichtig für eine gesunde Entwicklung ist, ist die Nähe zur Mutter. Der Hautkontakt sorgt nämlich dafür, dass wichtige Hormone wie das Bindungshormon Oxytocin freigesetzt werden, aber auch Prolaktin, welche die Milchbildung anregt.

Das Stillen ist ebenfalls ein wichtiges Thema, denn nicht bei allen Müttern klappt das sofort oder im gewünschten Ausmaß. Eine Nachsorgehebamme ist daher nicht nur für die Gesundheit des Kindes zuständig, sondern gibt auch hilfreichen Rat rund um das Stillen sowie den Alltag als frischgebackene Familie im Allgemeinen. Ihre Aufgabe ist es zudem, die Gesundheit der Mutter im Blick zu behalten, denn in ihrem Körper verändert sich unmittelbar nach der Entbindung eine Menge:

  • Die Geburtsverletzungen müssen heilen,
  • die Gebärmutter bildet sich zurück,
  • die Hormone im Körper stellen sich um,
  • der Wochenfluss setzt ein und
  • viele Frauen leiden zudem unter Nachwehen.

Schlimmstenfalls kommt es bei der Mutter nach der Geburt zu einer Wochenbettdepression, welche frühzeitig erkannt und behandelt werden muss. Eine professionelle Betreuung durch eine Hebamme – in sowie nach der Klinik – ist daher unmittelbar nach der Niederkunft essentiell für die Gesundheit von Mutter und Kind.

Eine Mutter und ihr Baby lächeln sich an

Im Wochenbett baut das Kind eine enge Beziehung zu seinen Eltern auf. (c) Adobe Stock / Svetlana Fedoseeva

Was ist im Wochenbett für Mutter und Kind wichtig?

Nach der Geburt folgt das sogenannte Wochenbett, welches rund sechs bis acht Wochen andauert. Einerseits stehen bei der Mutter in dieser Zeit – wie bereits geschildert – viele körperliche sowie hormonelle Veränderungen an. Andererseits geht es darum, schnellstmöglich die Bedürfnisse des Neugeborenen zu verstehen und als frischgebackene Familie einen Alltag zu finden.

Der erste wichtige Punkt im Wochenbett lautet: Erholung. Setzen Sie sich nicht unnötig unter Druck, vom ersten Tag an perfekt funktionieren zu müssen. Stattdessen müssen sich Mutter sowie Kind erst einmal von der Geburt erholen und sich sozusagen „kennenlernen“. Die Hebamme ist in dieser Zeit eine große Hilfe.

Zweitens steht im Wochenbett wiederum die Nähe zwischen Mutter und Kind im Vordergrund. Das Baby ist schließlich aus der Geborgenheit des Mutterbauchs in die Welt gekommen, was erst einmal einen großen Schock und eine Umstellung bedeutet. Wichtig ist, dass es dennoch Geborgenheit und eine Nähe zur Mutter spürt. Was Mütter – und auch Väter – tun können, um diese Umstellung möglichst sanft zu gestalten, ist:

  • Eine Auszeit vom Job und anderen Verpflichtungen nehmen.
  • Stets in der Nähe des Kindes sein und bestenfalls so viel Hautkontakt wie möglich haben.
  • Schnell lernen, die Bedürfnisse des Babys zu erkennen und zu erfüllen, um eine optimale Versorgung sicherzustellen.

Je schneller Sie eine Routine finden, umso besser funktioniert der Familienalltag und desto weniger Stress erleiden Mutter sowie Kind. Stattdessen sollte das Baby Geborgenheit erfahren und eine sichere Bindung zu seinen Eltern aufbauen. Das reduziert Ängste, Stress, Verlassenheits- oder andere negative Gefühle, welch die Entwicklung sowie Gesundheit Ihres Kindes negativ beeinflussen könnten.

Eine Kinderärztin untersucht ein Baby

Gesundheitskontrolle ist wichtig – von Anfang an. (c) Adobe Stock / Pixel-Shot

Wann muss das Baby zum Arzt?

Neben der Betreuung durch die Hebamme, muss das Kind nach der Geburt auch regelmäßig einem Arzt vorgestellt werden. Das gilt natürlich, wann immer Sie das Gefühl haben, Ihr Kind könnte krank sein oder sich nicht „richtig“ entwickeln. Je besser Ihre Bindung ist und umso schneller Sie eine Routine finden, desto frühzeitiger werden Sie merken, wenn mit Ihrem Baby etwas nicht stimmt. Doch auch, wenn es vollkommen gesund ist, stehen regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt an:

  • U1 (direkt nach der Geburt),
  • U2 (Neugeborenen-Basisuntersuchung zwischen dem dritten und 14. Lebenstag),
  • U3 (vierte bis achte Lebenswoche),
  • U4 (zweiter bis vierter Lebensmonat),
  • U5 (fünfter bis achter Lebensmonat) und
  • U6 (neunter bis 14. Lebensmonat).

Während die ersten beiden Untersuchungen in der Regel noch in der Klinik stattfinden, muss spätestens für die U3 ein Kinderarzt aufgesucht werden. Vereinbaren Sie also unbedingt rechtzeitig einen Termin!

Zudem sollte die Mutter nach dem Wochenbett ebenfalls eine gynäkologische Abschlussuntersuchung durchführen lassen, um sicherzustellen, dass sich alles gut zurückgebildet hat. Hierbei werden auch die Blutwerte überprüft und eventuelle Impfungen nachgeholt.  

Welche Formalitäten muss ich erledigen?

Neben den Arztbesuchen müssen Sie noch einige Formalitäten erledigen. Diese kann sowohl die Mutter als auch der Vater übernehmen:

  • Beantragung der Geburtsurkunde beim Standesamt (innerhalb einer Woche nach der Geburt)
  • Anmeldung des Babys beim Einwohnermeldeamt (bestenfalls direkt nach dem Standesamt)
  • Vaterschaftsanerkennung und Sorgerechtsregelungen (wenn nicht bereits vor der Geburt erledigt)
  • Entscheidung über Nachnamen des Kindes (bis zu einen Monat nach der Geburt)
  • Beantragung des Kindergeldes sowie Elterngeldes (so schnell wie möglich)
  • Mitteilung der Geburt an den Arbeitgeber (ebenfalls so früh wie möglich)
  • Mitteilung über die Elternzeit (wenn gewünscht)

Sinnvoll ist außerdem, zu diesem Zeitpunkt bereits einen Betreuungsplatz zu organisieren, wenn dieser beispielsweise anschließend an die Elternzeit benötigt wird. Zuletzt ist aus gesundheitlicher Sicht wichtig, die Krankenversicherung des Kindes zu klären. Es ist direkt nach der Geburt in der gesetzlichen Krankenkasse noch kostenlos sowie automatisch familienversichert. Doch anschließend müssen Sie es innerhalb von zwei Monaten offiziell bei der Versicherung anmelden. Sollten Sie privat krankenversichert sein, informieren Sie sich rechtzeitig vor der Geburt über notwendige Formalitäten, um Ihrem Kind einen gesunden Start ins Leben zu ermöglichen!