Kopf & Psyche

Gehirndoping: Wie gefährlich sind Neuro-Enhancer?

Pillen schlucken statt Lernen? Bessere Arbeitsergebnisse durch Tabletten? Neuro-Enhancer versprechen genau das. Diese Substanzen sollen die Leistungsfähigkeit des Gehirns positiv beeinflussen. Doch wie beim Doping im Sport gibt es Nebenwirkungen. Wie gefährlich sind diese Neuro-Enhancer?

Wenn Nebenwirkungen ausgeschlossen werden könnten, wäre Gehirndoping sicherlich für viele Menschen sehr verlockend. Die Hersteller der entsprechenden Mittel preisen die Vorzüge ihrer Produkte deutlich an. Von möglichen Nebenwirkungen ist hingegen nur wenig zu hören. Mediziner und andere Experten sehen solche Tabletten hingegen kritisch und machen auf mögliche Gefahren aufmerksam.

Neuro-Enhancer haben starke Nebenwirkungen

Den vermeintlich positiven Wirkungen der Neuro-Enhancer stehen zahllose, bislang wenig erforschte Risiken gegenüber. Die Liste der möglichen direkt auftretenden Nebenwirkungen ist lang. Neuro-Enhancer können demnach je nach Wirkstoff unter anderem

Darüber hinaus steht im Fokus der Mediziner vor allem die Gefahr einer Abhängigkeit. Ob die Tabletten langfristig zumindest psychisch süchtig machen, ist bislang noch nicht zweifelsfrei geklärt. Fest steht allerdings schon jetzt: Wer sein Arbeitspensum nur mithilfe von Tabletten bewältigen kann, sollte sich selbst und den eigenen Lebensstil hinterfragen.

Aufputschmittel jeder Art bieten nur eine vermeintliche, kurzfristige Lösung. Wer ständig überfordert ist, schadet auf Dauer der eigenen Gesundheit – körperlich und psychisch. Das kann zu ernsten Konsequenzen, wie körperlichen Erkrankungen oder einem Burn-out führen.

Neuro-Enhancer

Neuro-Enhancer sollen Synapsen im Gehirn anregen. (c) psdesign1 / Fotolia

Die Wirksamkeit von Neuro-Enhancern ist nur gering

Neuro-Enhancing soll das Denken leichter machen. Vergleichbar mit dem Doping im Sport soll das Gehirn wie ein Muskel mit zusätzlicher Energie versorgt werden, um so bessere Leistung abzurufen. Doch so einfach ist es nicht.

Können die Pillen und Tabletten dem Konsumenten das Denken abnehmen? Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen kommen da zu einem klaren und ernüchternden Ergebnis: Nein, zu einem Leistungsschub auf allen geistigen Ebenen verhelfen die Mittel nicht. Wer ohnehin schon sehr konzentriert arbeitet und intelligent ist, profitiert vom Gehirndoping zudem besonders wenig.

Neuro-Enhancer wirken eher wie Aufputschmittel

Einige erwünschte Wirkungen konnten allerdings nachgewiesen werden. Bestimmte Substanzen, wie zum Beispiel Modafinil, fördern demnach die Aufmerksamkeitsleistung und die Konzentrationsfähigkeit. Insgesamt kann sich zudem das sogenannte konvergente Denken verbessern. Diese Denkfähigkeiten werden benötigt, wenn verschiedene Informationen zusammengeführt werden müssen.

Die erwünschten Effekte machen sich allerdings vor allem dann bemerkbar, wenn die Konsumenten wenig geschlafen haben oder aus anderen Gründen nicht voll leistungsfähig sind. Folglich wirken die Neuro-Enhancer eher wie starke Wachmacher. Das verwundert nicht, schließlich ähnelt ihre Struktur den Amphetaminen, welche als stark aufputschende Drogen bekannt sind.

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Ethische Bedenken durch Gehirndoping

Neuro-Enhancer nehmen den Menschen das Denken oder Lernen nicht ab, vielmehr funktionieren sie wie ein Aufputschmittel. Deshalb stellt sich die Frage, ob es vielleicht möglich ist, Lebensumstände zu verändern, sodass weniger Stress und Druck vorhanden sind.

Außerdem gibt es sanfte Fitmacher, wie Kaffee oder schwarzer Tee, die die geistige Leistungsfähigkeit ankurbeln können. Auch Guarana oder Kolanuss sollen genauso wie Ginko eine natürliche positive Wirkung auf die Leistungsfähigkeit haben.

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Zu den gesundheitlichen Bedenken, ist es auch eine ethische Frage, mittels Neuro-Enhancer beispielsweise zu besseren Prüfungsergebnissen zu gelangen. Im Sport wird Doping strikt untersagt und selbstverständlich sind psychogene Substanzen wie Amphetamine gesetzlich verboten. Doch ob Neuro-Enhancer moralisch zu vertreten sind, bleibt eine offene und zu diskutierende Frage.


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